Seit 2008 ist die Hans-Thoma-Schule in Warmbach eine Ganztagsschule, seit zehn Jahren kooperiert sie für die Schulkindbetreuung mit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung. Vieles hat sich seither weiter entwickelt, vieles muss in den kommenden zehn Jahren nach Maßgabe des Landes noch voran gebracht werden. Dazu braucht es Fachkräfte, an denen es mangelt.

„Die Ganztagsschule ist ein Lebensort für die Kinder“, sagt Alexander Keil, Leiter der Schulkindbetreuung der Kaltenbach-Stiftung. Die Hans-Thoma-Schule kooperiert mit der Stiftung, um den Grundschülern ein Angebot aus Unterricht und Freizeit zu bieten.

Die Grundschule ist seit 2008 eine Ganztagsschule (GTS) in verbindlicher Form. Das bedeutet, dass die Schulpflicht für die Kinder von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr gilt. Zu diesen Zeiten werden sie in der Schule betreut und unterrichtet. Zusätzlich gibt es eine Randzeitenbetreuung von 7 bis 8 Uhr und von 16 bis 17.30 Uhr.

250 Schüler besuchen die Hans-Thoma-Schule, vor zehn Jahren waren es 180. Anfangs nutzten 2008 nur wenige Kinder das Ganztagsangebot mit Mittagessen in der Mensa, Spiel- und Freizeitangebot. Vier Jahre hat es gedauert, bis die Schule für alle ganztags offen war. Seit 2015/16 gehören Kinder der Karl-Rolfus-Schule dazu, einem sonderpädagogischen Bildungszentrum für Kinder mit besonderem Förderbedarf. So setzt sich die Zahl aus 225 Hans-Thoma-Schülern und 25 Schülern der Karl-Rolfus-Schule zusammen.

In der Hans-Thoma-Schule in Warmbach verbringen die Grundschüler den ganzen Tag: Neben dem Unterricht gibt es auch Freizeitangebote.
In der Hans-Thoma-Schule in Warmbach verbringen die Grundschüler den ganzen Tag: Neben dem Unterricht gibt es auch Freizeitangebote. | Bild: Maja Tolsdorf

„Aber wir sind alle eins, eine Gemeinschaft“, sagt Schulleiterin Claudia Himmelsbach. Das treffe für Lehrer und Schulkindbetreuer ebenso zu, wie für die Schüler. Die Betreuung hat sich stetig weiter entwickelt: Während der Fokus anfangs auf dem Mittagessen lag, hat sich später ein sozialpädagogischer Schwerpunkt herausgebildet. Dafür brauche es laut Keil Fachkräfte, es gehe nicht nur um Versorgung. Es soll eine Bindung entstehen, um die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder zu fördern.

Doch an Fachkräften mangelt es, vor allem im Hinblick auf die Zukunft und den Weiterentwicklungsauftrag der GTS, den das Land Baden-Württemberg vorgibt. Zudem haben Eltern ab 2026 einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung ihrer Kinder, auch in den Ferien.

Die Stadt hat reagiert und eine Vollzeitstelle für einen Koordinator geschaffen, erklärt Vanessa Hünerli (Leiterin Schulen und Sport). Seine Aufgabe wird es sein, Standards für die Schulkindbetreuung zu definieren und Qualifikationen für das Personal anzubieten. Zudem ist er Schnittstelle zwischen Schulkindbetreuung, Stadt und Schule.