Trotz der Corona-Pandemie war im Sommer wieder Leben in die Gastronomiebetriebe eingekehrt, insbesondere wenn sie einen Außenbereich haben. Doch die lauen Sommernächte sind vorbei und auch tagsüber kann es schon zum Frösteln kühl sein. Für die von der Pandemie schwer getroffene Gastronomie macht der Jahreszeitenwechsel die Sache nicht einfacher. Diese Zeitung hat sich stichprobenartig in der Fußgängerzone in Rheinfelden und in den Ortsteilen umgehört, wie sich die Wirte auf den Herbst vorbereiten.

In den vergangenen Monaten war der Außenbereich des „Landgasthofs Maien“ in Eichsel gut besucht, manchmal bis zur Kapazitätsgrenze. Die Umsätze waren nicht schlecht, sagt Oliver Börner, der den Maien führt. „Der Trend war aber, dass, wenn es draußen keine Plätze mehr gab, die Gäste lieber nicht gekommen oder wieder gegangen sind, als dass sie sich rein gesetzt hätten“, so Börner. Am ersten Tag mit schlechtem Wetter seien auch im „Bistro“ die Umsätze sofort zurück gegangen, sagt Betreiber Oliver Dürrholder.

Kaum jemand kommt herein

Auch die Sitzplätze vor dem „Public Pub“ wurden in den vergangenen Wochen noch gut angenommen, während sich kaum jemand hinein setzte, berichtet Wirt Ralf Scholz. „Ich denke, dass viele vorsichtig sind wegen Corona und nicht rein kommen“, meint er. Mit dem Kundenzuspruch zufrieden angesichts der Corona-Pandemie war bislang auch Salvatore Alu vom Restaurant „Da Giacomo“. „Wir konnten einen guten Umsatz erzielen und sind ein bisschen gewappnet“, meint Alexandra Mussler, Wirtin des „Storchen“ in Riedmatt.

Skepsis gegenüber Heizpilzen

„Ich bin kein Freund von Heizpilzen. Da bin ich zwiegespalten zwischen Ökogedanke und Umsatzsicherung“, sagt Börner. Er denkt über Infrarotstrahler nach, ist aber noch zurückhaltend bezüglich der Investition. Unter den Sonnenschirmen wurde eine Beleuchtung angebracht und Decken für die Gäste wurden gekauft. Anders als in den Vorjahren will Börner die Außenbestuhlung stehen lassen.

Heizstrahler als Alternative

Auch im „Bistro“ gibt es Kissen und Decken für die Gäste. Die Anschaffung von Heizpilzen will Dürrholder erst noch abwarten, bis die Rechtslage sich geklärt hat. Die Genehmigung fällt der Kommune zu. Eine Anschaffung von Heizstrahlern kann er sich dann vorstellen. Wichtiger wäre ihm eine Erlaubnis zur Erweiterung der Außenbestuhlung. „Am liebsten wäre es mir mit Heizstrahlern“, sagt Scholz. Er hat schon Elektro-Heizstrahler bestellt und will mit der Stadtverwaltung noch klären, ob er nicht auch einen Pavillon vor dem „Public Pub“ aufstellen kann. Da vor dem „Da Giacomo“ die Baustelle für das Fernwärmenetz eingerichtet wurde, gibt es nur noch vier Tische auf dem Balkon. Wenn die Baustelle wieder verschwindet, ist die Zeit vorbei, draußen zu sitzen, meint Alu. Heizpilze will er nicht anschaffen. Heizpilze jetzt anschaffen, will auch Mussler nicht, da diese schon nächstes Jahr wieder verboten sein könnten. Decken gibt es für die Gäste im Außenbereich des „Storchen“, wo auch ein großes Stoffdach ausgefahren werden kann.

Für Durchlüftung ist gesorgt

Die Gäste können sich aber auch im Inneren der Gastronmiebetriebe sicher fühlen. „Frischluft ist für uns kein Problem“, sagt Börner. Der Wintergarten ist voll verglast mit großen Fensterelementen, auch die alte Gaststube hat viele Fenster und die Nebenräume werden mit einer Anlage be- und entlüftet. Über große Fenster kann auch das „Bistro“ schnell durchgelüftet werden. Prinzipiell steht immer eines offen, sagt Dürrholder. Er bedauert, dass die Weihnachtsfeier im „Bistro“, wo sich sonst bei einer 300-prozentigen Belegung eine Masse vor dem Lokal drängte, dieses Jahr ausfallen muss.

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Im „Public Pub“ gibt es im Raucherbereich einen Abzug und im Nichtraucherbereich kann durch Stoßlüften schnell die Luft ausgetauscht werden. Das „Da Giacomo“ hat zwei Eingänge, da kann in 15 Minuten richtig durchgelüftet werden. „An angenehmen Tagen bleibt das die ganze Zeit offen“, sagt Alu. Im „Storchen“ können sowohl das Stübchen wie auch das Nebenzimmer gut gelüftet werden. „Da sind wir laufend dran. Wir haben große Fenster, die öffnen wir immer“, sagt Mussler.

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Mussler meint, dass jetzt nicht gejammert werden solle, sondern so gut wie möglich weitergearbeitet wird, und Alu hofft auf die Rückkehr zur Normalität. Er geht aber davon aus, dass das erst mit einem Impfstoff passieren wird.

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