Wahlen und Ehrungen standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr Rheinfelden. In seinem Amt bestätigt wurde der stellvertretende Stadtkommandant Marc Thoma. Mit der Wahl von David Sommer in das neu eingerichtete Amt des dritten Stellvertreters wurden die Voraussetzungen für gewichtige Veränderungen in der Kommandostruktur der Rheinfeldener Feuerwehr geschaffen.

Der aus Magdeburg stammende 43-jährige Berufsfeuerwehrmann ist seit 2019 in Diensten der Stadt. Im März beendete er seine Ausbildung im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst. In rund eineinhalb Jahren wird er den aus Altersgründen ausscheidenden Stadtkommandanten Dietmar Müller beerben und als hauptamtlicher, von der Stadt Rheinfelden bestellter und besoldeter Kommandant fungieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Dafür, dass mit der Professionalisierung der Kommandostruktur für die Feuerwehrkameraden ein Stück Wahlfreiheit und Mitbestimmung verloren geht, könnten 18 (von 136 Wahlberechtigten) in der geheimen Wahl abgegebene Nein-Stimmen ein Indiz sein. Andeutungen von kritischem Diskussionsbedarf, der sich an einer Wortmeldung aus dem Plenum zeigte, schob Kommandant Müller einen Riegel vor: „Ich werde das hier jetzt nicht diskutieren.“ Für den zweiten Stellvertreter Thoma stimmten 107 Wahlberechtigte mit Ja (23 Nein-Stimmen).

Auf Seiten der Stadtverwaltung scheint die Vorfreude auf den hauptamtlichen Feuerwehrchef groß zu sein. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt kündigte den vorsorglichen Brandschutz als einen der Schwerpunkte in der Zusammenarbeit mit Sommer an. Großes Lob zollte der Bürgermeister der Feuerwehr. In den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie habe sie „ihren Mann und ihre Frau gestanden“, so Eberhardt. „Auf ihre Sicherungssysteme kann sich die Gesellschaft verlassen“, fügte er hinzu.

Ehrungen und Beförderungen bei der Feuerwehr

Mit dem geplanten Zentralen Gerätehaus an der Römerstraße, das einen Kostenrahmen von 14,5 Millionen aufweist, soll die zukunftsweisende Weiterentwicklung der Rheinfeldener Feuerwehr auch ihre bauliche Entsprechung finden. In seinem Bericht konnte Thoma für das Jahr 2020 das Ende der Entwurfsphase, den Spatenstich für die Tiefbau- und Kanalarbeiten sowie den Eingang eines positiven Förderbescheides in Höhe von 1,15 Millionen Euro melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch OB Eberhardt zeigte sich mit der Entwicklung beim neuen Gerätehaus zufrieden. Besonders freute es ihn, dass „die Förderbedingungen verbessert werden konnten“. Keine guten Nachrichten hatte er hinsichtlich der Bautätigkeit selbst. Durch Verzögerungen beim Bau der Autobahn stocke auch die Arbeit am Anschlusskreisverkehr der B136, wo die Alarmausfahrten des künftigen Gerätehauses geplant sind.

Dass die Corona-Pandemie nach den Worten von Kommandant Müller, „alles, was wir kannten, auf den Kopf gestellt hat“, zeigte sich auch an den Formalia des Abends. Aufgrund der 2020 abgesagten Hauptversammlung standen die Tätigkeitsberichte für zwei Jahre auf der Tagesordnung. Die Berichte vermittelten zwar den Eindruck, dass die Feuerwehr bisher relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen ist. Neben dem deutlichen Stau bei der Ausbildung hat Corona jedoch vor allem beim Nachwuchs negative Spuren hinterlassen. „Die Jugend wurde sehr gebeutelt“, kommentierte Stadtjugendfeuerwehrwart Rene Stach die deutlich sinkenden Zahlen.

Das könnte Sie auch interessieren