Als der sichtlich erfreute Oberbürgermeister Klaus Eberhardt am Sonntag die Besucher des Blasmusikherbstes 2020 im Tutti-Kiesi-Park willkommen hieß, hat er nicht mit Vorschusslorbeeren gespart. „Spitzenklasse, was sich die Vereine da vorgenommen haben“, lobte er. Goldenes Oktoberwetter wollte sich zwar nicht einstellen. Um die Wette strahlten dafür die Akteure der Musikvereine aus Degerfelden, Adelhausen und Herten angesichts ihrer Freude über den ersten Auftritt in diesem Jahr.

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David Kuder war begeistert: „Ihr seid das tollste Publikum 2020.“ Einen spitzbübischen Humor kann man dem Vorstandsmitglied und Trompeter des Musikvereins Degerfelden nicht absprechen. Bedingt durch Pandemie und Lockdown waren die immerhin 100 Gäste, die am Sonntag den Weg in den Tutti-Kiesi-Park gekommen waren, das einzige Publikum in diesem Jahr.

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Der Musikverein Degerfelden, der den Reigen eröffnete, hatte ein kleines Handicap zu meistern. Wegen des Pandemie-Lockdowns hatte sich Dirigent Gordon Hein bereits auf eine längere Auftrittspause eingestellt und mit dem Proben für das Sommerrepertoire 2021 begonnen. Dank des kurzfristig angesetzten Blasmusikherbstes kamen Publikum und Fans nun in den Genuss zahlreicher neuer „Schmankerl“. Befürchtungen, wonach die Zeit für die Proben etwas zu kurz ausgefallen sein könnte, waren jedoch unbegründet.

Applaus tut gut

Den Vortrag von Stücken wie etwa „Liverpool Sound Collection“, „Pop City“, einem melodiösen Marsch aus der Feder der Egerländer unter dem Titel „Blas‘ Musik in die Welt“ oder eine Bearbeitung von Tom Jones‘ „It‘s Not Unusual“ haben die Musiker bravourös gemeistert. Der verdiente, kräftige Applaus verfehlte seine Wirkung auf den Dirigenten nicht. „Wie gut doch der Applaus tut“, bedankte sich ein gerührter Gordon Hein bei seinem Publikum. Man merke, dass dieser von Herzen komme. „Wer weiß, ob wir in diesem Jahr noch einmal einen Applaus hören werden“, fügte er hinzu.

Sicherheitskonzept

Wann die Musikvereine wieder mit einer Normalisierung des Kulturbetriebes rechnen können, bleibt abzuwarten. Veranstalter und Stadt Rheinfelden haben in puncto Corona-Sicherheits- und -Hygienemaßnahmen alles bestens organisiert und nichts dem Zufall überlassen. Und als habe es gegolten, den Musikvereinen für den Rest des Jahres Mut zuzusprechen, geizte das Publikum am Sonntag auch nicht mit Beifall.

Beliebte Titel

Dafür sorgten aber auch die Leistungen der Musiker aus Adelhausen. Unter der Leitung von Gerald Blüss erklangen „It‘s Rainig Men“ und Peter Maffays „Nessaja“. Nach einem Medley mit Melodien von Nena-Hits, darunter „99 Luftballons“, „Leuchtturm“ und „Nur geträumt“, folgte eine Reihe von Märschen und Polkas, die Fans der zünftigen Blasmusik auf ihre Kosten kommen ließen.

In guter Form präsentierte sich trotz längerer Pause auch der Musikverein Herten. Unter der Leitung von Céline Pellmont präsentierte das Orchester unter anderem beliebte Stücke wie „Midnight Dancer“, „Besame Mucho“ oder „Hands Across The Sea“.

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