Die Inklusivkooperation der Kindertagesstätte (Kita) Kunterbunt und des Schulkindergartens der Karl-Rolfus-Schule in Rheinfelden läuft seit drei Jahren erfolgreich. Kinder mit Behinderung erleben Teilhabe und die Erzieherinnen sind mit dem Modell zufrieden. Die Corona-Pandemie hat die Kooperation aber erschwert.

Im Sozialausschuss wurde über die Kooperation informiert. „Wir haben die Intensivkooperation seit Februar 2018“, erklärte Simone Fuchs, Abteilungsleiterin frühkindliche Bildung und Betreuung. Sie führte die gesetzlichen Grundlagen zur Inklusion behinderter Kinder aus, die die Grundlage für die Zusammenarbeit des städtischen Regelkindergartens und des sonderpädagogischen Schulkindergartens bilden. Schulkindergärten sind ein besonderes Konstrukt in Baden-Württemberg, da sie den Schulen und den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren zugeordnet sind, erklärte Birgit Hehl, Schulleiterin der Karl-Rolfus-Schule. Eine erste Kooperation wurde 2015 mit der Kita Innocel in Lörrach aufgenommen. Die Kooperation mit der Kita Kunterbunt profitierte von den dort gemachten Erfahrungen.

Die Kita Kunterbunt

Mit dem Umbau und der Erweiterung der Kita Kunterbunt bot sich auch in Rheinfelden die Möglichkeit, ein inklusives Angebot zu realisieren. Silvia Summ, Leiterin der Kita Kunterbunt, sagte, die Bereitschaft bei den Erzieherinnen sei dafür vorhanden gewesen. In der Kita habe man schon im Vorfeld Erfahrungen gesammelt, etwa mit Kindern, die Sprachauffälligkeiten oder körperliche Behinderungen hatten. Die Kita Kunterbunt wird von 65 Kindern über drei Jahren und 22 Kindern unter drei Jahren besucht. Am Kindergartenalltag nehmen seither sieben Kinder aus dem Schulkindergarten teil. Sechs Gruppenräume, eine Turnhalle, ein großer Raum im Anbau und Funktionsräume bieten die Möglichkeit, dass sich die Kinder mit Behinderungen auch zurückziehen können.

Der Schulkindergarten

Der Schulkindergarten der Karl-Rolfus-Schule hat zwei Gruppen mit jeweils sieben Kindern, die die Kita Kunterbunt und die Kita Innocel in Lörrach besuchen. Pro Gruppe sind zwei pädagogische Fachkräfte, eine Schulassistentin und stundenweise ein Sonderschullehrer sowie eine weitere Fachkraft für Körperbehinderungen im Einsatz, führte Isabella Pöhlmann, die Leiterin des Schulkindergartens, aus. Die Kinder mit Behinderungen sind laut ihrer Aussage vollständig in den Alltag der Einrichtungen integriert und nutzen alle Räume.

Kostenersatz

Der Schulkindergarten erhält pro Kind einen Sachkostenzuschuss vom Land Baden-Württemberg, der teilweise an die Kommune abgeführt wird. „Von Anfang an ist die Zusammenarbeit geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder“, sagte Pöhlmann. Anfangs habe es seitens der Kita-Eltern Bedenken gegeben, diese hätten sich aber längst in Nichts aufgelöst. Die beiden Teams stehen in engem Austausch und zwischen den Kindern haben sich Beziehungen entwickelt. Teilhabe und Inklusion finden statt, erklärte Pöhlmann weiter.

Die Kooperation

Die Corona-Pandemie erschwert die Kooperation von Kita und Schulkindergarten. Zeitweise konnte nicht inklusiv gearbeitet werden. In der Kita wurden drei Gruppen in je zwei Gruppenräumen eingerichtet, erklärte Summ. Das offene Konzept, bei dem sich die Kinder in der ganzen Einrichtung bewegen konnten, musste ausgesetzt werden. Begegnungen finden nur noch in kleinerem Rahmen statt, auch die konzeptionelle Arbeit der beiden Teams gestalte,t sich schwierig. „Wir blicken aber positiv in die Zukunft“, versicherte Summ. Sie führte aus, dass die Intensivkooperation bei den Erzieherinnen gut ankomme, während Erzieherinnen anderer Einrichtungen, wo Inklusionskinder nur stundenweise von Fachpersonal begleitet werden, damit weniger zufrieden seien.