Die Holz- und Steinbaracken in der Schildgasse, die als Gemeinschaftsunterkunft (GU) zur Unterbringung Geflüchteter dienen, gehören bald der Vergangenheit an. Wie berichtet, wird der Landkreis auf dem Gelände fünf Häuser in Holzständerbauweise errichten, wo künftig 350 geflüchtete Menschen vorübergehend wohnen können. Die Kosten von zwölf Millionen Euro übernimmt das Land.

„Würdige Unterbringung„

Dass sich der Landkreis entschieden habe, die Schildgasse weiterzuentwickeln, sei eine gute Nachricht, so OB Klaus Eberhardt in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Denn eine „würdige Unterbringung“ sei in den Gebäuden nicht mehr gewährleistet. „Die sind einfach hin“, befand auch Gerhard Blattmann, Fachbereichsleiter Planung und Bau im Landratsamt, der den Mitgliedern des Ausschusses die Neubaupläne vorstellte. Gebaut wird in drei Abschnitten. „Wir müssen so vorgehen, weil die Unterkunft während des Baus bestehen bleibt.“ Der erste Abschnitt erfolgt bereits nächstes Jahr auf dem bislang unbebauten Grundstück an der Schildgasse. Ist dieser fertig und bezugsbereit, folgt der Abriss der Baracken. Gänzlich fertig wird die GU 2023 sein.

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Gebaut werden fünf gleiche Gebäude mit je drei Geschossen sowie ein Nebengebäude für Müll und Fahrräder. Vier Gebäude sind reine Wohngebäude, ein weiteres enthält zusätzlich Verwaltungs- und Gemeinschaftsräume. „Das ist kein Luxus, aber angemessen“, befand der OB. Jürgen Räuber bezog für den Ortschaftsrat Karsau, auf dessen Gemarkung die GU liegt, Stellung. „Wir finden es nötig und gut, dass sich dort die Verhältnisse ändern.“ Die Baracken hätten eine wechselvolle Geschichte. Die aus Stein seien unter den Nationalsozialisten entstanden, Zwangsarbeiter mussten dort hausen, später dienten sie zur Unterbringung von Kriegsgefangenen. „Ich bitte darum, ernsthaft zu prüfen, ob man eine dieser Baracken erhalten kann.“ Blattmann erklärte, dass man darüber mit ED reden könne, in deren Besitz die Baracken zurückgehen. Erhalten bleibt auf jeden Fall der Radweg, der von der Schildgasse Richtung Karsau führt. Dafür hat sich die Stadt in Verhandlungen mit ED sehr eingesetzt, so der OB auf Nachfrage von CDU-Rat Dieter Meier.