Die Adelbergkirche wird einen neuen Patron und einen neuen Namen erhalten: Die älteste Kirche der Kernstadt von Rheinfelden wird seit Jahrzehnten von der alt-katholischen Gemeinde genutzt; 2024 wird sie 125 Jahre alt. Bis dorthin hofft Pfarrer Armin Strenzl, dass die geplante Innensanierung abgeschlossen sein wird und die Kirche auf den neuen Namen „St. Jakobus am Adelberg“ geweiht werden kann.

„Die Adelbergkirche liegt an einer Alternativroute des Jakobswegs von Waldshut nach Vézelay in der Bourgogne, die vom Schweizer Rheinfelden über die Rheinbrücke und weiter Richtung Basel führt“, erklärt Strenzl: „Der Name bietet sich an: Etliche Kirchen am Jakobsweg heißen St. Jakobus; und umgekehrt kann man davon ausgehen, dass eine Jakobskirche am Jakobsweg liegt.“ Außerdem, meint der Pfarrer halb im Spaß, sei das Patrozinium des Heiligen Jakobus am 25. Juli: „Der Termin liegt im Sommer, aber noch vor den Ferien.“

Für Armin Strenzl ist der Name auch eine Verstärkung des Gemeindemottos seit 2019 „Kunterbunt gemeinsam unterwegs auf neuen Pfaden“. Weg und Kirchen sind nach Jakobus dem Älteren benannt, dem „Herrenbruder“, der außerhalb der katholischen Kirche als leiblicher Bruder oder Halbbruder Jesu gilt. Seine Heiligenattribute sind die Muschel und der Stab; die Muschel heißt wiederum nach ihm Jakobsmuschel.

Strenzl könnte sich vorstellen, die Stempelstelle für die Jakobspilger im Vorraum der Kirche unterzubringen, die wegen Gefahr auf Sachbeschädigung immer geschlossen ist. Bisher ist der Stempel bei der Tourist-Information hinterlegt. Dort wurde er aber laut Stadtsprecherin Silvia Waßmer „in den vergangenen Jahren sehr selten angefragt“.

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Dass vor allem katholische Kirchen topographische Namen haben, kommt selten vor. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt begrüßt auf Nachfrage auch den neuen Namen, „der sich nicht auf eine Ortsangabe beschränkt“. Mit dem neuen Namen erhoffe er sich auch, den Bekanntheitsgrad für den Jakobsweg durch Badisch-Rheinfelden zu erhöhen. „St. Jakobus am Adelberg“ war laut Strenzl „schon vor einigen Jahren“ die Idee des OB.

Die Frage, ob der OB sein Versprechen gehalten habe, die Wohnbebauung werde die Sicht auf die Kirche von der Rheinbrücke her nicht einschränken, müsse dieser selbst beantworten, meint Strenzl diplomatisch. Ihn störe nur das Haus direkt an der Ostseite der Kirche: „Das Licht im Altarraum ist dunkler geworden.“ Eberhardt sagt auf Anfrage: „Bedauerlicherweise wurden die Pläne für ein schlankeres, dafür höheres Gebäude an der Ecke Rheinbrückstraße abgelehnt.“ Das Umfeld der Adelbergkirche habe sich dennoch mit der neuen Treppe verbessern können, findet der Oberbürgermeister: „Dadurch ergeben sich bessere Einblickmöglichkeiten für das kleine Kirchlein.“

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Das Kirchengebäude ist im Besitz der Stadt, die die Außensanierung im Herbst 2020 abschloss. Für den Innenbereich sind die Alt-Katholiken zuständig. Laut Strenzl werden Altar, Ambo, Priestersitz und Kreuz erneuert. Der Osterkerzenständer wird mit einem neuen mit Tabernakel ausgetauscht. Die Möbel sind bereits erworben. Das neue Holzkreuz werde kein Kruzifix sein, aber „Wundmale“ enthalten, erklärt Strenzl: „Das Holz stammt aus einem Stall; an den Löchern waren Kühe angebunden.“ Der Ambo, das Lesepult für die Bibel, ist aus Eisenholz vom Basler Hafen gemacht: Eisenholz ist laut Strenzl rötlich, sehr schwer und brennt nicht.

Auch die wuchtige, aber nur brusthohe Kanzel im rechten Eck hätte die Gemeinde gerne entfernt, wie Strenzl berichtet; sie stehe aber wie ein Teil der Bänke unter Denkmalschutz. Ganz wichtig sei die Nivellierung des Bodens, um die Altarstufe zu entfernen und die Kirche behindertengerecht zu gestalten. Die Sakristei wird auf die Empore verlegt. Heizung und Beleuchtungskonzept werden neu überdacht. Ob die Adelbergkirche rechtzeitig zum Jubiläum saniert werden kann, ist laut Strenzl noch unsicher: „Corona und der Tod unseres ,guten Geistes‘ Werner Nuß haben uns zurückgeworfen. Derzeit suchen wir jemanden, der vor Ort Firmen sucht und Angebote einholt.“

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