Ganz schön was los war am Samstagvormittag rund um den Storchenturm im Schweizer Rheinfelden. Die Störche, die von dort in ihr Winterquartier im Süden fliegen, wurden offiziell verabschiedet – allerdings bekam niemand das Storchenpaar zu sehen, eventuell ist es schon losgeflogen. Dafür gab es jede Menge Infos über die Tiere.

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Traditionell lädt der Verein Natur- und Vogelschutz Rheinfelden (NVR) alle zwei Jahre zur Verabschiedung, die den Namen „Storchen-Pic“ trägt. Viele Bürger nahmen die Einladung an, es gab auch einen Apéro mit internationalen Spezialitäten aus Ländern, die von den Störchen auf ihrem Winterflug überflogen werden. „Es war ein schwieriges Jahr, die Störche haben unter dem nasskalten Wetter gelitten, es hat einige Jungtiere gekostet“, sagte Bruno Gardelli, Storchenverantwortlicher der Nordwestschweiz und Leiter der Storchenstation Möhlin.

Alle Jungtiere gestorben

„Das Rheinfelder Storchenpaar hatte vier Junge in dem Storchenhorst ganz oben auf dem Turm, alle Jungtiere sind nach der kalten Witterung im Frühjahr gestorben.“ Oft würden zwei Junge durchgebracht, „in diesem Jahr war es ein Totalverlust“. Der Mensch könne in solchen Situationen nicht eingreifen. Wegen des Regens konnten die Jungtiere nicht richtig das Fliegen trainieren, da die nassen Flügel zu schwer waren. So mussten einige Jungstörche eingesammelt werden, wenige sind verendet.

Die Störche kommen jeden Frühling zum Brüten nach Europa – meist zum gleichen Nest wie im Vorjahr. Gardelli spricht von einem „stetigen Wachstum“, über 800 Brutpaare gebe es in der Schweiz. „Das ist eine gelungene Wiederansiedlung.“ Diese Tendenz sei aber nicht bei allen Bürgern beliebt, da sich die Tiere auch in Privatgärten niederlassen. Im Basler Zoo waren 37 Brutpaare mit 67 Jungen, beim Kraftwerk in Augst kamen zwei Jungtiere durch, ebenso im Erlenhof in Reinach.

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Am meisten Störche verbringen den Sommer in Möhlin, in 34 Horsten erblickten 61 Junge das Licht der Welt. In Kaiseraugst wurden 19 Horste mit 22 Jungen verzeichnet. Angesichts dieser Zahlen im Vergleich zu Rheinfelden – mit nur einem Storchenpaar – denkt Albi Wuhrmann vom Verein NVR darüber nach, Nistgelegenheiten an exponierten Stellen in der Zähringerstadt anzubieten.

Die meisten fliegen nach Spanien

All jene Störche, die schon ins Winterquartier losgezogen sind, seien westlich unterwegs, so Gardelli. „Die meisten fliegen nach Spanien, sie überwintern vorwiegend auf Mülldeponien, hier finden sie genügend Nahrung.“ Zum Schluss stellte Barbara Saladin ihr Buch „Bianca und Pico“ vor: Die Geschichte des Storchenpaares spielt in der Storchenstation Möhlin.

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