Frau Krickl, haben Sie noch einen Sommerurlaub geplant?

Als Touristiker kann man im Sommer eigentlich keinen Urlaub machen (lacht). Aber ich habe Ende September frei und tatsächlich eine Reise gebucht. Ich hoffe, dass sie stattfinden kann.

Köln statt Kreta denken sich viele Deutsche und erkunden ihr eigenes Land. Heißt es da auch Rheinfelden statt Rhodos?

Auf jeden Fall. Wir zählen gerade jetzt im August etwa ein Drittel mehr Gäste in der Tourist-Info als noch im Juni und Juli. Da sind viele Deutsche – übrigens vermehrt aus den neuen Bundesländern – dabei, viele Schweizer und auch Niederländer.

Und wo schicken Sie die hin? Was ist die Top-Empfehlung?

Der Rheinuferrundweg, ganz klar. Im Frühjahr haben wir ja die Beschilderung erneuert mit noch mehr Infos. Das mögen die Gäste: Sechs Kilometer laufen, ein bisschen was über die Umgebung erfahren und natürlich auch die Schweizer Nachbarstadt sehen. Aber auch die neue Plattform des Stadtmarketings wird gerne angenommen, wo gebündelt Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten geboten werden. Die Tschamberhöhle ist meist eine Woche im Voraus ausgebucht, auch hier verzeichnen wir viele Touristen, die den Besuch schon von zuhause aus fest einplanen.

2020, bei unserem letzten Gespräch, war gerade die Insolvenz des Schlosshotels Beuggen bekannt geworden. Nun gibt es neue Besitzer – wie ist der Kontakt?

Sehr gut, wir wollen Schloss Beuggen wieder viel stärker in die Vermarktung einbeziehen. Das erste Gespräch war sehr vielversprechend und macht Lust auf mehr. Wir freuen uns, dass auch das Hotel wieder geöffnet hat.

Das heißt, die Bettenzahl in Rheinfelden ist wieder auf dem Niveau von 2019?

Genau, das hat sich eingependelt. Neue sind nicht hinzugekommen. Bei den Ferienwohnungen haben wir keine konkreten Daten, da wir ja keine Kurtaxe haben. Aber in Gesprächen erfahre ich, dass es immer mal wieder Fluktuation gibt und sich der eine oder andere doch entscheidet, wieder fest zu vermieten.

Ein großes Pfund für Rheinfelden, aber auch andere Hochrheingemeinden waren vor Corona Geschäftsreisende. Seit der Pandemie werden viele Meetings nur noch virtuell abgehalten – wie kann man darauf reagieren?

Zum einen glaube ich, dass das schon wieder zunehmen wird, wenn auch vielleicht nicht auf dem gleichen Niveau. Zum anderen dürfen wir uns natürlich nicht auf diesem Gebiet ausruhen. Wir müssen uns touristisch weiterentwickeln und vor allen Dingen wahrnehmen, dass der Tourismus ja da ist. Rheinfelden ist als Ausgangspunkt für einen Urlaub ideal und auch beliebt.

Schlägt sich das auch in den Zahlen nieder?

Sagen wir mal so: Der Juli war fantastisch, trotz des Regenwetters. Der August läuft auch gut. Aber das erste Halbjahr war wegen des Beherbergungsverbots natürlich katastrophal.

Und wie ist die Stimmung jetzt unter den Hoteliers?

Positiv. Sie alle haben sich sehr gut vorbereitet auf die aktuellen Bestimmungen, sind mit allem Notwendigen ausgestattet. Jetzt hoffen wir, dass es nicht zu einer vierten, fünften Welle kommt.

Vor Corona war Bed & Bike ein großes Thema. Knüpfen Sie daran an?

Der Radtourismus ist sehr wichtig für die Region, das vermarkten wir stark. Auch hier ziehen die Hoteliers mit: Alle Gastgeber haben mittlerweile sichere Radabstellplätze oder Lademöglichkeiten für E-Bikes. Und einige halten ein Kontingent an Betten frei, so dass Tourenfahrer abends noch eine günstige Übernachtungsmöglichkeit finden.

Womit beschäftigt sich ihr Team außerhalb des Tagesgeschäfts?

Wir sind in verschiedene Projekte eingebunden, arbeiten eng mit dem Stadtmarketing und der Wirtschaftsförderung zusammen. Dann kommen auch Themen wie das Stadtradeln auf uns zu, welches zuvor vom Klimamanager durchgeführt wurde. Natürlich sind wir auch in den Vorbereitungen fürs Stadtjubiläum, das wollen wir auch touristisch vermarkten. Und mein Ziel ist, dass wir bald eine neue Homepage bekommen.