Finanziell gesehen bleibt der Stadtwald ein Minusgeschäft. Für das Forstbetriebsjahr 2022 rechnet Bernhard Schirmer mit einem Defizit von 197.000 Euro. Wie der Leiter des Forstbezirks Kandern im Gemeinderat erklärte, könne man dies aber nicht gegen die vielfältigen Funktionen aufrechnen, die der Wald erfülle. Nach drei extrem trockenen und heißen Jahren hätte der nasse Sommer 2021 zu einer gewissen Entspannung geführt. „Atemholen für den Wald“, so beschrieb Schirmer die aktuelle Situation. Aufgrund der vielen Niederschläge im Jahr 2021 sei der Waldboden mittlerweile bis in eine Tiefe von etwa 70 Zentimetern durchfeuchtet, was nach den zurückliegenden Extrem-Jahren eine Verbesserung sei. „Aber für Tiefwurzler reicht das noch nicht.“

Schirmer griff in seiner Präsentation die aktuelle Diskussion um die Klimaschutzziele in Deutschland, aber auch der Stadt auf. Diese will, wie berichtet, bis ins Jahr 2030 den CO2-Ausstoß halbiert haben, bis 2050 klimaneutral sein. „Der Rheinfelder Wald speichert mehr als 9000 Tonnen CO2 pro Jahr“, erklärte Schirmer. Um diese wichtige Funktion auch in Zukunft ausführen zu können, muss der Wald klimastabil umgebaut werden – und das kostet. Mehr als 200.000 Euro sind im kommenden Jahr für Kultur- und Bestandspflege vorgesehen, rund 11.000 verschiedene Bäume sollen gepflanzt werden und zwar möglichst viele verschiedene Arten, die als trockenheitstolerant gelten, wie Eichen, Ahorn oder auch verschiedene Wildobstsorten. Für die Aufforstung gibt‘s auch Fördermittel.

Um die Jungpflanzen gut über die ersten Jahre zu bekommen, müssen die Waldarbeiten die Pflanzflächen regelmäßig freihalten, etwa gegen Brombeeren, die sonst in rasender Geschwindigkeit alles zuwuchern. Paul Renz (CDU) lobte diesen Ansatz und erklärte, dass die Jungsbestandspflege im Vergleich zu früher an Bedeutung gewonnen habe. Heiner Lohmann (Grüne) verwies auf die zahlreichen Kahlflächen, die durch Trockenheit oder Schädlinge entstanden seien. „Diese müssen wir wieder aufforsten, um den Wald als Klimasenke zu erhalten.“

Der Wald ist für die Rheinfelder aber auch als Naherholungsziel wichtig, während der Corona-Pandemie hat diese soziale Funktion noch zugenommen und damit der Druck auf die Fläche. Die Instandsetzung der Wege und die Verkehrssicherheit verursacht Kosten, während die Einschränkungen in der Bewirtschaftung die Erträge mindert. Für die Wegeunterhaltung sind insgesamt 46.000 Euro eingeplant, den Löwenanteil machen hier Sachkosten aus. Weitere 39.000 Euro fließen in die sogenannte Erholungsvorsorge und Schutzmaßnahmen, wie der Entnahme von geschädigten Bäumen an stark frequentierten Wegen.

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