Nordschwabens Ortschaftsrat spricht sich gegen den geplanten Waldkindergarten aus. Mit zwei Nein-Stimmen von Andreas Nußhart und Dietmar Kiefer, zwei Ja-Stimmen von Ortsvorsteher Sven Kuhlmann und Uwe Kuhlmann und der Enthaltung von Stefan Kuny gab es eine Pattsituation, was eine Ablehnung zur Folge hatte.

„Das kann doch nicht sein“, so die enttäuschten Eltern, die an der Ortschaftsratssitzung teilnahmen. Die Antwort des Oberbürgermeisters: „Doch das ist so.“ Gleich zu Beginn sagte Ortsvorsteher Sven Kuhlmann: „Ich für mich selber bin für den Waldkindergarten, da die Bürger, die Anwohner ihn sich wünschen.“ Das Thema „Waldkindergarten in Nordschwaben“ hat Klaus Eberhardt zur Chefsache gemacht. Am Montagabend kam er zusammen mit Simone Fuchs, Abteilungsleiterin Frühkindliche Bildung und Betreuung, in Rheinfeldens kleinsten Ortsteil. Elf Bürger nahmen an der öffentlichen Sitzung teil.

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Der Sozialausschuss hat im März dieses Jahres der Errichtung eines Waldkindergartens in Nordschwaben zugestimmt. Daraufhin hat der Ortschaftsrat das Vorhaben abgelehnt. Zwar begrüßte dieser die Absicht, erachtet den vorgeschlagenen Standort allerdings als ungeeignet. In den darauffolgenden Monaten wurde das Thema von der Stadtverwaltung intensiv bearbeitet und zusammen mit dem Ortschaftsrat alternative Standorte definiert und bewertet. Auch konnten Gelder für den Waldkindergarten im laufenden Haushaltsjahr eingestellt werden. Vom Regierungspräsidium Freiburg kam für den Standort ein Zuwendungsbescheid von 63.575 Euro. Die Investitionsmaßnahme ist innerhalb von sechs Monaten zu beginnen und spätestens bis Ende Juni 2022 abzuschließen.

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Simone Fuchs Präsentation zeigte, dass die Kriterien für den Waldkindergarten sprechen. Die Werbung für den Waldkindergarten in Nordschwaben kam allerdings nicht bei allen Ortschaftsräten gleichermaßen an. Stefan Kuny erhob sich von seinem Platz und stellte bei dem Ortsvorsteher den Antrag auf Unterbrechung der Sitzung. Die Ortschaftsräte haben sich daraufhin in einen separaten Raum zurückgezogen um das Thema nicht öffentlich zu besprechen. Nach zehn Minuten gaben vier Ratsmitglieder und eine Gemeinderätin ihre Statements ab.

Enorme Nachbesserung

Uwe Kuhlmann: „Bei dem neuen Konzept sehe ich eine enorme Nachbesserung. Standort Nummer drei erscheint mir auch der Geeignetste, hier ist die Rettungszufahrt gewährleistet und es wird am wenigsten in den Wald eingegriffen.“ Andreas Nußhart: „Wir reden von 20 Kindergartenplätzen und haben keine Zusicherung, dass alle Kinder aus Nordschwaben in diesem Waldkindergarten Platz haben. Der Standort Nordschwaben ist weit weg von Rheinfelden. Ich sehe dabei keinen Vorteil für uns. Es wird viel Autoverkehr geben und eine deutliche Mehrfrequentierung von Nordschwaben. Zentraler an der Stadt halte ich für passender.“ Dietmar Kiefer mit Blick zu den anwesenden Eltern: „Ihr werdet streiten, wenn nur die Hälfte der Kinder einen Platz bekommen und die Kinder wieder auswärts müssen. Darüber wird schon jetzt geredet.“ Stefan Kuny vertrat dieselbe Ansicht wie Kiefer und Nußhart, sagte dann aber: „Ich enthalte mich.“

Rita Rübsam

Als letzte Rednerin ergriff Rita Rübsam das Wort. Sie begann mit der Erklärung: „Viel möchte ich nicht sagen, da ich einen Brief erhalten habe, in dem ich gebeten werde, in meiner Funktion als Gemeinderätin in den Ortschaftsratssitzungen grundsätzlich das Wort nicht zu ergreifen.“ Das Thema Waldkindergarten ist der ehemaligen Ortsvorsteherin aber so wichtig, dass sie dennoch sprach: „Ein Waldkindergarten passt auf den Dinkelberg. Wir werben mit unserer schönen Natur und gerade diese könnte man in einer solchen Einrichtung 20 Kindern näherbringen, wo doch Betreuungsplätze fehlen. Sicherlich gehen nicht alle Kinder aus dem Ort in den Waldkindergarten, aber ich sehe hier auch eine Entschleunigung des Kindergartens Minseln.“ Der Oberbürgermeister wird das Thema jetzt im Gemeinderat vortragen.