Seit im Raum Rheinfelden Salz entdeckt worden ist, wird es zu Bade- und Therapiezwecken genutzt. In der Blütezeit – zur vorletzten Jahrhundertwende – genossen Gäste aus aller Welt die Annehmlichkeiten, die Bade- und Kurhotels boten. Während Salzwasserlösungen bei Schnupfen-, Rachen und Halsentzündungen eine heilende Wirkung bieten, sollen Solbäder bei Beschwerden wie Gicht, Rheuma und Ischias helfen. Die benötigte Sole gelangt seit fast 100 Jahren mittels einer Pipeline zu den Hotels.

In der Anfangszeit bezogen die Hotels die Sole in Fässern per Fuhrwerk von der Saline Rheinfelden. 1896 wurde eine erste Soleleitung zum Solbadsanatorium, heute Reha Rheinfelden, verlegt. Gemäß Konzessionsvertrag zwischen der Saline und dem Kanton Aargau erhielt das Sanatorium die Sole gratis und die Badehotels hatten ein Anrecht auf die Lieferung von Sole zu einem billigen Preis.

Der Bau der Leitungen

Weil der Transport der Sole per Fuhrwerk mühsam wurde, beschloss der Hotelierverein, ein Soleleitungsnetz zu bauen, mit dessen Hilfe die Hotels direkt ab der Saline beliefert werden können. In den Jahren 1924/25 wurde das Soleleitungsnetz geplant und von der Firma Schmelcher realisiert. Die Geschichte dieser Leitungen erzählt Hansjörg Riniker in seinem Beitrag für die Rheinfelder Neujahrsblätter 2021.

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„Ab dem Jahr 1925 sind die Rheinfelder Badehotels mit einem 2335 Meter langen Leitungssystem mit der Saline Rheinfelden verbunden. 1971 erfolgt die 1650 Meter lange Verbindung zur Saline Riburg. Damit ergibt sich 1971 eine Gesamtlänger des Soleleitungssystems von 3985 Metern“, hält Riniker fest.

Aufwendige Pflege

Die Graugussrohrleitung mit einem Durchmesser von 80 Millimetern aus dem Jahr 1925 liegt noch heute größtenteils circa 60 Zentimeter tief im Boden und ist wenig frostgefährdet. Probleme ergeben sich aber durch das Befahren der Straßen mit schweren Fahrzeugen. Austretende Sole verursacht Schäden an Pflanzen und Grundwasser. Der Unterhalt und die Pflege der Pipeline bleibt daher recht aufwendig; für das Bereitstellen und den Unterhalt der Leitung ist immer noch die Firma Schmelcher Sanitär zuständig. Besonders interessant ist dabei: Auf gewissen Abschnitten wird die Leitung auch heute noch teilweise oberirdisch geführt, zum Beispiel beim Rhytörli und beim Stadtbach am Zollrain.

Der harte Kern

Im Laufe der Jahrzehnte verschwanden immer mehr Badehotels und Kurbetriebe. Heute sind die Reha Rheinfelden, das Sole Uno im Park Resort sowie das Hotel „Eden“ mit der Soleleitung verbunden. Vor allem das Sole Uno ist mit einem Jahresverbrauch von 3300 Kubikmetern ein Großabnehmer.