Sie trägt die Sonne im Namen und bringt die Musik zum Leuchten: Die Cellistin Sol Gabetta ist beim Auftaktkonzert zum 17. Solsberg-Festival in der Stadtkirche St. Martin in Rheinfelden/Schweiz mit Applaus im Stehen bejubelt worden. Seit 20 Jahren erfolgreich, ist die Cellistin der Region um ihren Wohnorten Olsberg und Rheinfelden verbunden geblieben. In Rheinfelden hat sie vor mehr als zehn Jahren die Reihe „Klassiksterne“ gegründet. Regelmäßig ist die Rheinfelder Stadtkirche einer der Konzertorte ihres Solsberg-Festivals. „Es ist ein Traum, dort zu spielen“, sagt Sol Gabetta. Klanglich sei die Kirche sehr schön, aber auch visuell inspirierend.

In diesem Jahr wurde in Rheinfelden das Eröffnungskonzert gespielt, bei dem Sol Gabetta mit dem britischen Pianisten Benjamin Grosvenor und dem moldawischen Geiger Ilian Garnetz Kammermusik der Spätromantik aufführte. Noch strömt das Publikum nicht in dem Maß wie vor der Corona-Pandemie, wo ausverkaufte Konzerte die Regel waren. So war die Kirche zum Auftakt nur halb gefüllt, was aber auch daran lag, dass das Programm am Samstag wiederholt wurde. Die anderen Konzerte beim Festival seien „super ausgelastet“, sagte Organisator Christoph Müller. Beibehalten wurde aus der Corona-Zeit, dass das Konzert ohne Pause durchgespielt wurde, um die Konzentration und Spannungskurve bei den Zuhörern und Künstlern nicht zu unterbrechen. Neu ist ein Überraschungsstück außer Programm, in diesem Fall ein Stück aus „Iberia“ von Albeniz, mit dem der Pianist den Abend eröffnete.

Sol Gabetta interpretierte mit ihrem Klavierpartner Benjamin Grosvenor die Violinsonate A-Dur von César Franck in einer Cellobearbeitung. Die Künstlerin zog mit dem dunklen, sonoren, strömenden Klang ihres Cellos in Bann, ebenso mit der Beweglichkeit und geschmeidigen Leichtigkeit ihrer Bogenführung. Sie verlieh dieser Sonate viel Wärme. Dunkle, schwere Kammermusik stand mit Dvoráks Klaviertrio f-Moll op. 65 an, in dem Sol Gabetta mit Benjamin Grosvenor am Flügel und Ilian Garnetz an der Violine erstklassige Partner an der Seite hatte. Entsprechend wurden die Cellistin und ihre Kollegen vom Publikum gefeiert. Die Klassikfans dürfen sich auf den 25. September freuen, wenn Sol Gabetta mit dem Pianisten Bertrand Chamayou zum Stadtjubiläum erstmals im badischen Rheinfelden in der St. Josefskirche auftritt.