In einer Serie stellen wir Kirchen vor. Die St.-Felix-und-Regula-Kirche in Nollingen bietet Platz für 300 Gläubige. Bei einer Erweiterung wurde die Ostausrichtung des Gebäudes in eine Nordausrichtung geändert.

  • Baugeschichte: „Das ist eine sehr alte Kirche“, sagt Anton Frank, Pfarrer im Ruhestand, über die Kirche St.-Felix-und-Regula im Nollinger Oberdorf. „Nach dem Hermann-Steinegger-Buch und dem Basler Urkundenbuch ist schon für 1223 ein Petrus von Rheinfelden als Leutpriester für Nollingen erwähnt.“ 1252 wird die Kirche urkundlich erwähnt. Das Dorf Nollingen wird urkundlich schon 752 erwähnt. Es kann davon ausgegangen werden, dass schon im 8. oder 9. Jahrhundert eine Pfarrei bestand. Beim Basler Krieg 1409 wurde die Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen und bis 1415 wieder aufgebaut. „Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile der Kirche“, berichtet Frank. Die im Gebäude auffindbaren Jahreszahlen 1500, 1574 und 1764 deuten auf Erneuerungen nach Kriegen oder Bränden hin. Der alte Hochaltar von 1732 aus der Barockzeit stammt von der Schreinerei Mors aus Schwörstadt und steht heute noch im alten Chor. Der Maler Adam Wieland fasste ihn in Gold und prächtigen Farben.
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  • Architekt: Über die Erbauer der Kirche ist nichts bekannt. Anfangs war die Kirche nach Osten ausgerichtet, heute bildet der alte Chor eine Seitenkapelle, da die Kirche von 1938 an erweitert wurde. „1938 wurde das alte Langhaus abgebrochen und mit den Erweiterungsarbeiten begonnen“, erklärt Pastoralreferent Matthias Wößner. Aus der Länge der Kirche wurde die Breite gemacht und das Gebäude nach Norden ausgerichtet. Wößner berichtet, die Kirche sei nach dem Abbruch 1938 nach Plänen von Bernhard Müller-Ruby aus Freiburg umgebaut worden. „Durch den Krieg dauerte es aber, bis alles fertig war.“ Erst 1946 weihte Weihbischof Wilhelm Burger die Kirche. Der Friedhof lag einst um die Kirche herum und wurde 1882 verlegt. „Das war ein wichtiger Schritt für den Neubau von 1938. Pläne für die Erweiterung gab es schon seit 1860“, erklärt Wößner.
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  • Besonderheiten: Bei der Renovierung 1979 schuf Künstler Leonhard Eder Altar, Tabernakel, Ambo und Sedilien aus Jura-Kalkstein neu. 1995 wurde eine Orgel der Firma Jann beschafft. Die Glocken wurden 2004 an Holzjochen aufgehängt. „Vorher waren es Eisenjoche. Eine Glocke ist mal im Eck gelegen, aber zum Glück nicht bis nach unten durchgerauscht“, erinnert sich Frank. Bei der Renovierung des barocken Altars mit den Heiligenfiguren Felix und Regula wurde die ursprüngliche Bemalung wiederentdeckt. „Das war eine große Überraschung, weil der Altar sehr hell, freundlich und farbenprächtig war“, meint Wößner.
Der barocke Altar von 1732 ist wieder farbenprächtig wie früher.
Der barocke Altar von 1732 ist wieder farbenprächtig wie früher. | Bild: Horatio Gollin
  • Das zwischen Kirche und Pfarrhaus aufgehängte zerbrochene Friedhofskreuz ist das älteste der Stadt aus dem Jahr 1754, erklärt Wößner. Eder restaurierte es 2011. Für den Erhalt des Kreuzes hatten sich Friedrich Merkt und Günther Heuchemer eingesetzt. Über dem Kircheneingang hängt eine sandsteinfarbene Christopherus-Statue, die fälschlicherweise immer wieder als Josefstatue gedeutet wird, erzählt Wößner.
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  • Name: „Die Patrone von Zürich sind auch unsere Kirchenpatrone Felix und Regula“, erklärt der Pfarrer in Ruhestand Anton Frank. „Die stammten eigentlich aus Ägypten und gehörten der Thebaischen Legion an.“ Die dem christlichen Glauben angehörende Legion war nach Gallien gekommen. „Dort gab es eine Metzelei, als die Christen nicht, wie vom römischen Kaiser befohlen, dem Kriegsgott opfern und gegen andere Christen vorgehen wollte“, erzählt Frank. Felix und Regula entkamen und reisten nach Zürich, wo sie für den christlichen Glauben wirkten. Am 11. September ist das jährliche Fest der Heiligen, in Nollingen wird es meist am zweiten Sonntag nach den Sommerferien mit einem Pfarrfest gefeiert.
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  • Nutzung: Die St.-Felix-und-Regula-Kirche wird als eine Pfarrkirche für Gottesdienste, Hochzeiten und Taufen genutzt. Da die Akustik in der Kirche sehr gut ist, fragen auch Chöre für Veranstaltungen an, erzählt Frank. Als Ort des Gebets ist sie täglich geöffnet. Eine besondere Nutzung erfuhr in der Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945) der frühere Kohlenbunker, erzählt Pastoralreferent Matthias Wößner. Der zwischen 1935 und 1967 dort tätige Pfarrer Karl Hund hatte sich kritisch gegenüber dem Regime geäußert und Schüler aufgefordert, nicht den Führern der Hitler-Jugend zu folgen, woraufhin ihm untersagt wurde, Religionsunterricht zu erteilen. Wößner: „Da hat er in diesem Bunker Religionsunterricht und Vorbereitungen zur Erstkommunion durchgeführt.“