Eine kritische bis ablehnende Haltung haben die Hertener Ortschaftsräte in der jüngsten öffentlichen Sitzung am Montag in Bezug auf den Bauantrag eines Eigentümers im Hertener Tankstellenareal an der Bahnhofstraße eingenommen. Dieser hatte im Rahmen eines Bauantrags die Nutzungsänderung einer Teilfläche eines Geschäfts für Tabakwaren in einen Imbiss mit Straßenverkauf, unmittelbar gegenüber einer der Zapfanlagen im Tankstellenbereich, beantragt.

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Ortsvorsteher Frank-Michael Littwin erläuterte im Rahmen des Bauantrages, dass nach Auskunft der Baurechtsabteilung entsprechende Stellungnahmen der Fachämter hinsichtlich der gewerblich- und gaststättenrechtlichen Zulässigkeit und zur brandschutzrechtlichen Ausgestaltung noch nicht vorliegen würden.

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Mit Kopfschütteln reagierten einige Ortschaftsräte auf den Bauantrag. Markus Hiltensberger sagte für die CDU, dass seine Fraktion im Ortschaftsrat das Anliegen grundsätzlich ablehne. Hiltensberger verwies in diesem Zusammenhang auf die unmittelbare Nähe zu einer Zapfanlage im Tankstellenbereich, die eine Nutzungsänderung eines bisherigen Geschäfts für Tabakwaren verbiete. Der Abstand zu den Zapfsäulen betrage nicht einmal fünf Meter, was einen Imbiss mit Straßenverkauf an jener Stelle unmöglich mache.

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Ortschaftsräte anderer Fraktionen merkten an, dass in Bezug auf die Parksituation im Tankstellenbereich schon jetzt eine rechtswidrige Lage bestehen würde. Tatsächlich würden im Tankstellenbereich vor allem in den Nachstunden zahlreiche hubraumstarke Autos parken, deren Halter keinerlei Parkverbote respektieren würden. Hans Schiffmann (SPD) plädierte daher zunächst für ein Parkplatzkonzept im Tankstellenbereich und bei den anliegenden Gastronomiebetrieben, Wettbüros und Shisha-Bars.

Markus Hiltensberger bezeichnete den Bauantrag schlichtweg als „verrückt“ und sagte, dass er nicht glauben könne, dass so ein Anliegen in unmittelbarer Nähe zu Tankanlagen genehmigt werden könne.

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Dass die Situation im Tankstellenbereich vor allem nachts schon jetzt schwierig ist, konnte man bereits direkt nach der Sitzung des Ortschaftsrates vor Ort feststellen. Parkende Autos, die vielen Tankstellenbesuchern Schwierigkeiten bereiteten, beherrschten die Szene. Zudem gab es Autofahrer zu erleben, die mit hohen Geschwindigkeiten und mit quietschenden Reifen durch das Tankstellenareal fuhren. Festzustellen war außerdem, dass die schnellen Fahrer – zumindest in den Abendstunden des Montags war es so – ausschließlich mit Autos unterwegs waren, die in der Schweiz zugelassen sind. In Gesprächen bestätigten Tankstellenbesucher, die namentlich nicht genannt werden wollen, dass es sich häufig um Fahrzeuge mit Schweizer Kennzeichen handele.

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