In großer Gruppe basteln, werkeln, Stockbrot backen – das ist in der Pandemie fast unmöglich. Das Team vom Rheinfelder Spiel- und Kulturhaus Tutti Kiesi will trotzdem für die Kinder da sein und hat ein coronakonformes Frühjahrsprogramm auf die Beine gestellt. Neu sind ein offener Freizeitnachmittag für Kinder und Eltern, wöchentliches Hüttenbauen und die Ferienbetreuung für Kinder, die es gerade besonders schwer haben.

Der Flyer für das aktuelle Frühjahrsprogramm im Kulturpark Tutti Kiesi an der Werderstraße war schon gedruckt – da stiegen die Inzidenzzahlen wieder. „Wir dachten, bis zu den Osterferien können wir wieder Angebote unter regulären Bedingungen machen“, sagt Leiter Alexander Keil. Doch dann mussten Anfang März die ersten Kurse ausfallen. Sie sollen aber nachgeholt werden, schließlich sei das Team beim Hygienekonzept eingespielt, betont Malte Lindeman, stellvertretender Leiter, denn im vergangenen Herbst konnte noch einiges stattfinden. „Und besonders jetzt ist es wichtig, dass wir ein Angebot machen“, so Keil.

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Auch das Tutti Kiesi selbst entwickelt sich weiter: Gleich neben dem Hüttenbauplatz ist ein Hühnerstall mit fünf bis acht Hühnern geplant. Noch sei die Finanzierung nicht ganz in trockenen Tüchern, aber der Plan sei „so gut wie sicher“. Vermutlich nach den Osterferien sollen die Tiere einziehen, der Stall soll teilweise mit Kindern gestaltet werden. Außerdem sollen Familien Verantwortung für die tägliche Pflege der Hühner übernehmen – „dafür bekommen sie dann auch frische Eier“, sagt Lindemann.

Unter der Woche

Im Kunst- und Werkangebot hat das Tutti Kiesi „Neues und Bewährtes“ auf dem Programm, sagt Keil. Neu ist zum Beispiel das Hüttenbauen, das ab sofort jeden Montag (außer in den Ferien) von 17 bis 18.30 Uhr stattfindet – derzeit noch mit Anmeldung.

Kreativangebote

Je nach Corona-Lage stattfinden sollen auch, so hoffen Lindeman und Keil, einzelne Kreativangebote. In der Holzwerkstatt beispielsweise können Kinder ab acht Jahren an vier Nachmittagen ab dem 15. April einen Bumerang bauen. „Ein Bumerang sieht nicht nur schick aus, sondern wir üben dann auch damit, sodass der zurückkommt“, sagt Lindeman. In der Elektronikwerkstatt bauen Kinder ab acht Jahren an fünf Nachmittagen ab dem 21. April einen Elektrokasten als Ratespiel. Außerdem gibt es Schriftsetzen mit einem alten Setzkasten, Linol-Drucken mit Motiven auf Linoleum und Farbenspiel mit Acrylfarben auf Leinwänden.

Spiele

Nicht möglich sein wird vermutlich der Werk- und Spielnachmittag jeden Freitag. „Eigentlich wollten wir damit jetzt starten“, sagt Keil. „Aber wenn die Inzidenz über 100 steigt, dürfen wir das nicht.“

Am Wochenende

Neu ist auch ein offener Freizeitnachmittag am Wochenende. „Wir möchten, dass die Kinder unsere Infrastruktur mehr nutzen können“, sagt Keil. Einmal im Monat sollen Kinder – und Eltern – kostenfrei und ohne Anmeldung zwischen 11 und 16 Uhr vorbeikommen können und ganz frei die verschiedenen Angebote nutzen: Stockbrot backen, spielen, lesen, basteln, werkeln. „Wir sind überzeugt, dass es diesen Bedarf am Wochenende gibt.“ Ursprünglich sollte das Angebot schon im Januar starten, nun ist der erste Termin auf Sonntag, den 25. April gesetzt.

Zirkus

Außerdem wird es wieder den inklusiven Zirkus-Workshop in Kooperation mit dem St. Josefshaus und dem Zirkus Papperlapapp geben. Allerdings seien die sechs Plätze bereits ausgebucht.

In den Ferien

Für die Osterferien war im Tutti Kiesi ein normales Ferienprogramm geplant – doch die hohen Inzidenzen machen diesen Plan zunichte. Das Team hat sich deshalb eine Alternative überlegt, die auch mit steigender Inzidenz möglich ist: „Kinder in der Klemme, also in schwierigen sozialen Situationen, dürfen wir betreuen“, sagt Keil. Durch die Corona-Pandemie seien noch mehr Kinder sozial benachteiligt – daher sei es gerade jetzt wichtig, diese Kinder zu erreichen, die es nicht leicht haben.

Nach Ostern

In der Woche nach Ostermontag, 5. April, jeweils von 8 bis 16 Uhr, gibt es in Kleingruppen verschiedene Werk- und Bastelangebote. „Es geht dabei vor allem um den Sozialkontakt“, sagt Lindeman. „Falls die Schulen wieder schließen, tut es gut, ein bisschen soziale Kontakte zu tanken.“ Abschrecken könnten wohl die Kosten von 82 Euro, vermutet Keil. Aber wer Schwierigkeiten hat, das Geld aufzubringen, könne sich bei ihm melden, dann werde individuell eine Lösung gefunden.

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Für die kommenden Pfingst-, Sommer- und Herbstferien indes plant das Team mit dem traditionellen Ferienprogramm, bei dem Kinder tage- oder wochenweise angemeldet werden können. Pfingsten wird es in der ersten Woche ein offenes Programm geben, die zweite Woche wird eine Themenwoche sein, in der sich die Kinder für „Spielen und Werken“, „Farbenspiel-Expressionismus“, „Zirkuswelt“ oder „Handpuppentheater“ entscheiden können. Gerade die Ferienprogramme kämen immer gut an, sagt Keil. 2019 habe das Tutti Kiesi insgesamt knapp 3000 Besucher gehabt.