Das Atemschutzgerät wird bei Brand- und Gefahrguteinsätzen angelegt, und wenn unklar ist, ob ein Atemgift vorhanden ist, erklärt Gruppenleiter Daniel Philipp. Es geht dabei um den Schutz der eigenen Atemwege. „Bei mir rüsten sich schon auf der Anfahrt ein oder zwei Trupps mit Atemschutzgerät aus.“ Vier davon sind in der Mannschaftskabine untergebracht. Zwei weitere befinden sich im Ausrüstungsbestand des Fahrzeugs. Sie können vor Ort angelegt werden.

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Ein Fahrzeug ist mit neun Kameraden bemannt. Neben Gruppenführer, Maschinist und Melder besteht die Besatzung aus drei Trupps: dem Angriffs-, dem Wasser- und dem Schlauchtrupp. Die Schwörstädter Feuerwehr besteht aus den zwei Abteilungen Schwörstadt (29 Aktive) und Dossenbach (28 Aktive). In Schwörstadt sind ein Hilfsleistungslöschfahrzeug HLF 20/16 und ein Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS stationiert sowie in Dossenbach ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6.

Mit Maske ist er nur an seinem Namen und den Zeichen wie dem „A“ auf dem Helm zu erkennen.
Mit Maske ist er nur an seinem Namen und den Zeichen wie dem „A“ auf dem Helm zu erkennen. | Bild: Horatio Gollin

Das Atemschutzgerät der Schwörstädter Feuerwehr besteht aus einer an einem Tragegestell befestigten 300-Bar-Druckluftflasche. Ein Druckminderer reduziert am Flaschenventil die Atemluft, die durch einen Schlauch zur Maske geführt wird. Die Vollmaske hat ein Einatem- und ein Ausatemventil. Beim Einatmen wird eine Membran angezogen und die saubere Atemluft aus der Druckluftflasche eingesogen. Beim Ausatmen wird die Membran weggedrückt und verbrauchte Luft übers Ausatemventil abgegeben.

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Je nach Intensität des Einsatzes und körperlicher Fitness des Kameraden reicht die Atemluft in der Flasche für etwa 30 Minuten. Über ein Manometer kann der Druck kontrolliert werden. Bei einem Druckabfall auf 60 Bar warnt ein Pfeifton davor, dass die Atemluft bald verbraucht ist. Um auch Opfer durch verrauchte Bereichen in Sicherheit zu bringen, sind die Fahrzeuge auch mit Fluchthauben mit integrierten Filtern bestückt.

Da es um die Sicherheit geht, wird das Gerät monatlich geprüft und vor dem Einsatz wird eine Kurzprüfung vorgenommen, ob auf den Flaschen auch ein Druck von 300 Bar ist. Nach dem Einsatz werden Maske und Lungenautomat in Rheinfelden gereinigt und desinfiziert. Die Abteilung Rheinfelden wartet die Atemschutzgeräte.

Viele Zusatzausbildungen

Philipp hatte schon als Kind ersten Kontakt zur Feuerwehr, da sein Vater Gerätewart war. Der 32-jährige Schwörstädter trat im Jahr 2000 der Jugendfeuerwehr bei und legte 2006 mit 17 Jahren die Grundausbildung ab. Lehrgänge als Sprechfunker und Atemschutzträger folgten, 2009 machte der Elektromeister den Lastwagen-Führerschein und die Ausbildung zum Maschinisten. 2016 absolvierte der zweifache Vater die zweiwöchige Ausbildung zum Gruppenführer an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Ein roter Strich seitlich auf dem Helm kennzeichnet ihn als Gruppenführer und ein großes A auf der Helmvorderseite als Atemschutzträger.

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„Wenn man die Maske zum ersten Mal auf hat, ist es eigenartig mit der Druckluft“, sagt er. „Es ist ein besonderes Atemgefühl, da man stärker ziehen muss.“ Viele Kameraden empfänden das als beengend. Philipp beschreibt das ähnlich wie das bei einer Taucherbrille, nur dass bei der Feuerwehr das komplette Gesicht umschlossen wird. Die Maske erschwert die Verständigung. „Man muss deutlicher reden.“ Die Membran dämpft und verzerrt die Stimme. „Man gewöhnt sich aber schnell daran. Je öfter man es auf hat, desto vertrauter wird man damit.“

Die Maske schränkt das Sichtfeld ein und es wird darunter relativ schnell warm. Dazu kommt das hohe Gewicht der Ausstattung. „Man sagt, dass der Atemschutztrupp 20 Kilo an Zusatzausstattung mit sich herumträgt.“ Bartträger dürfen keinen Atemschutzeinsatz machen, da ein Bart ein vollständiges Abdichten der Maske verhindern könnte. Daher werden im Fahrzeug auch Einwegrasierer für Notfälle mitgeführt.