Als der Neubau der Feuerwehrzentrale an der Römerstraße in Rheinfelden beschlossen wurde, waren Corona und der Ukraine-Krieg noch weit weg. Heute sind die Folgen beider Ereignisse ein Problem. Die Preissteigerungen einzelner Gewerke übertreffen den Plan um bis zu 20 Prozent. Abgesehen davon sind die Verantwortlichen mit dem Fortschritt zufrieden. Beton und Stahl sind die Hauptmaterialien, mit denen aktuell auf dem Areal gearbeitet wird. „Wir befinden uns in der Tiefgründungsphase“, erläutert Werner Wohner, Leiter des Amts für Gebäudemanagement. Der Untergrund wurde vorbereitet, die Baugruben mit Beton verfüllt. „1300 Kubikmeter haben wir bis dato etwa verlocht“, sagt Wohner.

Baustelle mit Haken: Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses kommt gut voran – aber die Kostenentwicklung bereitet Sorge.
Baustelle mit Haken: Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses kommt gut voran – aber die Kostenentwicklung bereitet Sorge. | Bild: Verena Pichler

Dass es weder Lieferengpässe noch Verzug gegeben hat, liegt laut Wohner an frühzeitigen Absprachen mit der beauftragten Firma. Auch von Personalmangel ist keine Rede, im Schnitt arbeiten 15 Menschen auf der Baustelle. Ende nächster Woche müssen diese Arbeiten beendet sein. Danach werden die Bodenplatten gegossen und der Bau wächst. Die nächste Phase dürfte hinsichtlich der Beschaffung von Material schwieriger werden. „Wenn wir zu den Verbundstoffen kommen oder Isolierungen“, sagt Sven Irmscher vom Gebäudemanagement. Auch hier könne man nur einwirken, indem man frühzeitig auf benötigte Mengen hinweise. Wohner geht davon aus, dass sich die Baukonjunktur abschwächen wird. „Die Zinsen steigen, die Preise steigen.“ Das würde private wie öffentliche Investoren abhalten. „Das könnte uns sogar in die Karten spielen.“

Schwierige Lage

Wie schwierig die Marktlage ist, zeigt sich vor allem bei Heizung, Sanitär- und Elektroarbeiten. Zwei Ausschreibungsverfahren wurden aufgehoben, weil nur ein Angebot abgegeben wurde, das rund 25 Prozent über dem Ansatz lag. Laut Wohner sei der Auftrag für hiesige Firmen, viele mit fünf bis zehn Angestellten, zu groß. Für überregionale Firmen sei das Volumen bei Heizung und Sanitär mit rund einer halben Million Euro zu klein. Die Stadt muss nun neu ausschreiben.

Aktuell sind rund 60 Prozent der Leistungen des 15-Millionen-Euro-Projekts vergeben – sie liegen 15 bis 20 Prozent über dem Kostenplan von 2020. „Wir haben natürlich mit einer gewissen Reserve kalkuliert. Aber eine solche Situation kann niemand berechnen“, so Irmscher. Deshalb versuchen Wohner und Irmscher, zu sparen. Zum Beispiel, indem sie andere Materialien in Betracht ziehen. „Auf die Qualität hat das aber keine Auswirkungen“, so Wohner. Man überlege, statt Trinkwasserrohre aus Edelstahl Mischkonstruktionen zu nehmen. „Nur im sichtbaren Bereich“, erläutert Irmscher. Bei der Dämmung könne man auf Material ohne Erdöl setzen und Mineralwolle wählen.

Das Gebäudemanagement und Bauleiter Raphael Koroll haben trotzdem Spaß am Feuerwehrgerätehaus. „Es ist einfach ein schönes Projekt, wir bauen ja für Generationen“, sagt Wohner. Die Baustelle an sich läuft für sie prima. Was für den Laien wuselig und unübersichtlich wirkt, ist für die Experten fast ein Traum. „Wir haben richtig viel Platz“, sagt Koroll. Wohner und Irmscher haben beide schon ganz andere Baustellen erlebt. Wohner erinnert sich an den Umbau des Freiburger Stadttheaters in der Stadt mitten in der Spielzeit. Für Irmscher herausfordernder war der Umbau des Bürgerheims, ebenfalls während des Betriebs. Der Rundgang über die Baustelle endet am künftigen Übungsturm, der mit seinen rund 24 Metern etwa so hoch sein wird wie die Hochhäuser vis à vis an der Römerstraße.

Der Baufortschritt ist auf der städtischen Internetseite zu sehen