Die Christbaum-Bringsammlung des Stadtteilbeirats Warmbach startete schon am frühen Morgen, nach zweieinhalb Stunden waren in den beiden grünen Containern schon viele Christbäume aufgereiht. „Das sind schon circa 120 Bäume. Die Aktion wird gut angenommen“, sagte Dieter Wild, Sprecher des Stadtteilbeirats.

Im Auto- oder Fahrradanhänger brachten die Leute ihre ausrangierten Weihnachtsbäume, bei kürzeren Wegen kamen auch Handwagen zum Einsatz, andere schleiften den Baum einfach hinter sich her. Die Helfer des Beirats nahmen die Bäume in Empfang und räumten sie in die Container. „Um Platz zu sparen, drücken wir die richtig rein. Die sind zum Großteil ja nur Luft“, erklärte Wild.

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Wegen der Corona-Pandemie sind der Feuerwehr und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Aktionen wie Papier- und Christbaumsammlung untersagt, damit die Einsatzfähigkeit nicht gefährden wird. Sogar reguläre Übungen müssen entfallen, erklärte Marc Thoma, stellvertretender Kommandant der Rheinfelder Feuerwehr, als er seinen Christbaum brachte.

Im Stadtteilbeirat wurde daher schon früh über mögliche Alternativen gesprochen. „Die Christbaum-Bringsammlung wurde aus der Idee zur Papiersammlung geboren. Da hatten viele gesagt, wir sollten das mit Christbäumen machen“, erklärt Wild, der auch festhält, dass das Verbot von Sammlungen nicht von der Stadtverwaltung, sondern von den Landesleitungen der beiden Organisationen ergangen war. „Ich bin überrascht, wie gut die Aktion angenommen wird“, meinte Beiratsmitglied Inge Thoma. Sie war froh, dass auch das Wetter mitspielte.

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Während eine Papiersammlung durch den Stadtteilbeirat noch mit der Abfallwirtschaft abgesprochen werden muss, wurde die Christbaum-Bringsammlung von der Stadtverwaltung genehmigt. Die Aktion hatte der Beirat mit dem Ordnungsamt abgestimmt. Als Vorgabe galt, die Maskenpflicht einzuhalten und Menschenansammlungen zu vermeiden. „Deshalb haben wir auch keinen Ausschank“, sagte Wild. Es durften auch nicht alle Beiratsmitglieder da sein, sie wurden je zu zweit in drei Zwei-Stunden-Schichten eingeteilt.

Die Container hatte die Kompostanlage Lützelschwab kostenfrei angeliefert, da der Beirat die Sammlung zugunsten der Jugendfeuerwehr und der DLRG durchführte. Zunächst war nur das Aufstellen eines Containers geplant, aber im Vorfeld hatte Wild viele Anrufe aus anderen Ortsteilen bekommen, ob sie auch ihren Baum abgegeben könnten. Deshalb hatte er bei der Kompostanlage um einen zweiten Container gebeten.

Spende in beliebiger Höhe hilft Vereinen

„Ich freue mich, dass ich den Baum wegbringen darf, und finde das mit der Spendenkasse toll. Das ist eine Super-Aktion, weil die Vereine ja nichts machen dürfen“, meinte ein Warmbacher, der seinen Baum auf ein Wägelchen gebunden brachte. Eine Rheinfelderin brachte den Baum mit dem Fahrrad und ließ fünf Euro in die Spendenbox wandern. „Das ist eine gute Aktion“, meinte ein Nollinger, der seinen Baum ebenfalls mit dem Rad brachte. „Sonst hätten wir ein Problem gehabt. Es hat ja nicht jeder einen Garten, wo er das verfeuern kann.“

Eine Vorgabe bezüglich der Spenden gab es nicht. Spenden konnten nach eigenem Gutdünken in die Kasse geworfen werden. „Das ist eine Super-Aktion. Für unsere Jugend ist das perfekt“, meinte Timo Gollnick von der Feuerwehrabteilung Warmbach, der mit einem Kameraden einen Anhänger voll Christbäume brachte. Auch die beiden Feuerwehrkameraden steckten einen Zustupf in die Spendenkasse, in der am Ende der sechsstündigen Sammlung 997 Euro zusammen gekommen waren. Die beiden Container waren voll geworden. Wild schätzte, dass es zum Schluss 250 bis 300 Christbäume waren.