Die evangelische Petrusgemeinde in Herten ist eine junge Gemeinde, die sich im katholischen Dorf erst spät entwickelte. Gottesdienste fanden in den 1950er Jahren noch in der alten Schule im Oberdorf statt, und erst Ende der 50er Jahre bekam die Gemeinde eine eigene Kirche in der Augster Straße.

Die Buntglasfenster von Rudolf Yelin sorgen bei tiefstehender Sonne für einen besonderen Lichteinfall.
Die Buntglasfenster von Rudolf Yelin sorgen bei tiefstehender Sonne für einen besonderen Lichteinfall. | Bild: Horatio Gollin

Die Gemeinde ließ einen zweckmäßigen Hallenbau mit einem freistehenden, schlanken Turm bauen, der am 19. Dezember 1959 eingeweiht wurde. Während das Dorf Herten 1975 nach Rheinfelden eingemeindet wurde, war die Kirchengemeinde bis zum 1. Januar 1981 noch ein Teil der Kirchengemeinde Wyhlen-Herten, erklärt Kirchenältester Bruno Bauer.

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Und bis 1983 blieb Herten der Rheinfelder Paulusgemeinde zugeordnet. 1982 wurde ein Förderverein für ein größeres Gotteshaus gegründet. 1990 fand die Erweiterung zum heutigen Gotteshaus mit Kirchenraum, Gruppen- und Jugendräumen und Pfarramtsbüro statt. Die Einweihung des neuen Gemeindezentrums war im April 1991.

Architektur

Die Kirche von 1958/59 wurde nach Plänen des Wyhlener Architekten Grimm errichtet, wie die Recherche im Stadtarchiv ergab. Der rechteckige Kirchenraum bot Platz für 80 bis 90 Stühle. „1981 gab es keine Räume für die Gemeinde. Der Bedarf war da“, sagt Bauer. „Der Architekt des Neubaus war Lothar Reichart aus Rheinfelden.“

Für den Zuschnitt der Kirche bedeutete der Umbau eine grundlegende Änderung. Am früheren Standort des Altars ist heute eine Küche eingerichtet, umgeben von Gruppenräumen die den ehemaligen Kirchenraum einnehmen. Der neue Kirchenraum wurde in den großen Anbau verlagert, der Platz für 100 Stühle bietet und durch das Öffnen von Flügeltüren sogar 200 Sitzplätze ermöglicht.

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Die frühere Anliegerwohnung wird heute als Pfarrbüro genutzt. Bei der Erweiterung des Hallenbaus wurde auch der ehemals freistehende Turm über das neue Foyer mit dem Gebäude verbunden.

Name der Kirche

1981 wurde von den Gemeindemitglieder der Kirchenname gewählt. „Zuvor war es einfach die evangelische Kirche Herten“, erklärt Bauer. Der Name nimmt Bezug auf den Evangelist Petrus, den Jesus als ersten Jünger berufen hatte. Petrus kommt vom griechischen Petros, was auf Deutsch übersetzt Fels bedeutet.

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Bauer verweist auf das biblische Zitat: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ Weshalb die Kirchengemeinde den Namen wählte, weiß Bauer nicht.

Besonderheiten

In der Petruskirche in Herten gibt es ein Buntglasfenster des Künstlers Rudolf Yelin. Der Stuttgarter hat auch die Fenster der Christuskirche gestaltet. Während des Umbaus wurde das Fenster auf Initiative aus dem Ältestenkreis erhalten und von seinem Platz hinter dem früheren Altar verlegt, damit es sichtbar bleibt.

Der neue Standort im Treppenhaus wurde so gewählt, dass wie zuvor im Dezember der Lichteinfall der tiefstehenden Sonne das Fenster erstrahlen lässt. Am 7. Juni 1998 wurde eine neue Orgel festlich eingeweiht. „Die Orgel stammt von Wolfram Stützle in Waldkirch“, sagt Bauer. Zuvor gab es nur eine Truhenorgel, die neue Orgel bietet mit rund 750 Pfeifen auf 13 Register verteilt einen deutlich besseren Klang.

Nutzung

In der Petruskirche finden Gottesdienste und kirchliche Feste statt. Im Untergeschoss des Neubaus sind Gruppenräume untergebracht. Es wurde ein barrierefreier Zugang zum Untergeschoss über den Pfarrgarten erstellt.

„Die Kirche wird heute noch für sämtliche Veranstaltungen und Aktivitäten der Gemeinde genutzt“, sagt Bauer. Die Gruppenräume werden vom Frauenkreis und für die Proben des 1983 gegründeten Kirchenchors Petrusnachtigallen genutzt, der 20 Mitglieder hat. Für das Krippenspiel üben jährlich die Petruskids. Auch der Konfirmationsunterricht findet in der Petruskirche statt.