Vor etwa einem halben Jahr hatten Bürger den Wunsch nach einem Büchertausch an die Ortsverwaltung herangetragen. Mittlerweile wurde am Haus Rabenfels ein großer Schrank dafür aufgestellt. Das neue Angebot, um das sich drei Ehrenamtliche kümmern, wird von den Hertenern gut angenommen.

Angebot am wettergeschützten Standort

Die Hertener konnten es offenbar kaum erwarten, endlich ihren eigenen Bücherschrank zu haben. Denn kaum war der Schrank von Mitarbeitern des städtischen Technischen Dienstes am Haus Rabenfels aufgestellt worden, da wurden auch schon die ersten Bücher abgegeben. „Der Schrank wurde am Mittwoch oder Donnerstag letzte Woche aufgestellt, und am Samstag waren schon Bücher drin“, sagt Ortsvorsteher Frank-Michael Littwin. „Die Hertener nehmen es an. Der wettergeschützte Standort hat sich bewährt.“

Nur eine Woche später sind alle Regalböden mit Krimis, Romanen und Kochbüchern bestückt. Der Schrank ist aus hellem Holz gebaut, aufgesetzte Vierecke aus dunklerem Holz sorgen für eine schöne Verzierung. In die Tür, die mit einem Magnetverschluss dicht schließt, ist eine Scheibe eingelassen. Mit dem Haus Rabenfels wurde ein regengeschützter Standort an der überdachten Seite des Hauses zur Rabenfelsstraße hin gefunden.

Schnelle Umsetzung der Idee

„Ich hatte den Büchertausch in Eichsel gesehen und mich an den Ortsvorsteher gewandt, ob das auch in Herten möglich ist“, erzählt Corina Kohl. Sie wohnt erst seit einem halben Jahr in Herten und kennt das Konzept aus ihrer hessischen Heimat. Kohl schrieb Ende April eine E-Mail an Littwin, der dann die Idee hatte, den Büchertausch mit einem Schrank beim Haus Rabenfels zu ermöglichen. Littwin wandte sich eine Woche später an Siegfried von Au, Amtsleiter des Technischen Dienstes, der in seinem Mitarbeiter Uwe Röschke einen fähigen Schreiner für die Umsetzung wusste. „Es ist beeindruckend, wie schnell das umgesetzt wurde, obwohl das über die Gemeinde lief“, sagt Kohl. „Da kenne ich auch andere Beispiele, die da schon eineinhalb Jahre dran sind.“

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Die Kosten für den Bau des Schrankes übernimmt die Ortsverwaltung. Zusammen mit Helga Ney-Wildenhahn und Martina Reiske kümmert sich Kohl ehrenamtlich um den Büchertausch. Ney-Wildenhahn hatte ihrerseits schon im Oktober 2018 bei den Workshops zur Bürgerbeteiligung bei der Umgestaltung des Rathausplatzes versucht, das Thema anzustoßen. Die Idee fand damals zwar Eingang in die Überlegungen, aber bis zur Umsetzung der Neugestaltung des Platzes wollte Littwin nicht mehr warten. Für Ney-Wildenhahn war klar, dass sie sich einbringen würde, als das Thema auf einer Ortschaftsratssitzung im Frühjahr angesprochen wurde. Reiske wiederum ist bei der im Haus Rabenfels ansässigen Pfalzergruppe engagiert und hat sich spontan angeschlossen, da sie ohnehin für die Pfalzergruppe oft am Haus Rabenfels zu tun hat. Die drei Hertenerinnen haben sich untereinander abgesprochen, so dass alle zwei, drei Tage eine Ehrenamtliche nach dem Rechten schaut.

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„Das bringt nochmal mehr Leute ins Haus Rabenfels“, ist sich Ney-Wildenhahn sicher. Der Büchertausch soll nicht als Konkurrenz zum Second-Hand-Bücher-Verkauf der Pfalzergruppe verstanden werden, meint Littwin.