Die St. Josefskirche im Ortsteil Herten wurde von Karl Rolfus, dem Gründer des St. Josefshauses geplant, aber erst nach seinem Tod gebaut.

Baugeschichte

Die St. Josefskirche wurde als Teil der Behinderteneinrichtung im Jahr 1928 erbaut, erklärt Schwester Isabella Zanger, die 31 Jahre lang Lehrerin an der Karl-Rolfus-Schule war und später das historische Archiv des St. Josefshauses übernahm, das sie bis heute betreut. Zanger ist auch als Messnerin für die St. Josefskirche zuständig. „Damals sprach man noch von der Anstaltskirche“, sagt Zanger. Die Kirche wurde im neobarocken Stil errichtet und mit Stuckatur verziert. 1983 fand eine erste Renovierung statt und 2004/05 eine zweite. Hierbei wurde der Zeremonienaltar stärker ins Zentrum verlegt. Ein schwarzgrauer Steinboden ersetzte den früheren Travertin-Boden und eine Bodenheizung wurde eingebaut.

Architekt

Pläne für die Kirche und die Karl-Rolfus-Schule hatte schon der 1909 gestorbene Karl Rolfus als Gründer des St. Josefshauses gemacht. „Karl Rolfus war sehr weitsichtig und wusste, dass das St. Josefshaus größer werden würde“, meint Pastoralreferent Kassian Burster-Hake. Wegen der zahlreichen Ordensschwestern wurde eine größere Kirche notwendig, auch die Kapelle im Hauptgebäude wird bis heute genutzt. Der Architekt ist laut Zanger nicht mehr bekannt. Den Auftrag zum Bau erteilte das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg. Die Weihe der Kirche fand am 20. Mai 1929 statt.

Name

Der Kirchenpatron ist der Heilige Josef. Über dem Eingang der Kirche steht allerdings eine Marienstatue. „Das wollte Karl Rolfus so“, sagt Zanger. Josef und Maria repräsentieren die Eltern, Maria als die Mutter Gottes und Josef nicht als der Heilige der Arbeiter, sondern als der väterliche Josef. „Beim St. Josefshaus war das der gleiche Grund für die Namensgebung. Der väterliche Aspekt war für Karl Rolfus ausschlaggebend, Haus und Kirche so zu benennen“, erklärt Burster-Hake und Zanger ergänzt: „Karl Rolfus hat Josef sehr verehrt.“ Auch in dem kleinen, neben der Kirche gelegenen Park steht eine Josefstatue.

Besonderheiten

Bei der zweiten Renovierung wurde der Innenraum durch den Künstler Harald Herrmann aus Freiburg neu gestaltet, erklärt Zanger. Im Kontrast zu den früheren Stilelementen realisierte er rote Formelemente wie das Kreuz an der Decke, das den Stuck durchbricht, und Fenster mit roten Glaselementen, die je nach Lichteinfall Rubinrot oder Mattbraun aufscheinen.

Mit langen Tüchern wurden die früheren Seitenaltäre ersetzt, während der Hochaltar mit dem Herzjesu-Relief von Peter Valentin aus Offenburg an seinem Ort belassen wurde. Auf den Tüchern sind Maria und Josef dargestellt. „Für unsere Bewohner sind diese Darstellungen aber zu abstrakt, weshalb wir eine Holzfigur des Heiligen Josef von der Künstlerin Ulrike Ludwig-Wassmer aus Bernau anfertigen ließen“, sagt Burster-Hake.

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Bei der zweiten Renovierung wurde auch die alte Orgel abgebaut und eine neue Orgel von einem Arzt aus Bad Säckingen gespendet. Vor der Kirche steht ein Gedenkstein von Leonhard Eder, der an die 345 Bewohner erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. In der Vorhalle steht eine Statue von Karl Rolfus.

Nutzung

Bei den sonntäglichen Gottesdiensten kommen im Schnitt 80 Gläubige. Insgesamt finden rund 220 Personen in der Kirche Platz. Seit der zweiten Renovierung stehen statt fest eingebauten Bänken Stühle in der Kirche, was den Vorteil bietet, dass bei einer engen Bestuhlung sogar bis 600 Personen im Kirchenschiff und auf der Empore Platz finden, sagt Burster-Hake.

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So viele Plätze werden aber nur zu hohen Feiertagen wie dem Weihnachtsfest benötigt. Trauerfeiern, Taufen, Hochzeiten und Schulgottesdienst finden in der St. Josefskirche statt und auch beim jährlichen Sommerfest des St. Josefshauses ist die Kirche immer mit eingebunden.