Ein großes Herz für Tiere hat Christel Suhr und ganz aktuell hat sie ein Ziegenbaby in ihre Obhut genommen. Die Frau, die in Minseln zusammen mit ihrem Ehemann Gustav Suhr einen Bauernhof betreibt, ist keine Unbekannte in der Region, sie gehört den Dinkelberger Landfrauen an und steht mit an der Spitze des Vereins.

Das könnte Sie auch interessieren

Das landwirtschaftliche Anwesen dient zur Selbstversorgung und Landschaftspflege und es ist der Ort, an dem Christel Suhr ihre Liebe zu den Tieren und zur Natur verwirklichen kann. Der Hof in Unter-Minseln ist auch ein Gnadenhof, denn hier haben zwei Esel, Ponys und Pferde – die keiner mehr wollte – ein liebevolles Zuhause gefunden.

Harmonisch und artgerecht werden viele Tiere gehalten: Hühner, Hasen, Gänse und Ziegen. Chef der tierischen Truppe ist Rocky, ein Altdeutscher Hütehund. Früher wurde diese Hunderasse fast ausschließlich von umherziehenden Schäfern zum Schutz der Schafe und Lämmer gehalten.

Sozialer Kontakt mit Mensch und Tier

Auf dem Anwesen der Familie Suhr ist es richtig spannend, die Tiere und die Natur nachhaltig zu erleben. Und ihre beiden Enkelkinder Nevio und Elisa sind glücklich in dieser Welt, hier wird der soziale Kontakt mit Mensch und Tier im Einklang gelebt, darauf achtet nicht nur Christel Suhr: „Es ist wichtig, einen ressourcenschonenden Umgang mit allem, was lebt, zu leben und so das Naturbewusstsein zu schärfen und zu stärken“.

Das könnte Sie auch interessieren

Nein zu sagen kam nicht in Frage

Im wahrsten Sinne des Wortes gestärkt wird zur Zeit ein wenige Tage altes Zicklein. Und das kam so: „Ich bin in gutem Kontakt mit der Tierärztin und sie weiß, dass ich hin und wieder ein Tier mit der Flasche aufziehe. Da fragte sie mich, ob ich Platz und Zeit für ein neugeborenes Zicklein habe“, erzählt Christel Suhr. Die Antwort war klar, nein zu sagen kam nicht in Frage.

Das Zicklein kam in einer Nachbargemeinde zusammen mit drei weiteren Geschwistern zur Welt. Im Normalfall wirft eine Geiß zwei Junge und diese kann sie dann gut mit Milch versorgen. Von den vier Neugeborenen verstarb eines, zwei wurden gesäugt, das vierte kam dann nach Minseln in die Obhut der Suhrs. „Mira“ wird das Zicklein genannt, denn Christel Suhr gibt allen Tieren auf ihrem Hof einen Namen.

Flaschenaufzucht als Herausforderung

Das Thema Flaschenaufzucht mit Lämmern hatte die Bäuerin schon mehrfach, jetzt stand Christel Suhr mit einem Zicklein vor einer neuen Herausforderung. Ausgestattet mit Trinkflasche und Milchpulver musste das Geißlein anfangs jede vier Stunden – bei Tag und bei Nacht – gefüttert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

„Die ersten vier Tage waren nicht einfach, aber dann hatte sich Mira daran gewöhnt und erkannt, dass nur so der Hunger gestillt werden konnte“, blickt Suhr freudig zurück. Nach vier bis sechs Wochen wird die Flaschenmilch mit Gras, Heu und Kraftfutter ergänzt und spätestens nach zwölf Wochen wird auf das Fläschchen ganz verzichtet.

Toben mit Schimanski und Schnucki

Mira fühlt sich sichtlich wohl, sie hat sich prächtig in das tierische Sozialleben integriert. Mit den fast gleichaltrigen Geißenkindern Schimanski und Schnucki rennt Mira um die Wette, klettert auf Tische, Bänke und Holzstapel – eben so, wie es bei Ziegen allgemein üblich ist. Nicht ohne Grund gibt es im alemannischen Sprachraum den Ausspruch: „Umher geißen“, was einem „überall umher rennen“ entspricht.

„Kaum konnten die jungen Geißlein rennen, haben sie es den Ziegen und Böcken nachgemacht“, lacht Christel Suhr. Wer ihren Hof betritt, der erkennt sofort, dass sie enorm großen Wert auf das Wohl der Tiere legt. Dazu attestiert sie: „Die Tiere habe ich aus Liebhaberei und wegen der Landschaftspflege. Im Winter im Stall und im Sommer auf der Wiese“. Christel Suhr macht dem Namen „Dinkelberger Landfrau“ alle Ehre.