Bäderbetriebsleiter Daniel Klein und sein Team in Rheinfelden haben die coronabedingte Zwangspause genutzt, um ein Schwimmkurs-Konzept zu entwickeln. Bei der Präsentation im Hauptausschuss gab es wenig Reaktionen – wohl auch wegen der Menge an Information – am Donnerstag ist das Thema im Gemeinderat.

  • Worum geht es? „Die Schwimmkultur hat in Rheinfelden nachgelassen, das dümpelt vor sich hin“, sagte Daniel Klein. Das möchte er mit einem Schwimmkurssystem ändern. „Rheinfelden könnte so eine Vorreiterrolle einnehmen.“ Bisher bietet die Stadt keine Schwimmkurse an, in der Vergangenheit taten dies private Anbieter. „Die Wartelisten für solche Kurse sind lang.“ Da wegen der Corona-Krise 2020 so gut wie keine Kurse stattfanden, gebe es einen Stau. Vor allem das Freibad mit seinen sieben Becken und 2400 Quadratmetern Wasserfläche biete Platz, um Kurse für alle Altersstufen anzubieten. Doch auch das Hallenbad eigne sich für ein Kursangebot.
Daniel Klein
Daniel Klein | Bild: Elena Borchers
  • Was ist Swimstar? Klein möchte die Kurse nach dem Swimstar-System aufbauen, das in der Region noch recht unbekannt ist. Im Unterschied zu den Seepferdchen-Kursen setze das Swim­star-System auf eine längere Phase der Wassergewöhnung durch gleiten, tauchen oder ins Wasser springen, so Klein. Danach werden Schwimmtechniken vermittelt, wobei nicht mit dem anspruchsvollen Brustschwimmen begonnen wird, sondern mit Kraul-und Rückenschwimmen.
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„Insgesamt dauert es zwar länger, aber die Schwimmer sind viel sicherer im Wasser“, zeigt sich Klein von der Schule, die 2012 vom Landesschwimmverband mitentwickelt wurde, begeistert. Gerade die Phase des Frühschwimmens, von vier bis sechs Jahren, würden Eltern oft unterschätzen. „Wir möchten gezielt in die Kitas und Schulen gehen und für die Kurse werben“, so Klein. Für mehr Anreiz sollen die Kurse vergünstigt werden.

  • Was würde das kosten? Billig sind die Kurse nicht und wer mehrere Kinder hat, ist schnell einige Hundert Euro los. Zwölf Stunden umfasst ein Kurs, an dem sechs Kinder teilnehmen könnten, und schlägt mit 150 Euro zu Buche. Die Eintrittsgebühren entfallen. Vergünstigt über die Kitas und Schulen würde der Kurs noch 110 Euro kosten – so viel hat Klein auch für Aquafitness-Kurse veranschlagt, die eine ältere Zielgruppe ansprechen soll.
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Die DLRG-Ortsgruppe Lörrach nimmt für zehn Stunden 75 Euro, in denen nach dem Seepferdchen-Modell Brustschwimmen vermittelt wird. Eine Wassergewöhnung findet laut Klein nicht statt. Der Schwimmsportverein Grenzach, in dem sich Daniel Klein als Trainer engagiert, arbeitet mit dem Swimstar-System und auch dort kosten die Kurse 150 Euro.

  • Wer würde die Kurse geben? Um ein breites Angebot machen zu können, müsste die Stadt eine weitere Fachkraft einstellen, was nicht einfach sein dürfte. „Aber ich gehe stark davon aus, dass wir kostendeckend arbeiten werden und vielleicht auch ein kleines Plus erwirtschaften können“, so Klein. Das Kurssystem und weitere Änderungen trügen dazu bei, den Schwimmsport zu beleben und die Bäder profitabler zu machen. Klein hatte auch ein Gebührenmodell ausgearbeitet mit Saison- satt Jahreskarten. Auch dieses Thema kommt am Donnerstag auf den Tisch.