Seit einer guten Woche darf die Stadtbibliothek Rheinfelden nun wieder einen Bestell- und Abholservice anbieten. Seither haben sich rund 60 Menschen gemeldet und Medien bestellt, sagt Bibliotheksleiterin Andrea Strecker. Damit hat das Interesse gegenüber dem ersten Lockdown im Frühjahr enorm zugenommen: Zwischen Mitte April und Anfang Mai, als die Bibliothek schon einmal den Abholservice anbieten konnte, habe es in den zweieinhalb Wochen 25 Bestellungen gegeben.

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„Der Bedarf an Information und Unterhaltung ist unabhängig von Lockdown-Zeiten gegeben“, sagt Strecker. „Nachfragen und Rückmeldungen der Kunden machen das deutlich.“ Viele sagten dem Bibliotheksteam, dass sie froh seien, wieder etwas ausleihen zu können. Als der Lockdown im Dezember bevorstand, hätten am letzten Öffnungstag noch 230 Kunden mehr als 2300 Medien ausgeliehen. „Zum Vergleich: An einem gut besuchten Dienstag werden sonst an die 900 Medien ausgeliehen“, erläutert Andrea Strecker.

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Die Leseinteressen verteilen sich laut Strecker auch im Lockdown, es zeige sich kein bestimmter Trend, weder beim Inhalt noch beim Genre. Ausgeliehen würden jeweils etwa ein Drittel Belletristik, Kinder- und Jugendbücher sowie Sachbücher. „Manche Besteller warten bereits darauf, angekündigte Neuerscheinungen lesen zu können.“ Bei anderen Titeln habe sie den Eindruck, die Bücher hätten „vielleicht schon länger auf einer persönlichen Leseliste gestanden“. Auch Kindergärten hätten nach themenspezifischen Bücherpaketen gefragt. Für das Bibliotheksteam liegt der Aufwand laut Strecker bei etwa zehn Minuten pro Bestellung, „wenn die Angaben für das Gewünschte soweit aussagekräftig sind“. Das Abholen der Medien laufe bislang problemlos.

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Und: Auch bei der Onleihe, den E-Medien, habe die Krise einen Zuwachs gebracht: Die Zahl der Onleihe-Leser sei im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen, die der Downloads, also der Ausleihe der E-Medien, um mehr als 50 Prozent. Auch die Datenbanken zur Recherche seien mehr genutzt worden.

Allerdings zeigten Rückmeldungen der Kunden auch, „dass die Stadtbibliothek mit ihren üblichen Aufenthaltsqualitäten stark vermisst wird“. Dafür brauche es wohl aber noch etwas Geduld. Immerhin: „Wir freuen uns, wenn wir durch den Bestell- und Abholservice passende Medien herausgeben können“, sagt Strecker.