In der neuen Ausstellung im Rheinfelder Haus Salmegg bestücken zwei Künstler aus dem württembergischen Teil des Allgäus die Räume mit vielfältigen Werken in besonderen Techniken. Walter Schautz zeigt Lithografien und Aquarelle, Oliver Kreiter Arbeiten aus Holz.

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Mit dieser Ausstellung sei es dem Arbeitskreis Kunst gelungen, zwei neue Kunstrichtungen in diesen Galerieräumen vorzustellen, sagte Nicole Aellig-Kurz vom Haus Salmegg-Verein: zum einen die Kunst des Drechselns und das Arbeiten mit dem Rohstoff Holz, zum anderen die Kunst der Lithografie. Detailliert in die Doppelschau „Mit vollen Sinnen“ führte Gastredner Gerhard Weisgerber ein.

Unterricht an der Hochschule Lörrach

Beide Künstler leben und arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft in Argenbühl, zwischen Wangen und Isny gelegen. Dort hat der 83-jährige Walter Schautz in einem alten Bauernhaus seine Druckwerkstatt eingerichtet. Der Lithograf, Zeichner und Maler, der an der Kunstakademie Stuttgart studiert hat und an der Pädagogischen Hochschule Lörrach unterrichtete, hat 40 Bilder ausgesucht mit Schwerpunkt auf Steindruck-Lithografie.

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Wie diese spezielle Technik gehandhabt wird, erläuterte Nicole Aellig-Kurz in ihrer Begrüßung: „Der Lithograf zeichnet, kratz, ritzt und schraffiert seitenverkehrt sein Bild auf einen Stein.“ Im Falle von Schautz handle es sich um Kalkstein aus dem Jurameer. Schautz sei ein Könner seines Fachs und zudem einer der letzten, die dieses Handwerk bis zur Perfektion beherrschten, so Aellig-Kurz.

Zu bewundern ist diese Fertigkeit in einigen markanten Lithografie-Serien im gegenständlich-figürlichen Stil. Eine beschäftigt sich mit Gesteinsformen und Sechsecken, eine andere variiert das Thema „Der Pflug“, eine Werkgruppe dreht sich um den Menschen und sein Werkzeug, und in der Reihe „Frontal“ stellt Schautz aus der Erinnerung Porträts und Köpfe von Jugendfreunden dar.

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Auch Mythologisches, Archäologisches und Eindrücke von der Vulkaninsel Lanzarote setzt der Künstler in eigenem Stil um. Felsartiges, Steinformen, Figuren, Köpfe, Landschaftliches, abstrakte Farbfelder verweben sich in den assoziativen Arbeiten. Neben dem Steindruck ist die Wasserfarbenmalerei ein wichtiges Element im Schaffen des vielseitigen Künstlers. Dies verraten mit gestischer Spontaneität, bewegten Linien und duftigen Farbflächen gemalte Aquarellbilder, die oft von Beobachtungen aus dem Alltag und von Reisen inspiriert sind: das Warten auf dem Flughafen, Passanten, Touristen, Menschen unterwegs fängt Schautz in vielgestaltigen Aquarellbildern ein.

35 Objekte aus Holz

Ein Meister seines Fachs ist auch der gelernte Schreinermeister Oliver Kreiter, der 35 Objekte und Gefäße aus Holz zeigt. Er hat sich der traditionsreichen Kunst des Drechselns verschrieben und arbeitet gern mit altem Holz, teils mit Holzstämmen, die bei Funden im Moor auf der Schwäbischen Alb zutage treten, wie Aellig-Kurz erläuterte.

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Die Geschichte, die Spuren, Oberflächen, Verwitterungen, Strukturen und Haptik des Holzes faszinieren den 51-Jährigen, der in seinen Arbeiten meist von der Kreisform ausgeht. Kreiters Objekte in der Reihe „Antichi“ aus verwitterter Eiche und antiker Fichte, kombiniert mit verwittertem Stahl oder mit geschmiedetem Deckel, lassen an alte geheimnisvolle Kulturen denken. Besonders auffallend sind die Tondoformen, die Scheibendosen und die Sonnendosen, in denen die starke Symbolik der Sonne auftaucht.

Durch glänzendes Blattgold erhalten die Sonnenschalen und das Objekt „Sonnen-Licht“ zusätzliche mythische Strahlkraft. Oliver Kreiters Gefäße in Gefäß-, Scheiben- oder Kugelformen haben eine ganz eigene Magie des Holzes in den elementaren Strukturen. Die beiden Künstler haben auch ihre Utensilien und Handwerkszeug ausgelegt und geben in Fotografien Einblicke in ihre Arbeit in der Werkstatt.