Wegen zwei Wohnungseinbrüchen und einem versuchten Einbruch ist ein 36 Jahre alter Mann am Amtsgericht Lörrach zu einem Jahr und fünf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zwei weitere Taten, die ihm die Staatsanwaltschaft vorgeworfen hatte, ließen sich nicht nachweisen. Diesbezüglich stellte das Gericht das Verfahren ein.

Aktiv in Efringen-Kirchen, Fischingen und Nordschwaben

Am Abend des 10. Oktober 2016 hatte der Angeklagte zwischen 18 und 20 Uhr ein Badezimmerfenster in Fischingen eingeschlagen und war in das Wohnhaus eingedrungen. Zuvor hatte er einen Bewegungsmelder funktionsunfähig gemacht. Er stahl Bargeld im Wert von rund 900 Euro. Am 22. Oktober brach er ebenfalls am frühen Abend in ein Haus in Efringen-Kirchen ein. Auch dort schlug er ein Fenster ein. Gestohlen hat er Bargeld und Schmuck im Wert von rund 3000 Euro.

DNA-Analyse überführt den Angeklagten in drei Fällen

Am 18. November 2016 schlug er eine Scheibe eines Hauses in Rheinfelden-Nordschwaben ein und drang auch dort ein. Weil eine Alarmanlage losging, flüchtete der Täter ohne Beute. Allerdings entstand ein Sachschaden von 2500 Euro. Die Polizei war wenige Minuten, nachdem der Alarm ausgelöst wurde, in Nordschwaben vor Ort. „Wir haben das Gebäude umstellt, aber es war niemand mehr drinnen“, berichtete ein Polizist. Diese drei Taten gab der Angeklagte zu. Sie ließen sich auch nicht leugnen. Offenbar hat sich der Angeklagte jeweils beim Einschlagen der Scheiben verletzt. An allen drei Tatorten hinterließ er Blutspuren, die der DNA-Analyse zufolge ganz eindeutig vom Angeklagten stammten.

Polizei findet einen Tresor im Wald

In zwei weiteren Fällen, die ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legte, gab es keine so eindeutigen Spuren. Zu diesen machte der Angeklagte auch keine Angaben. Am 17. November war ebenfalls in Nordschwaben eingebrochen worden, hier durch Aufhebeln einer Terrassentür. In diesem Fall nahmen die Täter einen Tresor mit. Über dessen Inhalt machte der Geschädigte gegenüber der Polizei unterschiedliche Angaben. Einmal war von 45 000 Euro die Rede, dann von 80 000 plus Schmuck im Wert von 20 000 Euro. Den Tresor fand die Polizei kurz darauf im Wald. Wie ein Beamter berichtete, war er aufgebrochen worden. Darin befanden sich noch 11 900 Euro in einem Umschlag, den die Täter wohl zwischen anderen Papieren übersehen hatten.

Gericht stellt Verfahren in zwei weiteren Fällen ein

Weiterhin legte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten zur Last, am 19. Oktober 2016 in ein weiteres Haus in Fischingen eingebrochen zu sein. Hier betrug der Wert des Diebesguts rund 3700 Euro, auch hier wurde eine Scheibe eingeschlagen. In diesem Fall gab es eine Videoaufzeichnung, auf der zwei Personen zu sehen sind, jedoch nur sehr schemenhaft. Sowohl bei diesem Einbruch als auch beim Fall mit dem Tresor fand die Polizei Schuhspuren, die mit Schuhspuren von den anderen Fällen, die eindeutig dem 36-Jährigen zugeordnet werden konnten, identisch zu sein schienen. Ganz sicher waren sich die Ermittler da jedoch nicht, zumal es jeweils nur Teilabdrücke waren. Daher stellte das Gericht das Verfahren hinsichtlich dieser beiden Taten ein.

Asylantrag ist 2015 abgelehnt worden

Der Angeklagte lebt im Kosovo und betreibt dort einen kleinen Bauernhof, den er von seinem Vater geerbt hat. Eigenen Angaben zufolge verdient er damit 5000 Euro im Jahr, was allerdings über dem Durchschnittseinkommen im Kosovo liegt. Davon muss er eine Familie mit fünf Kindern ernähren. 2015 war er schon einmal für fünf Monate in Deutschland gewesen und hatte hier Asyl beantragt, was aber abgelehnt worden war.

Bewährung kommt wegen Vorstrafen nicht in Frage

In dieser Zeit trat er wegen eines Ladendiebstahls und einer Schlägerei polizeilich in Erscheinung. Weil er wegen der Einbrüche international zur Festnahme ausgeschrieben war, verhaftete ihn die Polizei in Frankreich am 19. April dieses Jahres. Seitdem saß er in Untersuchungshaft. Wegen der drei Diebstähle, die man ihm nachweisen konnte, verurteilte ihn das Schöffengericht zu einem Jahr und fünf Monaten Freiheitsstrafe. Angesichts der Vorstrafen kam eine Bewährung nicht in Frage. Auch den Haftbefehl erhielt das Gericht aufrecht.