Stadt und Wohnbau starten ein großes Gemeinschaftsprojekt mit der Anlage „Wohnen am Herbert-King-Park“. Die Konzeption ist planerisch entschieden. Das im Wohnungsbau erfahrene Architekturbüro Andreas Rogg aus Konstanz wird als Preisträger in einem international ausgelobten Wettbewerb den Neubau in Nachbarschaft zum Bürgerheim als Projekt mit bis zu 40 unterschiedlich großen Miet- und Eigentumswohnungen umsetzen. Das Investitionsvolumen beträgt zehn bis zwölf Millionen Euro. Die Weichenstellung für die Weiterentwicklung an Stelle des ausgedienten Hauses D, das nicht mehr saniert werden kann, und deshalb zurückgebaut wird, erfolgt auf einer sorgfältigen Basis.

Der Wettbewerb

Beim Mediengespräch am Sitz der Wohnbau stellten Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, Geschäftsführer Markus Schwamm und der Vorsitzende des Preisgerichts, Architekt Fred Gresens, am Montag die Vorgaben des Wettbewerbs vor und erklärten die unterschiedlichen architektonischen Konzepte. Das Wettbewerbsverfahren lag in der Hand von Isolde Britz (Stadtbau Lörrach). „Wenn man die Wahl hat, findet man etwas Besseres“, meinte sie überzeugt mit Blick auf 66 internationale Bewerber. 44 Büros haben die Bedingungen an das Objekt erfüllt. Unter ihnen wurden acht ausgelost für die Wettbewerbsteilnahme, in dem elf Büros anonymisierte Entwürfe abgegeben haben.

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Alle an der Auswahl Beteiligten wollten in diesem Prozess erreichen, was das Mitglied der Landesarchitektenkammer Gresens auf den Punkt brachte: „Unter den guten den Besten finden.“ Der dritte Preisträger habe ein „sehr urbanes modernes Konzept“ vorgelegt, das auf Gemeinschaft in zwei Baukörpern angelegt war. Der Zweitplatzierte unterbreitete drei Einzelgebäude in klassischer Konzeption.

Der Preisträger

In der Fluchtlinie des Bürgerheims entlang der Pestalozzi-Straße sieht das Konzept Rogg vier Baukörper vor. Sie gruppieren sich windmühlenartig um einen zentralen Innenhof. Überzeugt hat das Gestaltungsprinzip aus mehreren Gründen. Die Wohnqualität am Park, in dem, wie Eberhardt als OB und Aufsichtsratsvorsitzender sagte, nicht nur Personen leben können, die betreutes Wohnen wünschen, sondern Menschen jeden Alters, auch Familien mit Kindern. Die Wohnungen mit Glasfronten ins Grüne haben unterschiedlich große Zuschnitte von der Ein- bis zur Fünf-Zimmerwohnung.

Das Gros der Hausgruppe besteht aus Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen (60 bis 70 Quadratmetern). Gefordert war eine städtebaulich sensible Lösung, die das Umfeld berücksichtigt. Der Preisträgerentwurf mit gestaffelten Höhen greift nach Meinung des Preisgerichts die Proportionen der Nachbarbebauung gut auf. Die Tiefgaragenzufahrt unter der Anlage und die Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss überzeugen ebenfalls.

Das Konzept

„Nicht nur die architektonische Qualität gefällt, sondern auch die wirtschaftliche“, befand der OB. Besonders gelungen erscheint der kommunikative Faktor in der der inneren Erschließung. Das Objekt ermöglicht Privatheit, öffentlichen Raum und Schnittstellen, um sich zu begegnen. Barrierefreiheit ist ebenfalls gewährleistet. „Einfach zu werden, ist nicht einfach“, lobt der Vorsitzende des Preisgerichts den Wechsel der Funktionen um einen gemeinschaftlichen Hof. Andreas Rogg erklärte, auf was es ihm ankommt: Angebote zu schaffen, die auch Gemeinschaft ermöglichen.

Die Realisierung

Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich auch die Betriebsleitung des Bürgerheims. Irene Lorenz erklärte, „stolz“ zu sein, dass „nicht irgendetwas gebaut“ werde und schätzte die Möglichkeit mitüberlegen zu dürfen. Ihr Angebot: Die Leistungen des Pflegeheims können bei Bedarf von den Bewohnern der Nachbaranlage genutzt werden. Lorenz verspricht sich durch den Neubau auch „Gewinn fürs Bürgerheim“.

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Die Qualität des Parks bleibe erhalten, sicherte Eberhardt zu. Der Aufsichtsrat hat dem Konzept seine klare Zustimmung gegeben. Wie weit die Anlage Miet- der Eigentumswohnungen erhält, wird laut Schwamm erst entschieden. Einen betriebswirtschaftlichen Grund, zu verkaufen, gebe es aber nicht. Als Realisierungszeitraum ist von bis zu 18 Monaten die Rede. Begonnen werden soll bald, wenn die Grundstücksgeschäfte erledigt sind.