Wenn alle trommeln, lässt es sich nicht überhören. Wirtschaftsförderung und Gewerbeverein werben in diesen Tagen bei den Einzelhändlern um Aufmerksamkeit. Die Wirtschaftsförderung bemüht sich schon seit Monaten, Einzelhändler und Dienstleister in der Stadt davon zu überzeugen, dass eine Online-Präsenz des Ladenlokals oder Gewerbebetriebs wichtig ist, um Kunden zu generieren und im Wettbewerb mitzuhalten. Als das Einzelhandelskonzept mit Hilfe der Industrie-und Handelskammer 2018 aufgestellt wurde, trat nämlich ein deutliches Defizit zutage. Ein Drittel der Gewerbetreibenden ist damals überhaupt nicht als Adresse digital in Erscheinung getreten, und ein weiteres Drittel nur „rudimentär“.

„Das ist zu wenig“, sagt dazu Wirtschaftsförderer Elmar Wendland. In einer Zeit in der Kunden allen Alters sich per Smartphone informieren, wo es sich lohnt einzukaufen, müsse ein Geschäft bei der Übersicht zumindest gefunden werden mit einer Kontaktadresse und Anfahrtsbeschreibung. Wenn Kunden im Netz Adressen suchen, „aber keine finden, dann können sie auch nicht kommen“. Zu glauben, dass die Stammkunden schon wissen wo sie hin müssen „halte ich für risikoreich und schon fahrlässig“, merkt Wendland angesichts der Tatsache an, dass die Geschäfte überall „immer mehr online gehen“.

Wendland startet deshalb jetzt eine Aktionsreihe, die kostenlos ist und Einzelhandel und Dienstleister auf den Stand der Zeit bringen. Marius Haubrich kommt dazu als Fachmann und Referent nach Rheinfelden mit den Erfahrungen des Handelsverbands Baden-Württemberg und als Ausbildungs- und Projektleiter.

Er wird in eineinhalbstündigen Infoveranstaltungen zeigen, dass es ganz einfach ist, online zu gehen und auch so gut wie nichts kostet, wenn man die richtigen Wege nimmt. So gibt es eine ganze Reihe von Internet-Diensten wo laut Wendland schon ein niedriger dreistelliger Betrag ausreichend für eine statische Webseite mit Foto und ein paar Schlagworten ist. Auch der Pflegeaufwand mache keine Arbeit und die Bedienung der Software beschreibt Wendland als einfach. Die Wirtschaftsförderung möchte dies mit praktischen Beispielen vermitteln und damit Berührungsängste abbauen sowie gleichzeitig die Marktchancen für den Einzelhandel vor Ort erhöhen. Dabei geht es nicht um die großen Filialisten, die konzernweit im Netz organisiert sind sondern um inhabergeführte Fachgeschäfte. Bei über 100 Geschäften sieht Wendland ein beachtliches Potenzial.

Einen Mangel an Marktangeboten kann er auch nicht feststellen, wenn auch die eine oder andere Branche noch Nachholbedarf habe. Aber, dass es so gut wie keine Leerstände gebe, wertet er insgesamt als gutes Zeichen. Wenn ein Geschäft länger ein leeres Schaufenster zeige, bedeutete das nicht, dass nichts gehe. Zwischen Vermietung und Einzug liegen aber häufig mehrere Monate.

Die dreiteilige kostenlose Veranstaltungsreihe wird am Mittwoch, 18. September, um 19 Uhr im Dietschy-Saal im Haus Salmegg mit „Stationärer Einzelhandel im Netz“ eröffnet. Mit Online-Marketing geht es im November weiter.