Herr Karasch, was empfanden Sie, als Sie von Ihrer Wahl in den Gemeinderat erfuhren?

Ich war sehr überrascht über das Wahlergebnis, zumal ich noch nicht lange in der Politik bin und daher nicht davon ausgehen durfte, über einen entsprechenden Bekanntheitsgrad zu verfügen, geschweige denn das Vertrauen der Menschen zu haben. Gerne jedoch ließ ich mich eines Besseren belehren, wobei die Überraschung bald der freudigen Erwartung auf die Möglichkeit der Mitgestaltung der lokalen Politik wich.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an sich? Haben Sie auch Schwächen?

Wenn man davon reden darf, welche Eigenschaft man an sich selbst schätzt, würde ich wohl erwähnen, recht diplomatisch zu sein, meine Ziele gleichzeitig aber unter keinen Umständen aus den Augen zu verlieren und einen langen Atem zu haben. Eine sehr wichtige Schwäche, die gleichzeitig mein größter Antrieb ist, ist die Liebe zur Natur und allem ihr Innewohnenden.

Wofür wollen Sie sich in den nächsten fünf Jahren persönlich einsetzen? Und warum?

Mein Anliegen ist es, den Natur- und Artenschutz noch weiter in das Bewusstsein zu rücken. Es wäre schön, irgendwann in jedem Garten ein Stück Wildnis bzw. Natur sehen zu dürfen. Denn wir sind längst so weit, dass jeder Quadratmeter zählt. Öffentliche Grünanlagen wie Parks, Wiesenflächen oder Straßenbegleitgrün sollen nicht nur mit heimischen Wildblumen angesät, sondern auch entsprechend gepflegt werden, damit sich diese durch Aussaat auch selbst erhalten. Es bringt nichts, Geld durch Fehler in der Anlage bzw. Pflege von vornherein zu verschenken. Durch richtige Schulung der Pflegekräfte und Anschaffung entsprechender Gerätschaften zur Pflege sollen naturnahe Anlagen jeder Art auch nachhaltig sein. Ein interessantes Konzept, mit dem ich mich befasse, ist, bei der Anlage von neuen Gewerbeflächen von vornherein naturnah zu gestalten. Eine Pflicht wäre auch denkbar, um unnötige tote Rasen- oder Schotterwüsten, die einen gesellschaftlichen Minuswert aufweisen, künftig zu vermeiden.

Haben Sie einen Lieblingsort in Ihrer Stadt oder Gemeinde?

Einer der schönsten Orte für mich ist der Karsauer Waldfriedhof. Nirgendwo sonst höre ich im Frühling so viele Vögel ihren lebensfrohen Gesang anstimmen. An schönen Tagen kommt hier eine schöne Stimmung auf, die so gar nicht zu einer Ruhestätte passen mag, diese andererseits auf spannende Art und Weise jedoch besonders untermalt. Vergehen und Geburt gehen hier Hand in Hand.