Die 21-jährige Cellistin Natalia Dauer startet mit acht weiteren jungen Musikern die neue Reihe „Junge Klassik“ in Schloss Beuggen. Im Interview spricht die Musikerin über dieses ungewöhnliche Projekt.

Frau Dauer, Sie leiten seit drei Jahren das Festival Junge Klassik bei den Kulturtagen Laufenburg. Wie kommt es, dass Sie jetzt in Schloss Beuggen etwas Ähnliches machen wollen?

Weil es sich in Laufenburg sehr gut entwickelt hat, haben wir jetzt an eine Erweiterung gedacht. Das Festival Junge Klassik bleibt in Laufenburg in einem festen zeitlichen Rahmen. Wir hatten aber generell im Kopf, neben dem Festival eine Konzertreihe zu starten und vielleicht auch eine Tournee mit den Künstlern auch in anderen Ländern zu machen. Das ist so ein Zukunftsgedanke von uns. Und Rheinfelden bietet sich für Klassik unglaublich gut an, weil Schloss Beuggen einen sehr guten Namen hat, bei den Leuten bekannt ist und schöne Räume bietet.

Was haben Sie sich vom Programm her überlegt?

Jedes der vier Konzerte hat ein anderes Programm und eine andere Besetzung. Beim ersten Recital für Cello und Klavier werde ich Werke von Elgar, Ravel und Schumann spielen. Beim zweiten Konzert „Cello meets Cello“ spielen Nathan Zürcher und ich im Duo eigene Arrangements von Stücken, aber auch originale Celloduos und kombinieren das mit Eigenkompositionen. Beim dritten Konzert gibt es Kammermusik in verschiedenen Besetzungen. Zum Schluss habe ich ein Stück arrangiert, bei dem alle zusammen auftreten. Den Abschluss der Reihe bildet wieder ein Recital für Cello und Klavier. Ich denke, es ist auch für die Leute interessant, diese wechselnden Besetzungen zu erleben, die es farbig und abwechslungsreich machen. Auch vom Repertoire her haben wir ein breites Spektrum. Wenn ich das Programm zusammenstelle, achte ich darauf, was schön klingt und was die Leute genießen können.

Sie haben zur Finanzierung des Projekts ein Crowdfunding gestartet. Wie läuft das?

Das war ein erster Versuch mit Crowdfunding, um auch Leute im Internet zu erreichen. Es läuft ganz gut, wir sind jetzt knapp bei 1000 Euro. Nun haben wir neu einen Freundeskreis gegründet, um musikinteressierten Menschen die Möglichkeit zu geben, junge Musiker zu unterstützen. Das haben wir mit dieser Konzertreihe mit gestartet.

Die Reihe soll zur Förderung junger Talente am Hochrhein beitragen. Ist das Ihr Anliegen, gleichaltrigen Musikern eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten?

Das ist wirklich mein Anliegen. Es sind alles Musiker zwischen 19 und 24 Jahren. Wir sind alle am Anfang, wir sind die junge Generation. Das Vorspielen ist sehr wichtig für uns, wir unterstützen uns gegenseitig und freuen uns, wenn wir gemeinsam Kammermusik machen können. Das Leben spielt sich nicht nur im Übungszimmer ab.

Es gibt in Schloss Beuggen eine etablierte Konzertreihe. Fürchten Sie nicht die Konkurrenz?

Also Konkurrenz sehen wir überhaupt nicht, wenn, sehen wir es eher als eine Bereicherung. Erstens ist es eine ganz andere Generation bei den Schlosskonzerten, das sind Musiker, die voll im Berufsleben stehen und schon international Karriere gemacht haben. Für uns sind das die Vorbilder, zu denen wir aufschauen, so möchten wir sein in 20, 30 Jahren. Ich kenne den künstlerischen Leiter der Schlosskonzerte, Denis Severin, sehr gut. Ich habe ihn gefragt, wie er die Idee der Jungen Klassik findet, und er hat gemeint, dass ich es probieren soll.

 

Person und Konzert

  • Natalia Dauer, geboren 1997, stammt aus Bad Säckingen. Sie studiert Cello bei Professor Ivan Monighetti an der Musikhochschule Basel und ist Förderpreisträgerin der Volksbank Hochrhein Stiftung. Vor drei Jahren gründete sie das Festival Junge Klassik in Laufenburg.
  • Junge Klassik: 18. März Natalia Dauer (Cello) und Laura Chihaia (Klavier), 6. Mai „Cello meets Cello“, 13. Mai, Kammermusik mit Harfe, 8. Juli Natalia Dauer (Cello) und Julia Pleninger (Klavier), jeweils 17 Uhr, Bagnato-Saal in Schloss Beuggen.