Die Friedrichstraße ist eine der bedeutendsten von Rheinfeldens Verkehrsachsen und besonders vielfältig. Sie verbindet die Innenstadt ab dem Friedrichplatz mit dem Ortsausgang in Richtung Bad Säckingen. Dabei hat sie Einkaufsstraßencharakter, führt an Wohnhäusern und der Industrie vorbei, um in Oberrheinfelden noch einmal Geschäftscharakter zu bekommen. Immer wieder wird über die Zukunft der Friedrichstraße diskutiert. Auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats spielte die Straße eine Rolle.

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Vor mehr als einem Jahr hatte die SPD einen Antrag zur Zukunft der Friedrichstraße eingereicht. Man mache sich Sorgen, dass die Friedrichstraße weiter an Attraktivität verlieren könne. In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres berichtete die Verwaltung nun über die bisher getroffene Maßnahmen in den Themenbereichen Vergnügungsstätten, Verkehr und den Aktivitäten der Wirtschaftsförderung.

Vergnügungsstätten

Als Vergnügungsstätten gelten etwa Spielhallen, Spielkasinos, Diskotheken und Nachtbars. Wettbüros gehören ebenfalls dazu, wenn etwa eine Möglichkeit zum Aufenthalt gegeben ist. In der Friedrichstraße gibt es drei Wettbüros unterschiedlicher Ausprägung in Randlage der Innenstadt. Der Endbericht des in der Sitzung zur Kenntnis genommenen Vergnügungsstättenkonzepts für Rheinfelden beschreibt, dass sich in der Friedrichstraße ansonsten inhabergeführte Einzelhandelsbetriebe befinden, dass viele Geschäfte aber zu Gastronomiebetrieben umgenutzt wurden.

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Bars und Bistros würden zum Teil „hinsichtlich ihrer Außendarstellung und des Angebots eine mindere Qualität“ aufweisen und würden nicht als Magnetbetrieb fungieren, sondern die Standortqualität „insgesamt senken“. Weitere sogenannte Trading-Down-Effekte seien vor allem zwischen den Einmündungen Karlstraße und Kronenstraße zu erwarten. Das Konzept schlägt für die Friedrichstraße eine etagenbezogene Regelung vor: Sie sollen nur noch außerhalb der Erdgeschosse zulässig sein. „Die für das städtebauliche Erscheinungsbild prägenden Erdgeschosse mit ihren Ladenlokalen werden dadurch von neuen Vergnügungsstätten freigehalten“, informiert die Stadt.

Verkehr

Die Verkehrsführung war ein zentraler Punkt im Antrag der SPD. Die Verwaltung informierte, dass in der Vergangenheit schon mehrere Maßnahmen getroffen worden seien, „um die Straße für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen“, wie es im Bericht der Stadt heißt. So wurde etwa zwischen Rudolf-Vogel-Anlage und der Hardtstraße das Tempolimit im Rahmen der Lärmaktionsplanung auf 30 Stundenkilometer reduziert. 2020 soll der Lärmaktionsplan fortgeschrieben werden. „Ob es bis dahin rechtliche Möglichkeiten gibt, den Verkehr zu reduzieren oder die Geschwindigkeit weiter zu herabzusetzen, kann heute noch nicht beantwortet werden“, heißt es wörtlich.

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Eine weitere wichtige Perspektive für die Zukunft liegt in einer möglichen Herabstufung der Friedrichstraße als B 34. Diese wird als überörtliche Hauptverkehrsstraße aktuell von 14.300 Fahrzeugen pro Tag genutzt. Davon liegt der Schwerverkehrsanteil bei fünf Prozent. Sobald das Rechtsverfahren „Äußerer Ring“ abgeschlossen sei, und die Schäden behoben würden, „ist angedacht, die B 34 zu einer Stadtstraße herabzustufen“. Vorgesehen ist die Sanierung ab dem Zeitpunkt der Verkehrsfreigabe der A 98 von Minseln her. Ob und was genau bei einer Umwidmung der Straße möglich sei, müsse aber noch geprüft werden.

Neuansiedlungen

Die WST befindet sich derzeit in Gesprächen mit verschiedenen Eigentümern und Verwaltern der Gewerbeflächen in der Friedrichstraße, um eine attraktivere Nutzung der Flächen zu erzielen. „Dabei sind wir auf das Entgegenkommen der Eigentümer angewiesen“, heißt es im Bericht der Stadt. Parallel zu den Gesprächen bemühe man sich, bei Neuansiedlungen attraktive Mieter für eine Nachnutzung zu gewinnen. Dabei sei die Kleinteiligkeit der Flächen ein Hindernis, durch das viele mögliche Nutzer gleich ausfallen. „Die meisten Handelsunternehmen benötigen teils deutlich größere Flächen“, heißt es.

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