Rheinfelden Wie der Musikverein Degerfelden bei der zeiten Musical Night eine Schippe drauflegt

Interview mit Günther Häßler zur zweiten Musical Night des Musikvereins Degerfelden in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, für die der Vorverkauf heute beginnt.

Herr Häßler, was hat den Musikverein Degerfelden bewogen, eine Zweitauflage der Musical Night zu machen?

Der Erfolg der ersten Auflage! Die Musicalgala war für uns alle etwas komplett Neues, sowohl für den Chor und das Orchester als auch für den Dirigenten, und manche waren zuerst skeptisch, ob man den Saal überhaupt vollkriegt. Aber als wir gesehen haben, wie gut es gelaufen ist, war die Begeisterung riesig. Unser Publikum war begeistert. Das hat uns enorm motiviert. Auch den Mitwirkenden, nicht zuletzt den Solisten, hat die Musical Night unglaublich viel Spaß gemacht. Daher war der Wunsch nach einer zweiten Auflage fast schon eine logische Folge.

Sie wollen nicht nur an den Erfolg von 2016 anknüpfen, sondern noch „eine Schippe drauflegen“. Was heißt das?

Zum einen haben wir für die neue Musical Night Solisten aus der „ersten Reihe“ verpflichtet. Emanuele Caserta, der 2016 vom Publikum frenetisch gefeiert wurde, war zu dieser Zeit noch im Ensemble von „Rocky“ in Stuttgart. Mittlerweile ist er bei „König der Löwen“ in Hamburg Zweitbesetzung für vier Hauptrollen. Und mit Aisata Blackman haben wir eine echte Hauptdarstellerin, einen gefeierten Musicalstar. Bei „Bodyguard“ in Stuttgart spielt sie die Rolle der Rachel Marron und präsentiert die Songs von Whitney Houston in atemberaubender Weise. Sie hat auch bei Voice of Germany mitgemacht und die Hauptrolle in „Sister Act“ gespielt. Zum anderen bedeutet „eine Schippe drauflegen“, dass wir uns bei Orchester und Chor weiterentwickeln. Bei den Chorstücken ist es anspruchsvoller, der Chor kriegt Schwierigeres zu tun.

Günther Häßler.
Günther Häßler. | Bild: Roswitha Frey

Wie viele Akteure haben Sie dieses Mal auf der Bühne versammelt?

Es werden etwa 80 Mitwirkende auf der Bühne stehen. Das Orchester ist gewachsen, es werden knapp 60 Musiker sein. Bei den Instrumenten, die wir im Verein nicht haben, Klavier, E-Gitarre und E-Bass, haben wir Gastmusiker dabei. Die Combo ist einfach wichtig, es gibt durchaus bei den Balladen Stellen mit Klavierbegleitung. Dazu kommt der Chor mit knapp 20 Personen sowie natürlich die Solisten.

Wie setzt sich der Projektchor zusammen?

Im Projektchor wird die A-Cappella-Frauengruppe „No Limits“ singen, die zum Gesangverein Herten gehört, bei den Männern sind es die ehemaligen Liederlichen Feelharmoniker. Wenn wir mit den Solisten zusammen singen, sind es mehr Background-Vocals, aber es gibt auch ein Chorstück mit Orchester.

Seit wann laufen die Proben?

Am vergangenen Montagabend haben sich die Sängerinnen und Sänger des Projektchors zur ersten Schnupperprobe getroffen. Der Musikverein Degerfelden ist ja auch an Fasnacht sehr aktiv. Gleichzeitig auf zwei so verschiedene Events zu proben, macht wenig Sinn, deshalb beginnen die Proben für die Musical Night erst nach Fasnacht. Zu Beginn proben Chor und Orchester getrennt, erst gegen Ende werden die einzelnen Puzzleteile zusammengesetzt.

Worauf muss bei Musicals besonders geachtet werden?

Musical ist nicht gleich Musical, es gibt die unterschiedlichsten Stilrichtungen. Den jeweiligen Charakter exakt wiederzugeben, ist eine große Herausforderung, auch was das Arrangement angeht. Üblicherweise werden Musicals von einer relativ kleinen Band begleitet. Das auf ein großes Orchester zu übertragen, bedeutet für den Dirigenten, fast alle Stücke neu zu arrangieren. Für die Musiker liegt die Schwierigkeit oft in der Verwendung von Kreuztonarten, die in der traditionellen Blasmusik eher unüblich sind. Und müssen wir auf eine gute Abstimmung zwischen Orchester, Combo, Chor und Solisten achten.

Wie schaffen Sie es, so hochkarätige Musicalsolisten zu kriegen?

Emanuele Caserta hatte schon nach der ersten Musical Night gesagt, dass er gerne wiederkommen würde. Durch Emanuele, mit dem die Zusammenarbeit auch menschlich super geklappt hat, aber auch durch die Kontakte unseres Dirigenten Gordon Hein konnten wir mit einigen Solisten in Verhandlungen treten und am Ende Aisata und Emanuele verpflichten. Daneben wird auch Sarah Kettenmann wieder als Solistin dabei sein. Hochkarätige Solisten sind sich allerdings auch ihres Marktwertes bewusst, und so ist deren Verpflichtung auch eine finanzielle Herausforderung. Wir sind aber überzeugt, dass wir einen soliden Finanzplan für dieses Projekt haben, durch ein treues Publikum, und auch Dank einer großen Zahl an Sponsoren.

Verraten Sie schon, welche Musicalhits im Programm vorkommen?

Wie 2016 werden wir eine sehr abwechslungsreiche Mischung aus verschiedenen Musicals haben. Oder anders gesagt: Es ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei. Wir werden König der Löwen drin haben, Bodyguard und Sister Act, also Musicals, in denen unsere Solisten engagiert sind oder waren. Wir haben eher neuere, auch unbekanntere Musicals, zum Beispiel „Mozart“. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten.

Wird mit Kostümen und Kulisse gearbeitet? Und was lassen Sie sich einfallen, um Musicalflair in den Saal zu zaubern?

Musicalkostüme sind oft sehr aufwändig. Da wir Stücke aus verschiedensten Musicals spielen werden, werden die Kostüme wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen. Die Kulisse für die Solisten werden Orchester und Chor sein, unterstützt von professioneller Lichttechnik. Für mehr Kulisse bietet die Bühne des Bürgersaals bei so vielen Mitwirkenden auch keinen Platz. Aber es wird auf jeden Fall einiges fürs Auge geboten mit wechselnden Outfits.

Wird man Sie wieder als Gesangssolist und Moderator erleben?

Ja. Es macht mir beides gleichermaßen Spaß. Ich mache ja auch üblicherweise die Moderation bei den Jahreskonzerten des Musikvereins und habe die Konzerte der Liederlichen Feelharmoniker moderiert und dort viele Solos gesungen. Bei der Musical Night ist es aber doch noch mal etwas anderes, wenn man mit Profis auf der Bühne steht. Aber das ist eben das Besondere an dem Projekt, dass wir zeigen, dass wir ohne Berührungsängste zwischen Profis und Amateuren etwas Tolles auf die Beine stellen können.

Zu Person und Termin

  • Günther Hässler, geboren 1973 in Rheinfelden, ist von Beruf Betriebswirt. Seit knapp 30 Jahren ist er Mitglied im Musikverein Degerfelden, wo er Trompete und Horn spielt. Von 2001 bis 2017 leitete er die „Liederlichen Feelharmoniker“. Häßler ist auch Kantor und Organist in der Pfarrgemeinde St. Urban in Herten.
  • Musical Night 2: am 11. und 12. Mai, 20 Uhr, 13. Mai, 17 Uhr, Bürgersaal Rheinfelden. Der Vorverkauf beginnt mit dem heutigen Mittwoch, 14. Februar, Birlin-Mühle Degerfelden, Presse Löffler Herten, Buchhandlung Merkel und Tourist-Info sowie allen bekannten Vorverkaufsstellen. Preis: 21 Euro, ermäßigt 14 Euro, Kinder bis zwölf Jahre sieben Euro.

 

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