In den 1970er Jahren produzierte Opel den Kadett C, der unter Autobegeisterten schnell einen Kultstatus erreichte. Der Opel- und Kadett C Club Südbaden (OKCCS) feiert dies Jahr sein 30-jähriges Bestehen, allerdings hat nur noch ein Mitglied einen C-Kadett.

Man kennt ihn heute nicht mehr

Den Opel Kadett C kennt man heute eigentlich nicht mehr. In den 1970er Jahren war das anders, da prägte der Kleinwagen das Straßenbild. Aus Liebe zu dem eckigen Mittelklassewagen wurden seinerzeit sogar Fanklubs gegründet wie der OKCCS, der bekannt für seine Oldtimertreffen ist. „Letztes Jahr hatten wir 80 Oldtimer, im Jahr davor 70. Wie viele dieses Jahr kommen, weiß ich nicht, das ist immer wetterabhängig“, erklärt der Vereinsvorsitzender Harald Baumgartner. Bei gutem Wetter dürfen die Besucher auf eine breite Palette an Youngtimern mit einem Mindestalter von zwanzig Jahren und Oldtimern mit mindestens 30 Jahren rechnen. Dabei gibt es nicht nur Autos, sondern auch Traktoren, Unimogs, Motorräder und Mopeds zu sehen. Baumgartner erzählt, dass schon einmal ein Oldtimer von 1924 da war, und er diesmal einen alten Jaguar erwartet. Der OKCCS gehört als Ortsclub zum ADAC Gau Südbaden.

OKCCS trägt Meisterschaft aus

Für den ADAC trägt der OKCCS jedes Jahr eine Meisterschaft aus. Im Juni fand der Dinkelberg ADAC Jugend-Kart-Slalom Lauf in Herten schon zum zwölften Mal statt. Der Verein zählt rund 60 Mitglieder, die nicht zwingend einen Opel fahren müssen. Baumgartner meint, dass viele früher Opel gefahren sind, aber im Zuge von Familiengründungen auf andere Hersteller gewechselt haben. Den Club deswegen verlassen muss aber keiner, andere Vereine sind da strenger, weiß Baumgartner. „Wir haben nur noch einen einzigen C-Kadett im Club.“ Der Wagen gehört einem Warmbacher.

Harald Baumgartner ist ein echter Enthusiast

Baumgartner selbst ist im Autoclub Rheinfelden groß geworden, den es heute gar nicht mehr gibt. Der 62-Jährige erzählt, dass ihn seine Eltern schon als Kind angemeldet hatten. Später übernahm er schon dort Ämter und war etwa Beisitzer und Sportleiter. Ab seinem 17. Lebensjahr nahm er als Beifahrer bei Rennen, Slalom, Rallye und Orientierungsfahrten teil, aber seit Erwerb seines Führerscheins sitzt er hinter dem Lenkrad. Beim Ori-Südwest-Pokal wurde Baumgartner sieben Mal Meister, davon dreimal in Folge. „Das gibt es bis heute nicht nochmal“, erzählt er. Rennen fährt er bis heute, aktuell nimmt er an der Schweizer Rallye-Meisterschaft teil.

Eine richtige Schwärmerei

Die Begeisterung für den Opel Kadett C kann er nur schwer erklären. Selbst hatte er fünf C-Kadett Coupés, von denen nur 1000 Stück produziert wurden. „Der ist stromlinienförmig, der fasziniert“, schwärmt er. „Da kann man auch im Tuningbereich viel machen.“ Außer einem VW Käfer, einem Alfa Romeo Alfasud und einem Ford ist er immer nur Opel gefahren. Den Ford hatte er nur acht Tage. Seit zwei Monaten fährt er einen gelben Opel Corsa. Die heutigen abgerundeten Modell gefallen ihm aber nicht so gut, wie die kantigen Fahrzeuge von früher. „Kleinwagen sind heute alle die gleichen Ostereier“, meint Baumgartner. „Wenn man das Markenzeichen vorne weg macht und ein anderes einsetzt, fällt das niemandem auf.“

Vor einunddreißig Jahren wurde der OKCCS gegründet und Baumgartner war eines der Gründungsmitglieder. Als er sich zwischen dem OKCCS und dem Autoclub entscheiden musste, fiel seine Wahl auf den OKCCS. Zwei Jahre lang war Baumgartner der stellvertretende Vereinsvorsitzende und seit 28 Jahren steht er an der Spitze. Bis heute kommen erfolgreiche Fahrer aus dem Verein. Dass es aber in Süddeutschland kaum noch Autorennen gibt, bedauert er sehr und meint, die Ämter sperrten sich bei der Genehmigung der Strecken. Anlässlich des Jubiläums plant der OKCCS am 8. September eine Feier für die Mitglieder in Bad Bellingen.

Termin: Am Sonntag, 2. September, findet von 10 bis 17 Uhr das 3. Internationale Offene Young- und Oldtimer Treffen auf dem Gelände der Spedition Rutschmann, Gewerbestraße 14, statt. Weitere Infos gibt es im Internet (www.okccs.eu).