Herr Kiefer, wer macht denn so was?

Das ist eine gute Frage. Es muss natürlich kriminelle Energie dahinterstecken, dass es jemandem egal ist, ein Verbrechen in einem geweihten Haus zu begehen. Man weiß nicht, ob vielleicht ein Druck dahintersteht. Vielleicht handelt es sich um Beschaffungskriminalität. Aber das wäre schon Spekulation.

Kommt so etwas häufiger vor?

Ich habe mal im ganzen Bereich der Polizeidirektion nachgeschaut und eine Menge solcher Fälle gefunden. An der Rheinschiene waren es eher Einzelfälle. 2017 gab es schon einmal einen Vorfall in Rheinfelden. Dann hatten wir zwei Jahre Ruhe. Man kann aber wirklich nicht sagen, ob die Fälle zusammenhängen.

Haben die aktuellen vier Fälle seit 17. April denn etwas gemein?

Für unseren Bereich würde ich schon von einer kleinen Serie sprechen. Letztlich kann man natürlich nicht wissen, ob die Fälle zusammenhängen, aber die Tatzeit und auch die regionale Nähe an der Rheinschiene sprechen dafür. Auch, dass sich gezielt Gotteshäuser ausgesucht werden, die tagsüber geöffnet sind. Zudem wurde in allen Fällen ein Hebelwerkzeug verwendet.

Wird der Täter erwischt werden? Was meinen Sie?

Diese Opferstock-Aufbrüche in den Kirchen bewegen und ärgern natürlich auch uns. Allerdings ist die Spurensicherung eher schwierig. An einem Opferstock gibt es viele Trugspuren, also Spuren von berechtigten Nutzern. Wir sind also letztlich darauf angewiesen, dass der Täter auf frischer Tat ertappt wird. Und auf Zeugenhinweise. Wir hoffen, dass sich vielleicht jemand an etwas erinnert, was ihm an diesen Tagen verdächtig erschienen ist. Das Problem für die Justiz ist dann, dass man nie weiß, wie viel Geld in einem Opferstock war.

Fragen: Ralf H. Dorweiler