Während im Vorabendprogramm einiger TV-Sender ab 19.30 Uhr Ärztesendungen laufen, sind die Teilnehmer des „Erste-Hilfe Kurses für den Hund“ live dabei, als es am Donnerstagabend ganz um „Fifi’s Anatomy“ ging. Die Idee zu diesem Kurs entsprang dem Vorschlag einer engagierten Rheinfelder Tierschützerin, und so lud die Volkshochschule zu diesem tierischen Abendseminar ein. Mit 18 wissbegierigen Teilnehmern und drei Hunden war der Kurs fast ausgebucht.

Großes Interesse am informativen Abend

Kursleiter Thomas Märtins aus der Kleintierklinik Rheinfelden freute sich über soviel Interesse und führte die Teilnehmer auch mit praktischen Übungen direkt am Hund durch einen informativen Abend.

Erfahrungen aus den USA

Der 58-jährige Tiermediziner führt seit 2007 seine Praxis in der Jahnstraße. Bevor er sich hier niederließ, verbrachte er unter anderem mehrere Jahre zur Weiterbildung an verschiedenen Kliniken und Universitäten der USA. „Die amerikanische Tiermedizin ist viel weiter entwickelt, und das Versorgungsangebot viel größer“, sagt Märtins und prägte sein eigenes Fachwissen stetig weiter aus. Ihm ist es wichtig, dass Hundehalter Grundkenntnisse für die Erste-Hilfe-Maßnahmen an ihrem Vierbeiner haben und diese leisten können, bis ein Tierarzt übernimmt.

Der Hund hält still: Griff zum Öffnen des Mauls. Viele Tipps im Umgang mit den geliebten Vierbeinern gab es bei der Volkshochschule.
Der Hund hält still: Griff zum Öffnen des Mauls. Viele Tipps im Umgang mit den geliebten Vierbeinern gab es bei der Volkshochschule. | Bild: Jasmin Radel

Viele Kategorien werden behandelt

Aufgegliedert waren die Themen des Abends in die Kategorien „Unterscheidungen von spezifischen Notfällen, Notfallausrüstung, Diagnostik des gesundheitlichen Zustandes sowie Praxisübungen“. Nicht minder wichtig sei es beispielsweise, auch für den Hund einen Notfallkoffer im Auto zu deponieren. Eine der obersten Regeln der Ersten Hilfe sei stets, „Stress für das Tier zu vermeiden“, und dies setze eine gute Ausrüstung sowie auch Vorbereitung dieser voraus. Es sei ebenfalls wichtig, den Gesundheitszustand des Hundes zu kennen und Veränderungen erkennen zu können.

Auch Hunde können in Schock verfallen

Auch Hunde können in Schockzustände verfallen, die Resultat von Verletzungen, Vergiftungen, Insektenstichen, fehlender Regelung der Körpertemperatur und im schlimmsten Fall einer Magendrehung sein können. Letztere besprach Märtins ausführlich, da dieser Verlauf höchst gefährlich ist, und für den Hund jede Minute von ihrer Erkennung bis zum operativen Eingriff zur Behebung zählt.

Solche Krankheitsbilder sind nicht die Regel

Dennoch sind solche schweren Krankheitsbilder nicht die Regel. Es sind viel mehr Alltagsfälle, bei denen richtig geleistete Erste Hilfe viel wert ist. Eingehender wurde den Kursteilnehmern gezeigt, wie vorzugehen ist, wenn sich der Hund etwa eine Schnittverletzung an der Pfote zugezogen hat. Begleitende Schaubilder zeigten, wie Blutungen gestillt werden können und die Pfote richtig verbunden werden sollte.

Hunde im Praxisteam

Die anwesenden drei Hundedamen wurden für Übungen am Tier herangezogen. Für den Mops Nancy waren diese Routine, ist sie doch Mitglied des Praxisteams von Thomas Märtins. Sheltie-Hündin Ronja fürchtete sich zwar erst, konnte aber schließlich davon überzeugt werden, dass es sich nur um ungefährliche Trockenübungen handelte. Dass bei solch einem Abend auch die Gemütlichkeit nicht fehlen darf, demonstrierte Englisch-Bulldog-Omi Camilla und schnarchte auf ihrer Decke die meiste Zeit genüsslich vor sich hin. Schlafen ist eben die beste Medizin überhaupt.

Sichtlich zufriedene Absolventen

Das Fazit des kleinen, aber sehr bildenden Seminars waren sichtlich zufriedene Absolventen, welche mit ihrer Kursgebühr von zwölf Euro auch das Tierheim unterstützen, denn Dank des Verzichtes auf ein Honorar wurde der Erlös komplett gespendet.