Rheinfelden Waldlichtung in Karsau bietet eine friedliche letzte Ruhestätte

Ab Allerheiligen besteht in Karsau die Möglichkeit einer naturbelassenen Urnenbestattung im Wald. Grabschmuck ist nicht vorgesehen.

Drei Jahre hat die Idee hin zum fertigen Projekt reifen können, am Dienstag fand nun die Ortsbegehung des neuen Urnengrabfeldes auf der Waldlichtung statt. „Der Platz ist seit Januar in der Satzung des Friedhofs verankert“, so Ortsvorsteher Jürgen Räuber (SPD) zu Beginn der Begehung. Frank-Michael Littwin, Amtsleiter des Bürgerbüros und zuständig für die Friedhofsverwaltung, stellte das Projekt dem Ortschaftsrat und Bürgern vor.

Umgesetzt wurde die Idee der Friedhofverwaltung zusammen mit der Ortsverwaltung und dem technischen Dienst. Ab Allerheiligen besteht, wie etwa in Schliengen und Oberried, für Rheinfelder die Möglichkeit, ihre Angehörigen inmitten der Natur, friedlich am Waldesrand auf dem Urnengrabfeld bestatten zu lassen. Ein Bestattungstourismus ist nicht vorgesehen.

Die Aschegefäße werden in Holz oder anderen Fasern, die sich im Lauf der Zeit zersetzen, gehalten sein, sodass alles nach gewisser Zeit mit dem Waldboden und der Natur eins werden wird. Eine Umbettung ist somit nicht möglich. „Ein schöner letzter Ort und der älteste Waldfriedhof hier in der Region“, weiß Max Hirtle.

Damit die Angehörigen auch ruhig an der letzten Stätte ihrer Lieben verweilen können, hat der Künstler Holger Rübsam eine Bank aus Eiche „ohne Schnickschnack“ mit einer geschnitzten aufsteigenden Seele entworfen, die sich harmonisch mit schönem Schwung in die Natur einbettet. „Ich bin relativ gut zufrieden“, so der Künstler. „Die Lehne erstreckt sich nur über die Hälfte der Bank. Das symbolisiert die Offenheit.“

Ihr gegenüber hat er einen Namensstamm für die Namenstäfelchen der Bestatteten installiert. Auch diese fertigt er jeweils in Handarbeit. Raum auf dem vier mal vier Meter großen Feld ist für insgesamt 64 Urnen in Einfachbelegung oder für 128 Urnen in Doppelbelegung vorgesehen. Die einzelnen Felder messen je 30 auf 30 Zentimeter mit einer Umrandung. „Die Erstbestattung kostet die Angehörigen 872 Euro. 505 Euro entfallen für den Platz für 15 Jahre. Für die Beisetzung inklusive der Tafel kommen 367 Euro hinzu. Ein normales Urnenwahlgrab kostet derweil 1401 Euro“, erklärte Frank-Michael Littwin.

Ortschaftsrätin Gaby Rüsch (SPD) wollte wissen, ob auf dem Sternenfeld Blumenschmuck und Kerzen niedergelegt werden können. „Das ist hier nicht geplant“, erwidert Littwin. „Für uns steht jetzt die Arbeit an, dieses den Hinterbliebenen zu vermitteln. Etwa vier Wochen nach der Beerdigung wird der Grabschmuck abgetragen und es soll auch kein weiterer niedergelegt werden. Das Grabfeld soll ähnlich einem Friedwald naturbelassen bleiben“, so Littwin am Dienstag den Ortschaftsräten abschließend.

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