Mit viel Elan, Enthusiasmus und Engagement wurde im September vergangenen Jahres Kaisers Bühne im Saal des Restaurants Zum Kaiser als Stätte für Konzerte und Kleinkunst zu neuem Leben erweckt. Nun ist der Vorhang für diese Kulturbühne zumindest vorläufig gefallen, denn Ende Juni haben die bisherige Pächterin Zaneta Mokroluska und ihr Partner Ivan Di Grazio aufgehört. Seither ist das Lokal geschlossen. Ob und wie es mit Kaisers Bühne weitergeht, wird sich erst zeigen, wenn ein neuer Pächter für das alt eingesessene Wirtshaus gefunden ist.

Alle Beteiligten hoffen, dass sich ein Nachfolger für das Restaurant findet, und würden es begrüßen, wenn damit auch Kaisers Bühne weiterhin bespielt werden könnte. Rund 20 Veranstaltungen wurden seit September von dem Rheinfelder Jazzmusiker Reinhard Felber zusammen mit Stefan Pfeffer von der Band „Swing Five“ organisiert.

Felber hatte auch die Initialzündung gegeben, die Bühne in dem alten Saal von 1928 wieder zu aktivieren. Das Gastronomen-Paar Mokroluska und Di Grazio war begeistert von der Idee, und so wurde mit viel Aufwand der Saal renoviert, die Wände neu gestrichen, neue Bühnenvorhänge angeschafft. „Die Veranstaltungen sind auch sehr gut angekommen“, berichtet Ivan Di Grazio. Ob Jazzkonzerte, Theater oder Kabarett, es sei alles sehr gut angenommen worden. Durchschnittlich waren zwischen 60 und 80 Besucher bei den Konzerten und Kleinkunstabenden.

Indes hätte sich die Erwartung und Hoffnung, dass durch die abendlichen Veranstaltungen mehr Besucher auf das Restaurant aufmerksam werden und das Gasthaus dann auch unter der Woche brummt, nicht erfüllt. „Nur durch die Veranstaltungen können wir nicht überleben“, so Di Grazio. Das Problem sei, dass unter der Woche nicht genügend Leute ins Restaurant gekommen seien, so dass die Pächterin nun aus wirtschaftlichen Gründen das Restaurant aufgegeben hat. Zu den Kostenfaktoren sei auch hinzugekommen, dass sie die Gema-Gebühren für die Konzerte übernehmen mussten sowie auch für Getränke und Essen für die Künstler und Organisatoren aufgekommen sind, so Di Grazio. Er hofft, dass sich bis Ende Juli ein Nachfolger findet, der das Restaurant und die angeschafften Dinge und Einrichtungsstücke übernimmt.

Jazzmusiker Reinhard Felber wäre bereit, als Organisator der Konzerte weiterzumachen. „Wir wollen nicht aufhören“, erklärt Felber. Allerdings müsse man erst abwarten, Gespräche mit dem Hausbesitzer führen und schauen, wie die Suche nach einem neuen Pächter verläuft und ob dieser Interesse hat, die Kulturstätte Kaisers Bühne weiter zu treiben. „Alle haben Interesse daran, dass es weitergeht“, so Felber. Denn die Veranstaltungen auf Kaisers Bühne seien durchwegs sehr gut besucht gewesen. „Wir haben immer ein positives Feedback bekommen." Zu den unterschiedlichen Abenden seien auch immer ganz unterschiedliche Leute gekommen, wobei besonders die Jazzkonzerte viel Publikum anzogen. Ob regionale Formationen wie „Swing Five“ und „StriWoBra“, das Bläserensemble „Querblechein“, Bigband Jazz mit dem Big Sound Orchestra, Singer-Songwriter, ein Duoabend „Chanson goes Gypsy“, irischer Folk mit „Reel Time“, das Gesangsensemble „Inflagranti Vocal“, ein Kriminalschauspiel der Rheinfelder Volkskunstbühne oder Kabarett mit den „Gänseblümchen“: Alles fand sein Publikum. Oft sei der Saal richtig voll gewesen, manchmal waren es 50 Zuhörer, nur zu einer Opern- und Liedvorstellung kurz vor Weihnachten kamen lediglich 25 Besucher.

Es fehlt die Wirtschaftlichkeit.
Es fehlt die Wirtschaftlichkeit. | Bild: Roswitha Frey

Die Resonanz von Seiten der Besucher sei immer sehr positiv gewesen, das Publikum habe das besondere Ambiente in dem Saal mit dem nostalgischen Charme geschätzt. „Uns hat es Spaß gemacht“, sagt Felber, der zusammen mit Stefan Pfeffer die Musiker und Bühnenkünstler ausgesucht und das Programm organisiert hat. „Wir waren voll bis Ende 2018“, erzählt Felber. Nun wartet er die weiteren Gespräche bis Anfang August ab und überlegt dann, was mit den bereits geplanten Konzerten geschehen soll.

Kontakt für Interessierte unter Telefon: 07622/672 69 00