Rheinfelden Von wegen altmodisch: Diese Jungs finden Briefmarkensammeln cool

Die Jugendgruppe des Sammlerbunds Lörrach trifft sich regelmäßig im Jugendhaus im Tutti-Kiesi. Norbert Amrein erklärt den richtigen Umgang mit den Marken.

„Briefmarken sind nicht nur Bilder zum Anschauen, sie erzählen auch eine Geschichte“, sagt Norbert Amrein, stellvertretender Vorsitzender des Briefmarkensammlerbundes Lörrach, zu seiner Jugendgruppe. Es sind Jungs im Alter von zehn bis 14 Jahren, die sich für dieses Hobby interessieren. Von Norbert Amrein lernen sie den richtigen Umgang mit dem geliebten, gezackten Stück Papier – und finden „Briefmarkensammeln voll cool“.

Die Jungs stürzen sich regelrecht auf die Kiste voller Briefmarken, die Norbert Amrein ins Jugendhaus mitgebracht hat. Dort trifft sich die Jugendgruppe mit der amtlichen Nummer 0009/0149 Rheinfelden jeden zweiten Mittwoch im Monat, um am eigenen Sammelalbum weiter zu arbeiten.

Manuel (zehn Jahre) und Louis (zwölf Jahre) schneiden Passepartouts für Postkarten mit ganz besonderen Stempeln und fügen sie mit Fotoecken in ihre Alben ein. Der Gruppenleiter hat in insgesamt acht Taschen alle benötigten Materialien wie Schneidegerät, Schere, Kartons und anderes dabei, die beiden Jungs bewerkstelligen mit erstaunlich guter Feinmotorik ihre Aufgabe. Leon (13 Jahre) und Yannick (14 Jahre) haben dies schon erledigt, sie entscheiden sich in dieser Gruppenstunde für ein neues Thema. Briefmarkensammler sammeln schon lange nicht mehr die ganze Welt, sie wenden sich interessanten Themen wie Autos, Fußball, Hunde, Katzen, Burgen und Schlösser, Bundespräsidenten oder anderen Motiven zu.

„Bundespräsidenten sind in Deutschland die einzigen Personen, die noch zu Lebzeiten auf einer Briefmarke veröffentlicht werden dürfen. Es gibt eine Ausnahme, das war Helmut Kohl. Er war Ehrenbürger Europas und war deshalb schon zu Lebzeiten auf einer Briefmarke“, erklärt Amrein. „Ich finde die Hintergründe sehr interessant, die dabei immer wieder auftauchen“, sagt Yannick und Leon entschließt sich, nur Bundespräsidenten aus der großen Schachtel voller Briefmarken zu suchen. Dabei rutscht Winston Churchill dazwischen, Ulbricht sortiert er aus, Brand war kein Bundespräsident. Gar nicht so einfach für einen Jungen.

Die Gruppenstunde geht mit den verschiedenen Aufgaben schnell vorbei. Sechs Jugendliche wurden beim Philatelistenverband Südwest angemeldet und erhielten eine Urkunde als Mitglied. „Mehr als sechs Jugendliche sind für einen einzelnen Gruppenleiter nicht machbar, damit das Erlernen der Techniken weiter gegeben werden kann“, sagt Amrein. Ein wichtiges Element für Briefmarkensammler ist der Tauschtag. Norbert Amrein schlug vor, am 29. Dezember gemeinsam zum Sammlertreffen in Rheinfelden/Schweiz zu gehen. „Damit ihr seht, auf was man achten muss und wie man etwas Besonderes findet.“ Zum Schluss bekamen die Jungs Broschüren zum Sammeln von Briefmarken und leere Alben.

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