Eigentlich sind Künstler ja Individualisten, aber sie tun sich doch gern zu Gruppen zusammen, um Freundschaften und Austausch zu pflegen. Nicht anders läuft es in der Basler Künstlergesellschaft, wo auch der eine schaut, was der andere macht. Vier ihrer Mitglieder zeigen in der Rheinfelder Stadtgalerie im Haus Salmegg eine große Vielfalt an Bildern, Skulpturen und experimentellen Kurzfilmen.

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In einer Porträtserie von Pascal Joray trifft man auf bekannte Schweizer Autoren, die teilweise in Rheinfelden gelesen haben. Die literarischen Bildnisse von Friedrich Dürrenmatt (mit markanter Hornbrille), Peter Bichsel, Pedro Lenz, Urs Widmer, Franz Hohler und anderen sind in den meisten Fällen von direkten Begegnungen mit den Schriftstellern inspiriert. Joray, der frühere Leiter des Kulturbüros in Rheinfelden/Schweiz, hat die Literaten nicht nur realistisch porträtiert, sondern Dinge aus ihrem Leben, ihren Werken und ihrer Gedankenwelt als Anspielungen mit ins Bild gebracht: bei Widmer den Zwerg, bei Hohler das Cello. Neben diesen schon surrealen Konterfeis zeigt der gebürtige Basler eine Serie mit „Stadtbäumen“ am Wettsteinbrunnen und Münsterplatz. In weiteren Baumstudien von Schwemmholz und Meeresbildern beweist der Maler und Zeichner Joray, dass er ein guter Naturbeobachter ist.

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Natur ist auch das Ausgangsmaterial der mit ausstellenden Bildhauer Roman Müller und David de Caro. Müller arbeitet mit Holz und Stein, zeigt Holzskulpturen und Wandreliefs. Letztere wirken durch Licht und Schatten sehr spannend. Seine Holzarbeiten haben auch Überschneidungen und Wellenformen zum Thema. Die Formen werden aufgebrochen, es ist eine Kunst aus der Disharmonie. Eine Alabasterskulptur fasziniert durch Kontraste von roh belassenen und fein geschliffenen Stellen und Einschnitten, wobei sich die Form auflöst. Einen Schritt weiter geht Müller mit einer Körperabformung aus Gips und Jute, die zum Objekt geworden ist.

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Eine andere Handschrift hat David de Caro in seinen von Hand geschnitzten Dreiersäulen oder dem „Kunst-Wald“. Die gewachsenen Stelen, teils bemalt, sind gedreht, oft dreifach verschlungen, haben Stern- oder Spiralformen, gehen von platonischen Körpern und geometrischen Elementen aus. Sie sind aber nicht streng mit dem Zirkel gezogen, sondern frei Hand entworfen, obwohl es doch Strukturen aus der Mathematik, Geometrie und Zahlenmystik sind. Die Künstlertroika ergänzt Wolfgang Burn mit Kurzfilmen und kleinen absurden Geschichten, die auf Kohlezeichnungen, ausgeschnittenen bewegten Dinge und animierten Figuren basieren.

Die Ausstellung dauert bis 2. Juni, geöffnet ist Samstag, Sonntag und Feiertag 12 bis 17 Uhr.