Das gekühlte Innere der Stadtbibliothek Rheinfelden lädt bei der Sommerhitze ein, zum Schmökern zum Bücherflohmarkt zu kommen. Schon nach den ersten Schritten durch den Eingang kann man die Bücher sehen, die zum Verkauf auf Tischen und in Kisten angeboten werden. Diejenigen, die sich öfter Bücher bei der Bibliothek ausleihen, können sich an den farbigen Einschlägen orientieren, aber auch für Neulinge ist die Übersicht durch die Einteilung in verschiedene Genres leicht gemacht.

Schmökern von 10 bis 19 Uhr

Nach der freundlichen Begrüßung durch die Mitarbeiterin der Stadtbibliothek wendet man sich nach links zu den geordneten Werken, die den Eingangsbereich füllen. Von zehn Uhr morgens bis 19 Uhr abends ist der Bücherflohmarkt offen für die Öffentlichkeit, und so sind schon vormittags einige dabei, in den Werken zu schmökern. Die meisten Besucher halten schon Taschen bereit und Bücher in den Händen, um sie später mitzunehmen.

Die beliebtesten Genres sind dieses Jahr Kinder- und Jugendbücher, Reiseführer, Zeitschriften und Belletristik, was die stellvertretende Leiterin Kira Harsch überrascht hat. Belletristik sei weniger beliebt als im vergangenen Jahr, dafür sind Reiseführer, die etwa fünf Jahre alt sind, umso gefragter.

Diese Theorie lässt sich gleich prüfen. Monique Ritter ist eine von denen, die schon einige Werke unter den Arm geklemmt halten. Sie zeigt mir zwei Spiele und mehrere GEOlino, eine Zeitschrift für Kinder und Jugendliche zu naturwissenschaftlichen Themen. „Sowas ist immer nützlich“, beschreibt sie den Bücherflohmarkt.

Die Auswahl an günstigen Büchern ist beim Bücherflohmarkt in der Stadtbibliothek groß.
Die Auswahl an günstigen Büchern ist beim Bücherflohmarkt in der Stadtbibliothek groß. | Bild: Charlotte Pötter

Die Spiele benutzt sie für ihren Unterricht, die Zeitschriften sind für ihr Enkelkind. Aber sie schaut sich auch bei allerlei anderen Kategorien um: Neulich hat sie Rezeptbücher mitgenommen, Kunstbücher zum Malen und vieles mehr. „Außerdem ist es ein echtes Schnäppchen“, meint sie. Anstatt 50 Euro für ein gutes Spiel auszugeben, bekommt sie es in der Stadtbibliothek für fünf Euro. Erfolg auf ganzer Linie.

Angebot wird regelmäßig erneuert

Den ökonomischen Aspekt hat auch Lena Leipzig im Blick. Sie hat den Bücherflohmarkt schon öfter besucht und mehrere Bücher gekauft, seit die Stadtbibliothek nach dem Umzug ins Rathaus vor neun Jahren damit angefangen hat. „Ich finde immer was und mag es auch, die Bücher zu Hause zu haben“, erklärt sie. Dabei spart sie Taschengeld, denn auf dem Flohmarkt ist es günstiger, als die Bücher neu zu kaufen.

Die Ruhe in der Bibliothek lädt zum Schmökern ein. „Morgens ist noch nicht so viel los“, erklärt Leiterin Harsch. „Nachmittags kommen mehr.“ In der ersten Woche des Bücherflohmarkts herrschte der größte Andrang. Die beliebtesten Exemplare sind jetzt schon weg, aber das Angebot wird regelmäßig von den Mitarbeitern aufgefüllt, sodass es sich auch lohnt, mehrmals zu kommen, da man jedes Mal neue Entdeckungen und Schnäppchen machen kann.

„Die Bibliothek hat eine Erneuerungsquote von acht bis zehn Prozent“, erklärt Harsch weiter. Veraltete Bücher werden aussortiert. Sind genug zusammengekommen, wird ein Bücherflohmarkt veranstaltet. Das sei etwa zweimal pro Jahr der Fall. Dabei hängt es vom Genre des Buches ab, wann es als alt zählt: Kinderbücher etwa bereits ab drei Jahren, auch Fachbücher für Informatik müssen oft erneuert werden, weil die Technik schnell voranschreitet.

Geschichtsbücher oder Romane können jahrelang in der Bibliothek behalten werden. Insgesamt werden während des Bücherflohmarkts etwa dreitausend Bücher zum Verkauf angeboten. Die Exemplare, die von niemandem erworben werden, werden letztendlich entsorgt.

Das ist auch einer der Hauptgründe, warum sich Barbara Ruf Bücher mitnimmt. „Es ist toll, dass sie so etwas veranstalten, bevor die Bücher weggeschmissen werden“, meint sie. Sie ist mit ihrem Mann gekommen und schaut sich bei verschiedenen Genres um, um unter anderem Bücher für den Urlaub zu finden. Auch sie ist fündig geworden.

„Die Welt der Bücher ist sehr wichtig“, erklärt Monique Ritter abschließend. Das Internet sei ihr kein richtiger Ersatz, denn Bücher lassen sich anfassen und auch riechen. Ein ganz anderes Gefühl. Kurz: „zum Verschwinden zu schade.“ Auch lasse sich der Bücherkauf mit „Begegnungen aller Art“ verbinden. Eine unschlagbare Kombination, die hoffentlich dieses Jahr dazu führt, dass nicht allzu viele Bücher entsorgt werden müssen.

Das Flohmarktangebot kann zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbibliothek (Dienstag und Donnerstag, 10 bis 19 Uhr, Mittwoch und Freitag, 13 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 14 Uhr) wahrgenommen werden.