Zwei neue Integrationsmanager stellten im Sozialausschuss ihre Arbeit vor. 215 Menschen befinden sich in Rheinfelden momentan in Anschlussunterbringung. Eine Erkenntnis des Abends war, dass besonders viele Flüchtlinge auf eigene Faust Wohnraum finden.

Seit Anfang des Jahres hat das Integrationsmanagement in der Stadt Fahrt aufgenommen. Zwei neue Mitarbeiter stellten sich und die bisherigen Erfahrungen im Sozialausschuss am Montagabend vor. Eine Erkenntnis des Abends war, dass besonders viele Flüchtlinge in Rheinfelden auf eigene Faust Wohnraum finden.

Das Team des Integrationsmanagements ist als Stabsstelle direkt bei Bürgermeisterin Diana Stöcker angedockt. Geleitet wird es von der Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte Jacqueline Zeng, Integrationsmanager sind seit Anfang des Jahres die gebürtige Spanierin Visitación Aceituno Castellanos und Armin Zimmermann. Wolfgang Stöcklein betreut seit 2017 in geringfügiger Beschäftigung eine Männerwohngemeinschaft und vervollständigt das Team, das Flüchtlinge in der Verwaltungsgemeinschaft Rheinfelden und Schwörstadt begleitet.

Die neuen Integrationsmanager Visitación Aceituno Castellano und Armin Zimmermann stellten im Sozialausschuss ihre Arbeit vor.
Bild: Ralf H. Dorweiler

Die neuen Integrationsmanager Visitación Aceituno Castellano und Armin Zimmermann stellten im Sozialausschuss ihre Arbeit vor.

In Rheinfelden befinden sich aktuell (Stand 31. Januar) 215 Menschen in der Anschlussunterbringung. Wie die beiden Integrationsmanager vorstellten, sind die meisten davon Syrer (118). Es gibt aber auch 24 Menschen aus dem Irak, 22 aus dem Iran und einige aus anderen Ländern. 165 der 215 Personen gehören Familien an, allein 56 sind Kinder unter 18 Jahren. Größtenteils handelt es sich bei den Familien um Zwei- oder Dreipersonenhaushalte. Es gibt sieben Familien, in denen vier Personen leben, vier mit fünf Personen, vier der Familien sind Sechspersonenhaushalte und in zwei Haushalten leben gar sieben Personen. Der Rest der Geflüchteten in Anschlussunterbringung sind Singles. Unter diesen 49 Singles sind zwölf Frauen.

Armin Zimmermann.
Bild: Ralf H. Dorweiler

Armin Zimmermann.

Castellanos, die zuvor in Hannover lebte, bezeichnete es als „bemerkenswert, dass so viele Flüchtlinge in Rheinfelden auf eigene Faust eine private Wohnung finden“. 155 der Menschen in Anschlussunterbringung, das sind immerhin 72 Prozent, haben selbst ein Mietverhältnis abgeschlossen. Die anderen 60 wurden per Obdachlosen-Einweisung in durch die Stadt angemietete Wohnfläche untergebracht. Obwohl die vom Landkreis vergebene Quote zur Anschlussunterbringung für 2017 auf Null gesetzt war, kamen so trotzdem 104 Personen auf eigenen Antrieb und mit selbstgefundener Wohnung nach Rheinfelden.

Im integrativen Wohnen in der Werderstraße sind 18 Mietwohnungen für Flüchtlingsfamilien und sechs für Familien, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, eingeplant. Wenn die Werderstraße bezogen wird, wird auch das Integrationsmanagement dort ein Büro bekommen.

 

Das Ziel ist, dass die Flüchtlinge gut alleine zurecht kommen

 

Für wen genau die geförderten Integrationsmanager zuständig sind, regelt das Datum, zu dem die Flüchtlinge nach Rheinfelden gekommen sind. Wer vor dem 1. Januar gekommen ist, wird betreut von der Migrationsberatung für Erwachsene oder dem Jugendmigrationsdienst. Allen ab 2015 stehen die Integrationsmanager in sehr vielen Bereichen zur Seite. Dabei werden auch individuelle Integrationspläne erstellt und deren Erreichung überprüft. „Unser Ziel ist es, dass die Personen uns nicht mehr brauchen“, sagte Zimmermann. Ein sehr wichtiger Schritt dafür ist das Finden von Arbeit, weshalb auch die Vernetzung mit dem Jobcenter intensiv ist. Insgesamt sei Netzwerkarbeit sehr wichtig. Vor allem auch mit den ehrenamtlichen Helfern, die einen großen Teil der praktischen Hilfe leisten würden.

Andere Geflüchtete – auch aus anderen Kommunen – haben bereits Arbeit gefunden. Oft hat eine Anstellung in Rheinfelden dazu geführt, dass man sich auch am neuen Arbeitsort eine Wohnung suchte. Obwohl die Zuweisungszahlen für Rheinfelden niedriger waren, kamen so mehr neue Menschen in Anschlussunterbringung dazu, als eigentlich für Rheinfelden vorgesehen waren. Die Zahl der Integrationsmanager mit 200 Stellenprozenten ergab sich noch aus 166 zusammen mit der Gemeinde Schwörstadt gemeldeten Personen. Neu Hinzukommende in Anschlussunterbringung führen nicht zu mehr Stellenprozenten, sondern sind von den bestehenden Kräften mitzubegleiten. Die Finanzierung der Stellen ist zunächst für zwei Jahre gesichert. Allerdings gibt es bereits Aufforderungen an das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, den sogenannten „Pakt für Integration“ über 2019 hinaus zu verlängern.