„Wir ziehen das heute durch“, meinte Nadja Mrad, Sozialbetreuerin in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Römerstraße trotz dunkler Wolken beim Aktionstag des Projekts „Vorplatz-Neugestaltung“. Ihr Optimums und der Tatendrang aller Beteiligten wurde am Samstag mit einer Riesenportion Wetterglück und einem sehenswerten Ergebnis belohnt.

Vor einem Jahr fehlen Helfer und Spenden

Schon vor über einem Jahr hatte Nadja Mrad mit Unterstützern das Projekt angedacht, doch es fehlte an Spenden und Helfern. Beim zweiten Anlauf klappte es, nachdem sie mit Schreinermeister Thomas Budde persönlich bei Firmen ihre Pläne vorgestellt und um Unterstützung geworben habe. Daher richtete sie neben privaten Einzelspendern ein „ganz großes Dankeschön“ an Gärtnermeister Björn Raber, Thomas Andlauer, Bernhard Weiß (Schwörstadt) sowie an die Sparkasse und die Stadt Rheinfelden für deren Geld- oder Materialspenden.

Die Bewohner packen mit an.
Die Bewohner packen mit an. | Bild: Claudia Gempp

Ein angenehmer Rückzugsort für die Bewohner

Dazu gehörten unter anderem Pflanzen, Erde, Farben, Lacke und große Mengen Holz, die für den Bau von etwa vier Mal vier Meter großen Terrassenböden für zwei „Ruhe-Inseln“ genutzt wurden. Umgeben von bunt bemalten und mit viel Grün oder Blumen bepflanzten Hochbeeten und bedeckt mit einer Schatten spendenden Plane sollen sie den Bewohnern der Unterkunft einen angenehmen Rückzugsort bieten aus dem oftmals hektischen Alltag im Gebäude.

Auch der Freundeskreis macht fleißig mit

Ebenso gab es viele Holzpaletten, aus denen Alaju aus Gambia sowie Monday und Praise aus Nigeria im Vorfeld Sitzmöbel gezimmert haben. Auch sonst, so Nadja Mrad seien die Drei „ganz fleißig“ gewesen, indem sie in den Vorplatz von allem, was hier so gelagert war, aufgeräumt und vorbeireitet haben. Insgesamt waren rund 20 ehrenamtliche Helfer vor Ort, darunter auch Mitglieder des Freundeskreises Asyl sowie Bewohner der Unterkunft, die überall am Werkeln waren oder sich um die stärkende Verpflegung kümmerten.

Fremde Musik und deutsche Schlager

Begleitet von Klängen fremder Musik oder deutschen Schlagern wurde überall gehämmert, gebohrt, gesägt gemalt, Pflanzentröge lackiert und bepflanzt, denn, so Irmgard Jerger vom Freundeskreis Asyl, „viele haben ihren Garten geplündert und gespendet, was sie entbehren konnten“. Das Projekt sei eine gute Aktion. „Weil es schön ist, gemeinsam zu arbeiten, mit dem Ziel, dass der Vorplatz wohnlicher wird, damit das Außengelände von den Bewohnern mehr genutzt wird, besonders im Sommer“, sagte Jerger, während sich neben ihr der junge Afrikaner Gibi Sallow zeigen lässt, wie eine Sommeranemone in die Erde des Hochbeets gesetzt wird.

Lob vom Schreinermeister höchst persönlich

Gepflanzt wurden auch Frauenmantel, Haselnuss sowie Tomaten, Salat, Erdbeeren Kohlrabi oder Topinambur mit der essbaren Knolle und vieles mehr. „Es ist schön, dass so viele helfen, es macht allen sichtlich Spaß und die Leute freuen sich“, betonte Mrad und ergänzt, dass das Ganze ohne das technische Knowhow von Schreinermeister Budde nicht möglich gewesen wäre. Er selber hatte am Ende ebenso viel Lob parat für seine afrikanischen Helfer: „Sie machen super mit, die zum Teil handwerklich ausgebildeten Leute können was, und sie nehmen jeden Tipp gerne an.“