Rheinfelden Vampirfamilie bittet in der Gertrud-Luckner-Realschule zu Tisch

Das Musical "The Addams Family" der Gertrud-Luckner-Realschule begeisterte am Wochenende mit düsterem Ambiente und gekonnter Darbietung. Eine schaurig-schöne Vorführung für die ganze Familie.

Ganz im Zeichen der Liebe und all der damit verbundenen Gefühle stand die US-amerikanische Musical-Komödie The Addams Family, die Jugendliche der Gertrud-Luckner-Realschule an drei Tagen im Campus auf die Bühne brachten. Unter der Leitung von Musiklehrer Dominik Leibold, der dirigierte und zugleich am Keyboard das junge Orchester musikalisch führte, hatte die Musical–AG der Realschule glanzvoll ihr fünftes Musical mit 100 Akteuren vor und hinter der Bühne inszeniert.

Dank der guten Kooperation mit der Musikschule konnte Andrew Lippas Broadwayhit voll Verve und ausdrucksvoll dargeboten werden. Die Frisörklasse der Gewerbeschule leistete Beachtliches in Sachen Frisuren und Make-up. Unerlässlich war dieses gekonnte Styling gepaart mit eleganten Kostümen (Katharina Sutter), die von afrikanischer Pharaonenpracht über höfische Eleganz bis zur Western- und Indianerbekleidung reichte, zumal die Familienbegegnung im Central Park in New York spielte.

Im Haus der skurrilen Addams – ohne Mobiliar, weil wegen unerschwinglicher Mieten kaum mehr Geld für das tägliche Leben bleibt – herrschte ein Düsterheit von Schmerz und Tod. Schwarz war als Kleidungsfarbe bei den Addams ein Muss. Eine willkommene Wandlung des morbiden Familiengeistes, der Vater las als Gutenachtgeschichte aus Marquis de Sade vor, führte Tochter Wednesday (exzellent gespielt und gesungen von Sultan Kiray) mit ihrer Jugendliebe herbei.

Sie hat ihr Herz an den aparten Lucas Beineke (schauspielerisch ausdrucksvoll gespielt von Benjamin Kohl) verloren, der einer respektablen Familie entstammt. Beim Abenddinner sollen sich die beiden gegensätzlichen Familien kennenlernen, doch dieses verläuft chaotisch-schaurig, aber immer getragen von gutem Sound und Gesang. Tonschön der 29-köpfige Chor mit vielen jungen Stimmen, apart die Darbietungen der Tanzgruppe, effektvoll die von Schülern gesteuerte Ton- und Lichttechnik und fantasievoll die Bühnenkulisse.

Die schrägen, liebenswerten Charaktere, die auf den legendären Cartoons von Charles Addams basieren und bereits auf der Leinwand zu Kultfiguren wurden, fanden sofort ihren Weg in die Herzen des Publikums , das mit anhaltendem Applaus die Darbietungen lautstark anfeuerte.

The Addams Family, gespielt von Schülern der Gertrud-Luckner Realschule, entpuppte sich als der perfekt inszenierte Schulmusical-Hit.
The Addams Family, gespielt von Schülern der Gertrud-Luckner Realschule, entpuppte sich als der perfekt inszenierte Schulmusical-Hit. | Bild: Chris Rütschlin

Vampirhaft erschien Mutter Morticia Addams (Sara Artiles De Horna, musikalisch und schauspielerisch versiert) und ausgeflippt , aber doch als treu umsorgenden Vater wirkte Gomez Addams (Dario Villari, deutliche Artikulation, mit Humor und guter Bühnenpräsenz). Onkel Fester (super kostümiert Cedric Diekmann) sorgte in der schwungvollen Musicalkomödie gemeinsam mit den Ahnen der Addams, die durch ihn zum Leben erweckt werden, für das Happy End der jungen Liebe.

Kontrastvoll, in gelbem Kleid, präsentierte sich Lucas Beinekes Mutter (Annika Herwik tonsauber und ausdrucksvoll mit guter Bühnenpräsenz), die ihren Ehealltag kritisch wahrnimmt, nachdem sie Nächte lang vergeblich auf ihren Gatten wartet. Weniger einsichtig und immer auf sein Geschäftsmann-Etikett bedacht agiert Lucas Spießer-Vater Lurch , der schnippisch ein kühles „Wir sind nicht an eurem kultivierten New Yorker Lifestyle interessiert“ anstimmt. Souverän gesungen und überzeugend gespielt von Adrian Birlin.

Für gelungene Regie und Schauspiel zeichnete Silke Roth verantwortlich. Nicht fehlen durfte das herzanrührende Dankeschön der jungen Bühnenkünstler an Dominik Leibold, der die arbeitsintensive, anspruchsvolle Gesamtleitung innehatte. Die Arbeit hatte sich ausgezahlt, zauberten doch alle Beteiligten ein beeindruckendes, zweistündiges Gesamtkunstwerk auf die Bühne.

Aber nicht nur auf der Bühne beeindruckten die 100 Akteure, in der Pause sorgten etwa Doreen Steenbek und Schülerinnen der Klasse 9b für einen leckeren Gaumenschmaus mit vielfältigsten Getränken.

Da kann man sich nur freuen auf das nächste musikalische Großprojekt, wie es schon verheißungsvoll im wunderschönen, 16-seitigen Hochglanz -Musical- Programmheft angekündigt steht.

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