2018 war ein Jahr, das für die Wirtschaft Rheinfeldens überwiegend positiv verlaufen ist. Wir haben bei einigen großen Arbeitgebern verschiedener Branchen ihre Einschätzungen zu 2018 abgefragt und dabei auch erfahren, was für 2019 zu erwarten ist. Die Stimmung scheint durchaus überwiegend gut zu sein.

St. Josefshaus

Beim St. Josefshaus war 2018 durch die Umsetzung der Landesheimbauverordnung und des Bundesteilhabegesetzes bestimmt, teilt Andreas Gräff, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, auf Anfrage mit. Die Behindertenhilfe-Einrichtung konnte weitere Angebote etablieren, etwa mit einem Kooperationsvertrag zwischen der Karl-Rolfus-Schule und der Freien Evangelischen Schule Lörrach oder einer Kooperation mit der städtischen Kindertagesstätte Kunterbunt in Rheinfelden. In Herten wurde Richtfest für eine inklusive Wohnanlage in der Burgfeldstraße gefeiert, die im laufenden Jahr bezugsfertig wird. Zudem wurde mit der städtebaulichen Überplanung des Markhofes begonnen.

Zurzeit begleitet das St. Josefshaus mit 1500 Mitarbeitern in 15 Gemeinden rund 2400 ältere und behinderte Menschen. Gräff erklärt, dass auch die Theresia-Scherer-Schule vor zwei Herausforderungen steht, die schon 2018 begonnen wurden: Ein neues Bildungshaus wird konzeptionell geplant und die generalistische Ausbildung in der Pflege vorbereitet.

Evonik

„Insbesondere die erste Jahreshälfte war so stark, dass unser Unternehmen danach seine Erwartungen für das Gesamtjahr erhöhen konnte“, erklärt Katharina Fraune von der Standortkommunikation des Rheinfelder Evonik-Werks. 2018 erteilte der Konzern die Investitionszusage für eine neue NHP6-Anlage für die Kieselsäureproduktion im zweistelligen Millionenbereich am Standort, die Ende 2019 fertiggestellt sein soll. Zudem erfolgte die Unterzeichnung der Absichtserklärung mit der Stadt Rheinfelden zur Kooperation bei der Abwärmenutzung.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen über 36 000 Menschen, davon 1200 in Rheinfelden. Fraune führt aus, dass die Spezialchemie-Produkte des Rheinfelder Standorts an eine Vielzahl von Unternehmen anderer Branchen gingen, und in zahlreichen Produkten weiterverarbeitet würden, etwa um Reifen spritsparender, Autolacke kratzfester oder Kühlschränke energiesparender zu machen.

Energiedienst

„Besonders für uns als Erzeuger von Ökostrom aus Wasserkraft war die außergewöhnlich langanhaltende Trockenheit in der zweiten Jahreshälfte 2018 mehr als eine Herausforderung“, meint Alexander Lennemann, Leiter Kommunikation von Energiedienst. Die zunächst gute Wasserführung des Rheines habe sich ab Mitte Juni dramatisch verschlechtert. Lennemann führt aus, dass im Sommer im langjährigen Mittel 1300 bis 1500 Kubikmeter pro Sekunde (cbm/s) durch die Turbinen rauschten, während 2018 teilweise nur 500 cbm/s gemessen wurden.

In Folge der Trockenheit dürfte die erzeugte Jahresstrommenge etwa fünf bis sieben Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt liegen, schätzt Lennemann. Am Standort Rheinfelden waren 2018 405 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt beschäftigt ED fast 1000 Mitarbeiter. Für ED ist der Fachkräftemangel ein wichtiges Thema, da in den kommenden Jahren ein Generationenwechsel ansteht, erklärt Lennemann. ED beliefert rund 270 000 Kunden mit Ökostrom aus Wasserkraft. ED bietet zudem Produkte und Dienstleistungen etwa zu Photovoltaik-Anlagen, Stromspeichersystemen und Elektromobilität.

Energiedienst hat 2018 aufgrund des Niedrigwassers im Rhein weniger Strom produziert als sonst.
Energiedienst hat 2018 aufgrund des Niedrigwassers im Rhein weniger Strom produziert als sonst. | Bild: Horatio Gollin

Sparkasse Rheinfelden-Lörrach

Bei der Sparkasse liefen die Geschäfte 2018 gut, sowohl für das Gesamtunternehmen wie auch den Rheinfelder Teilmarkt, wo die Sparkasse 25 342 Kunden betreut. Die Sparkasse beschäftigt insgesamt mehr als 400 Mitarbeiter inklusive Auszubildender. In der Rheinfelder Filiale und ihren Außenstellen arbeiten 64 Beschäftigte, darunter sechs Auszubildende. Für 2019 rechnet Klaus Schäuble, Sparkassen-Filialleiter in Rheinfelden, mit einem leichten Anstieg bei den Beschäftigtenzahlen.

„Der Fachkräftemangel macht sich auch zunehmend im Kreditgewerbe bemerkbar. Die Anzahl der Bewerbungen auf Ausbildungsplätze und offene Stellen ist gesunken“, so Schäuble, der erklärt, dass Kunden aller Altersgruppen zunehmend auf das Internetangebot sowie die Sparkassen-App zugreifen, so dass auch 2019 der Ausbau der digitalen Angebote ein Schwerpunkt für das Unternehmen bleiben wird.

Grieshaber Logistics

„2018 war für die Grieshaber Logistics Group ein weiteres erfolgreiches Jahr mit einem erfreulichen Wachstum in den Geschäftsbereichen Health Care und Industry Solutions an allen nationalen und internationalen Standorten“, stellt Vorstandsvorsitzender Kurt Grieshaber fest. Das Logistikunternehmen bietet seinen Kunden neben weltweit temperaturgeführten Transporten auch Dienstleistungen von der Bestellung bis zum Zahlungseingang sowie über ein eigenes Managementsystem die Optimierung der Wertschöpfungskette an.

Grieshaber führt aus, dass 2018 neue nationale und internationale Kunden gewonnen werden konnten. Die GLG beschäftigt über 500 Mitarbeiter, davon mehr als 100 in Rheinfelden, wo 2018 die Mitarbeiterzahl stieg, aber aufgrund des Fachkräftemangels konnten nicht alle Positionen besetzt werden. „Auch 2019 sehen wir eine weiter gute Nachfrage nach unseren Dienstleistungen und somit für Rheinfelden ein Jahr mit Wachstum“, so Grieshaber.