Die Fraktionen reklamieren Handlungsbedarf und setzen auf die Planung eines Ganzjahresbads am Freibadstandort. Die Verwaltung kommt den Erwartungen nach. In der letzten Sitzung vor der Sommerpause wird Oberbürgermeister Klaus Eberhardt über den Sachstand berichten. Gearbeitet wird aber nur an einer Ausbauvariante, schickt er voraus.

Die Verwaltung hat sich bereits intensiv an die Arbeit für die Zukunft des Bades gemacht, mit dem Ziel zumindest für die Haushaltsberatung 2019 eine Planungsrate einzustellen, damit 2020 Baumaßnahmen folgen. Leitlinie der Verwaltung bei diesem Projekt, für das seit Jahren immer wieder im Gemeinderat Anlauf genommen wird, ist eine bauliche Lösung, die einen wirtschaftlichen Badbetrieb für die Stadt möglich macht.

Kein Geld für Luxus

Das bedeutet für den Oberbürgermeister, eine funktionale Lösung mit sechs Bahnen über 25 Meter, die der Norm entsprechen. Luxuselemente stehen bei dieser von Eberhardt „sinnhaft“ bezeichneten Planung erst einmal nicht zur Diskussion. Er knüpft an die „ursprüngliche Idee“ des Büros Kannewischer: ein Hallenbadanbau an die vorhandenen Technikräume und Umkleiden des Freibads, um die Infrastruktur mit zu nutzen. Um Kosten zu sparen, soll es einen gemeinsamen Eingangs- und Kassenbereich geben.

Synergien nutzen

Eberhardt geht davon aus, dass sich „im Freibadbereich nicht signifikant viel ändern“ werde. Grundsätzlich werde angestrebt, die Wasserfläche zu verringern, um Kosten zu sparen. Die Untersuchungen über die technischen Möglichkeiten laufen dazu bereits. Dabei wird auch die Frage der Bädertechnik geprüft mit der Option, Vorhandenes zu modernisieren. Bei der Planung bleibe der Freibadbereich außen vor, erklärt Eberhardt mit Blick auf die Investitionshöhe: „18 Millionen Euro sind zu hoch. Das ist eine Summe, die wir nicht stemmen können.“

Wie weit der Entwurf des Büros Weber und Scheinpflug bei der Realisierung herangezogen wird, bleibt offen. Damit ein Ganzjahresbad entstehen kann, rechnet der OB vor, müssen Synergien möglich sein, um Kosten bei Technik und Personal zu sparen. Die Stadt rechne da mit einem sechsstelligen Betrag. Auch weniger Sanierungsbedarf fallen dabei ins Gewicht und die Möglichkeit, ans Fernwärmenetz anzuschließen.

Mit schönen Plänen für ein Hallenbad sei es nicht getan, heißt es im Rathaus. Die städtische Investition müsse sich auch vor dem Regierungspräsidium finanziell darstellen lassen. Zielgröße lautet deshalb: ein kleines, feines Hallenbad, das betriebswirtschaftlich funktioniert. „Das gibt einen eindeutigen Mehrwert“, erklärt der OB. Einen Planungswettbewerb strebe die Stadt nicht an, eine Kreditaufnahme für die Realisierung will Eberhardt aber nicht ausschließen.

Das sagen die Fraktionen

„Wir können damit leben, dass man in Etappen vorgeht“, erklärt Fraktionschef Paul Renz für die CDU. Erwartet wird, nachdem ein Antrag dazu in der Haushaltsberatung gestellt wurde, dass „etwas passiert“ und die Verwaltung Vorbereitungen zum Ganzjahresbad trifft, damit vor der Sommerpause noch beraten wird. Renz geht davon aus, dass auf die Planungsgrundlagen des Büros Weber-Scheinpflug zugegriffen wird und das bestehende Gutachten Kannewischer mit herangezogen werde. Renz sieht es als dringliche Aufgabe an, das Projekt anzugehen. Er erwartet, dass künftig die Betriebskosten günstiger werden als heute für zwei Bäder.

Für die SPD erklärt Karin Paulsen-Zenke, dass es gelte, sich am Machbaren auszurichten: „Wenn wir es nicht bezahlen können, ist es zwecklos.“ Aber dass beim hohen Sanierungsbedarf fürs heutige Hallenbad etwas passieren müsse, sei klar. „Wir plädieren dafür, dass es schrittweise gemacht wird“, heißt es zum Ganzjahresbad.