Die großen Energieschleudern unter den öffentlichen Einrichtungen sind zwar noch nicht alle im Griff, aber im Energiebericht für 2018 zeichnen sich doch Fortschritte ab beim Energieeinsatz und den Kosten dafür. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, ließ der städtische Energieberater im Bau- und Umweltausschuss wissen und legte dazu einen detaillierten Faktenkatalog auf. Dennoch gibt es noch viel zu tun auf dem Weg zur Klimastadt. Als gewinnbringend in jeder Beziehung zeichnet sich bereits der Anschluss an der Wärmenetz ab.

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Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die Stadtverwaltung mit Statistiken im Gebäudekontrolling und das zahlt sich aus, weil die laufende Überwachung des Verbrauchs von Wasser, Strom und Heizen auch die Möglichkeit gibt, Ausreißer rasch in den Griff zu bekommen. Als wesentliches Erfolgsinstrument erweise sich laut Schwarz die Schulung von Hausmeistern und Nutzung der öffentlichen Einrichtungen. Am Beispiel der Nollinger Halle machte er deutlich, dass es darauf ankommt, Verantwortliche zu haben. Dort lasse sich der enorme Anstieg beim Energieeinsatz fürs Heizen damit in Verbindung bringen, dass ein Hausmeister fehlt, so dass unterschiedliche Nutzer unkontrolliert agieren. Schulung betreibt die Energieberatung auch im Rathaus selbst. Oft sind es nur Kleinigkeiten auf die es ankommt. Ein Flyer mit Handlungsanweisungen befindet sich gerade in Arbeit.

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  • Weniger Verbrauch beim Heizen: 2018 als wärmstes Jahr seit Langem habe sich laut Schwarz auf den Verbrauch ausgewirkt, erläuterte er in der Sitzung. Auf die 47 von 56 kommunalen Objekte, die in der Verbrauchsentwicklung erfasst werden sowie die Straßenbeleuchtung wurde zum Referenzjahr 2009 etwa 18 Prozent Heizenergie eingespart und das obwohl mehr Flächen dazugekommen, so dass die tatsächliche Einsparung noch höher ausfalle. Von der Zielvorgabe aus dem energiepolitischen Leitbild allerdings ist das Ergebnis noch ein Stück weit entfernt. Das sieht 40 Prozent geringeren Wärmebedarf bis 2020 vor.
  • Wärmenetzanteil steigt: Im vergangenen Jahr lag der Energieverbrauch für alle städtischen Liegenschaften bei mehr als zehn Millionen Kilowattstunden. Davon entfallen laut Energiebericht mehr als 6,8 Millionen Kilowattstunden auf Erdgas. Das kommunale Wärmenetz, das weiter ausgebaut wird und künftig mit Abwärme von Evonik klimaschonend gespeist wird, hat inzwischen einen Anteil am Wärmemix von 26 Prozent.
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  • Weniger Stromverbrauch: Da mehr eigener Strom in Blockheizkraftwerken und Photovoltaikanlagen erzeugt wird (614.000 Kilowattstunden) lässt sich ein deutlicher Rückgang beim Verbrauch feststellen Die Kurve sackte von 3,7 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2009 auf knapp 2,4 Millionen ab. Das schlägt sich auch in der Kostenrechnung nieder. Im vergangenen Jahr wurden knapp 490.000 Euro gezahlt. 2009 waren es noch 816.000 Euro.
  • Weniger Wasserverbrauch: Der ewige Spitzenreiter beim Wasserverbrauch Freibad ist dank umfassender Leitungsreparaturen im Griff. Nicht mal 24.000 Kubikmeter liefen 2018 durch, im Jahr 2014 waren es über 380.000 Kubikmeter. Gleichzeitig wurde 23 Prozent weniger Strom zum Vorjahr verbraucht.
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  • Die Ziele: Obwohl zahlreiche Maßnahmen greifen, lässt sich das energiepolitische Leitbild mit den Klimaschutzzielen von 2011 noch nicht erfüllen. „Wir werden am Thema verstärkt arbeiten“, gab Oberbürgermeister Klaus Eberhardt deshalb als Maßgabe heraus. Dieter Meier (CDU) mahnte die Nutzersensibilisierung an und die Schulungen. Karin Paulsen-Zenke befand, dass es sich lohne zu investieren, damit sich etwas verändern kann. Heiner Lohmann (Grüne) befand aber angesichts der neuen höheren Klimaschutzielen, eine Strategie zu erabeiten, denn „es reicht noch nicht“.