Ein behagliches Kaminfeuer, ein Tannenbaum, an dem lauter Flöten hängen, Lämpchen und glitzernde Dekoration: Auf der Bühne des Bürgersaals sah alles nach Weihnachtsstimmung aus. Doch kaum haben sich die Musiker des Trios „Wildes Holz“ ihre Instrumente geschnappt, ist Schluss mit besinnlich. Wenn sich dieses Ensemble bekannte Weihnachtslieder vornimmt und ihnen einen rockig-poppigen Sound verpasst, dann heißt es „Swing Glöckchen...“.

Mehr als 200 Besucher

Mehr als 200 Besucher kamen zu diesem Programm unter dem anspielungsreichen Titel „Alle Jahre wilder“. Es war insofern ein Ausreißer in der Reihe „Kabarett im Bürgersaal“, als es kein Sprechkabarett, auch kein Musikkabarett, sondern ein Konzert war, allerdings eines mit Spielwitz, Humor und launigen Moderationen. Und es passte in die Adventszeit, weil der Blockflötist Tobias Reisige, der Kontrabassist Markus Conrads und der Gitarrist Djamel Laroussi im Genre beliebter weihnachtlicher Weisen gewildert haben.

Blockflöte kommt groß raus

Vor allem die Blockflöte, die ja ein biederes Image hat, kommt ganz groß raus. Tobias Reisige zeigt mit seinem rasanten Spiel, was sich alles aus diesem Holz herausholen lässt. Da klingt Blockflöte für einmal wild, sexy, cool, schräg und irrwitzig temporeich. An seiner Seite hat der Flötenmeister den gewieften Jazzbassisten Markus Conrads, der seinen Kontrabass zum Swingen und Tanzen bringt, und den algerischen Ausnahmegitarristen Djamel Laroussi, der mit seiner exzellenten Technik und rockigem Sound die Stücke aufpeppt. Weihnachtsmusik wie „Ihr Kinderlein kommet“, „Kling, Glöckchen“ oder das Lied „Die Wallfahrt“ über die Reise von Maria und Josef klingt in der rhythmisch-dynamisch zupackenden Spielweise der Drei richtig groovig. Diese musikalische „Bescherung“ der fetzigen Art kommt beim Publikum sehr gut an.

Veranstaltung lockt auch jüngere Besucher

Kulturamtsleiter Claudius Beck freut sich, dass über Erwarten so viele Leute den Saal füllen, obwohl der terminreiche Dezember ein schwieriger Monat für Veranstaltungen sei. Die Musiker vom Wilden Holz haben auch viele neue, auch etliche jüngere Besucher angelockt. Überhaupt sei die Kabarettsaison bisher „sehr gut gelaufen“, wie Beck zufrieden bilanziert. 200 Besucher waren bei „La Signora“, die mit ihrem frechem Auftritt begeisterte und auch musikalisch auf dem Akkordeon einiges drauf hatte. 120 Fans erlebten das witzige Duo „Helge und das Udo“, Spitzenreiter in der Publikumsgunst war Comedy-Star Heinrich del Core, der populäre Schwabe mit italienischen Wurzeln, der 440 Besucher mit humorvollen und kuriosen Geschichten aus dem Alltag unterhielt.

Satirischer Jahresrückblick am 13. Dezember

Politisches Kabarett mit „Wahnsinnspower“, so Beck, brachte der Niederbayer Nepo Fitz, Sohn von Starkabarettistin Lisa Fitz, vor rund 100 Besuchern auf die Bühne. Charmant, liebenswürdig und „super gut“ kam Katie Freudenschuss aus Hamburg an, die erstmals gastierte und auf Anhieb 170 Fans für sich einnehmen konnte. Neben den 80 Abonnenten kann Claudius Beck auf ein Kabarettpublikum aus dem ganzen Umkreis wie Wehr, Schopfheim, Grenzach-Wyhlen zählen. Das Kabarettjahr endet am Freitag, 13. Dezember mit einem satirischen Jahresrückblick des Duos „Onkel Fisch“.