Rheinfelden Tierschutzverein: Hunde nicht im heißen Auto zurücklassen

Erst letzte Woche kam es zu einem Einsatz des Tierschutzvereins mit einem Hund, der bei hohen Temperaturen in einem unbelüfteten Fahrzeug eingesperrt war. Ein Interview mit Hannelore Nuss vom Tierschutzverein.

Warum mussten Sie in der Situation mit dem eingeschlossenen Hund eingreifen?

Das war in der Cesar-Stünzi-Straße. Da war es über einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen vermehrt zu Anrufen von Anwohner gekommen, die einen Schweizer Wagen mit einem im Kofferraum befindlichen Hund gemeldet hatten. Die Vorort-Kontrolle am vergangenen Freitag ergab, dass der Hund nicht nur hohen Temperaturen ausgesetzt war, sondern auch in einem viel zu engen Käfig ohne Futter oder Wasser gehalten wurde. Er konnte sich nicht mal aufrichten.
 

Was haben Sie da unternommen?

Ich bin die ganzen Geschäfte bis in die Friedrichstraße abgelaufen, wo ich den Halter gefunden habe. Er ist bei dann der Polizei vorstellig geworden, die hat die Anzeige aufgenommen. Und kurz darauf macht der genau das gleiche. Heute war wieder ein Anrufer, der den Wagen gemeldet hat. Ich hab die Polizei informiert und hoffe, dass Sanktionen folgen werden.
 

In welcher Form kann man in einer solchen Situation einem Tier helfen?

Es ist wichtig zu wissen, dass man nicht selbst eingreifen darf. Ein Auto darf nur die Polizei öffnen, das machen wir auch nicht. Wenn man eine Situation beobachtet, kann man nur die Polizei oder den Tierschutz rufen.
 

Kommen solche Situationen oft vor?

Wir haben allein im Juli bestimmt 13 Einsätze mit in Autos eingeschlossenen Tieren nur in Rheinfelden gehabt. Und insgesamt mit Schwörstadt und Grenzach-Wyhlen kommen wir bestimmt auf 20. Das ist mehr als in anderen Jahren.


Worin sehen Sie die Ursachen, dass sich solche Fälle mehren?

Ursachen dafür sind, dass sich die Leute absolut nicht bewusst sind, dass sich das Auto bei solchen Temperaturen in zwei, drei Minuten bis auf 50 Grad erhitzen kann, was beim Tier zum Kollaps führen kann. Wer ein Tier bei diesen Temperaturen im Auto zurücklässt, handelt verantwortungslos und verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Bei 25 Grad ist die Grenze, es gibt empfindliche Tiere, da reicht schon das.
 

Woran erkennen Sie, dass das Tier in einer Notlage ist?

Wir können das einschätzen, ob einem Tier schon Gefahr droht, etwa über das Hecheln, wenn es an der Scheiben kratzt oder wenn das Tier apathisch wirkt und nicht reagiert. Letzte Woche stand einer vor dem Schwimmbad, der hatte zwar den Kofferraum offen gelassen, aber es wird ja trotzdem heiß. Ich frag mich, wie lange war das Tier denn solchen Temperaturen ausgesetzt?
 

Was sollten Hundehalter oder auch Halter anderer Haustiere im Sommer besonders beachten?

Man muss auf die Eigenart eines Tieres Rücksicht nehmen, ihm vermehrt Wasser hinstellen, nicht in den Mittagszeiten oder hitzebeständigen Stunden spazieren gehen, und wenn es sein muss, nur kurz. Wenn ein Tier umdrehen will, dann sollte man auch umdrehen. Ein Tier kann sich selbst einschätzen. Wir haben aktuell einen Mann, der fährt mit seinem Schäferhund an der Leine mit dem Fahrrad, das geht soweit, dass er zeitweise den Hund hinterher schleifen muss. Das ist ein katastrophales Bild.
 

Sie sind derzeit im Dauereinsatz. Woher kommt diese Häufung an Einsätzen?

Die Leute sind mittlerweile sehr sensibilisiert und rufen vermehrt an, wenn sie meinen, dass ein Tier falsch gehalten wird. Wir gehen Tag und Nacht jedem Anruf nach. Da ist auch mal ein falscher Alarm dabei, aber mir ist ein falscher Alarm deutlich lieber, als wenn der Notruf zu spät kommt. Die Zusammenarbeit mit Polizei und Veterinäramt klappt sehr gut. Wir haben einen engen Austausch untereinander. Im Tiernotfall helfen diese Nummer weiter: Tierheim Tel: 07623/25 36 (tagsüber), Tierheimleitung Tel: 07623/3 03 93 (rund um die Uhr), Tierschutz Tel: 07623/35 00 (rund um die Uhr).
 

Fragen: Horatio Gollin

Zur Person

Hannelore Nuss ist verheiratet und 64 Jahre alt. Sie ist SPD-Gemeinderätin, Vorsitzende des Tierschutzvereins und AWO-Kreisvorsitzende.

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