Eine Gesellschaft ohne Ehrenamtliche ist kaum vorstellbar. Sie übernehmen Aufgaben, die für Hauptamtliche nicht zu leisten sind. Damit schließen sie Lücken, sowohl im zwischenmenschlichen Bereich wie auch in Organisation oder bei der Tatkraft. Ehrenamtliche kümmern sich um andere und helfen das Miteinander zu gestalten. Viele in Rheinfelden sind bereit, einen Beitrag zu einer sozialen Stadt zu leisten, doch kaum einer kennt die Vielfalt der Einsatzgebiete Ehrenamtlicher. Wir stellen in einer Reihe Freiwillige und ihre Motivation vor, heute: Thomas Heinzelmann.

Schon früh am Morgen geht es los

Morgens um halb acht führt der erste Weg von Thomas Heinzelmann regelmäßig ins Tierheim Rheinfelden. Dort angekommen, fragt er eine der zuständigen Personen, welchen Hund er nehmen soll, schnappt sich eine Leine und geht dann mit diesem auf Tour. Berührungsängste kennt er nicht. Gerne nimmt er auch die großen Hunde, deren Kraft nicht jeder gewachsen ist.

Er lernt die Hunde schnell kennen

Ist ihm ein Hund fremd, lässt er beim ersten Mal einen der Tierpfleger in den Zwinger gehen, um ihn zu holen, dann macht er sich mit ihm bekannt. Das zweite Mal holt er ihn meist schon selbst. „Beim Spazierengehen lernt man die Hunde schnell kennen“, sagt der 41-Jährige und erklärt, dass er gar nicht viel über die Vorgeschichte der Tiere wissen will, denn so sei er unvoreingenommen. Das Verhalten dieser Felltiere zu lesen, falle ihm nicht schwer. „Hunde sind einfach ehrlich.“ Bei Katzen sei das Einschätzen für ihn deutlich schwieriger, gibt er zu.

Umgang mit den Vierbeinern gehört für ihn dazu

Der gebürtige Schweizer liebt Hunde sehr, kann aber selbst keinen halten, da seine Frau eine Tierhaarallergie hat. Schon als Kind hatte seine Familie zwei Hunde, und der Umgang mit den Vierbeinern gehört für ihn einfach dazu. Heinzelmann war früher Müllmann und bezieht eine Schweizer Invalidenrente. Der zugehörige geschützte Arbeitsplatz wurde ihm wegen seines Umzugs nach Deutschland aberkannt, und so hatte er anfangs große Probleme, da ihm eine Tagesstruktur fehlte. „Ich habe dann einfach spontan im Tierheim angerufen, ob ich ehrenamtlich etwas machen kann“, erzählt Heinzelmann, denn dass ihm der Kontakt zu Hunden gut tun würde, war ihm klar.

Zwei auf einmal ausführen, geht nicht

Seit etwa zwei Jahren geht er nun fast jeden Tag mit mindestens einem der Tiere Gassi. Wohnen gerade viele Hunde im Tierheim, wie zum Beispiel in Ferienzeiten, dann geht er auch schon mal eine zweite Runde. Zwei auf einmal mitzunehmen ist nicht erlaubt – und das möchte der Frührentner auch gar nicht, denn lieber widmet er sich voll und ganz dem einen Tier, das er dabei hat.

Erinnerungen an Timmy

Natürlich entwickeln sich bei diesen Ausflügen auch manchmal stärkere Bindungen zu den Vierbeinern, besonders zu Hunden, die nicht nur in Pension dort sind, sondern die kein Zuhause haben. Heinzelmann erinnert sich dabei besonders an Timmy, einen Mischlingshund. Braun war er und nur etwas größer als eine Katze. Dieser sei ihm sehr ans Herz gewachsen. Eines Morgens sei er nicht mehr da gewesen, weil er neue Besitzer bekommen habe.

„Die Gefühle sind dann zweigeteilt“, gesteht Heinzelmann, „zum einen bin ich natürlich traurig, dass er weg ist, aber die Freude, dass der Hund ein neues Zuhause bekommen hat, überwiegt.“ Etwa sechs Monate später kam Timmy erneut ins Tierheim, diesmal als Pensionsgast über die Ferien. „Ich habe mich wirklich gefragt, ob er mich wohl wiedererkennen würde“, erinnert sich Heinzelmann. Doch die Sorge war unbegründet. Sobald Timmy seinen ehemaligen Gassigänger sah, sei er an ihm hochgehüpft und habe ihn abgeschleckt.